In eigener SacheRedaktionsteam von netzpolitik.org mit Fritz-Bauer-Preis 2021 ausgezeichnet

Der Fritz-Bauer-Preis ist die höchste Auszeichnung der Humanistischen Union. Mit dem Preis würdigt die Bürgerrechtsorganisation herausragende Verdienste im Streit für eine gerechtere und menschlichere Gesellschaft. Netzpolitik.org habe mit Haltung und Mut den netzpolitischen Diskurs Deutschlands wesentlich mitgeprägt.

Fritz Bauer
Fritz Bauer war hessischer Generalstaatsanwalt. Er setzte sich in der Nachkriegszeit für die Verfolgung von NS-Verbrechen ein, brachte die Auschwitz-Prozesse in Gang und war an der Ergreifung des Holocaust-Organisators Adolf Eichmann beteiligt. – Gemeinfrei Fritz Bauer Institut / A. Mergen

Die Humanistische Union (HU) verleiht den Fritz-Bauer-Preis 2021 an unser Redaktionsteam. Der Vorsitzende der Humanistischen Union, Werner Koep-Kerstin, begründet die Entscheidung:

Als Plattform für digitale Freiheitsrechte greifen die zahlreichen Autorinnen und Autoren von netzpolitik.org die großen Fragestellungen im Zusammenhang von Digitalisierung und Politik sowie Gesellschaft seit bald 20 Jahren auf. Bürgernah bietet die Plattform hervorragend recherchierte Informationen besonders für diejenigen an, die sich für digitale Freiheitsrechte engagieren.

Mit der seinerzeitigen Veröffentlichung von Unterlagen des Bundesverfassungsschutzes zum Ausbau der Massenüberwachung im Netz, die geeignet waren, Freiheitsrechte einzuschränken, hat das Redaktionsteam von netzpolitik.org nach Auffassung der Humanistischen Union Haltung und Mut im Sinne des politischen und rechtlichen Vermächtnisses Fritz Bauers bewiesen. Dies galt besonders, als sich die Redaktion mit dem unhaltbaren Vorwurf des Landesverrats konfrontiert sah.

Netzpolitik.org hat seit vielen Jahren den netzpolitischen Diskurs in Deutschland durch viel Engagement, der Kombination aus technischer und politischer Kompetenz, hohe journalistische Standards und investigative Recherche wesentlich mitgeprägt.

Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung und nehmen sie als Motivation und Ansporn, auch in Zukunft netzpolitische Entwicklungen kritisch zu begleiten, für Freiheitsrechte einzustehen und die Werte Fritz Bauers in Politik und Gesellschaft zu tragen.

„Haltung und Mut“

Die Humanistische Union würdigt mit dem Preis „herausragende Verdienste um die Humanisierung, Liberalisierung und Demokratisierung des Rechtswesens“. Fritz Bauer ist ein 1968 verstorbener hessischer Generalstaatsanwalt und Mitbegründer der Humanistischen Union. Er hat maßgeblich zur juristischen Verfolgung und Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen beigetragen und wichtige Impulse für die Modernisierung des Strafrechts sowie die Humanisierung des Strafvollzugs gegeben.

Der nach ihm benannte, ideelle Preis wurde von der Humanistischen Union im Juli 1968, zwei Wochen nach dem Tod Fritz Bauers, gestiftet. Zu den bisherigen Preisträgern gehörten u.a. Gustav Heinemann (1970), Peggy Parnass (1980), Günter Grass (1997), Regine Hildebrandt (2000), Burkhard Hirsch (2006), Edward J. Snowden (2014) und Christian Ströbele (2018).

Preisverleihung:

Die Preisverleihung findet statt am Samstag, den 11. September 2021, 14 bis 16 Uhr im Maison de France, Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin. Von dort wird die Preisverleihung auch im Stream auf www.humanistische-union.de übertragen. Die Laudatio wird die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger halten.

3 Ergänzungen

  1. Herzlichen Glückwunsch!
    Ihr bekommt ja die Preise am laufenden Band, heute der Fritz Bauer Preis.
    Vor einigen Tagen die Nichtakkreditierung zum Europäischen Polizeikongress, was für mich einem Ritterschlag dafür gleichkommt, dass Ihr vieles richtig macht.
    Gratulation und weiter so.

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