Was vom Tage übrig blieb

Menschenrechte, Marktmacht, Milliardeninvestitionen

Die Deutsche Bahn springt auf den Digitalisierungszug auf, Google will nur wenig von Menschenrechten wissen, und der Kartellamts-Chef will die Marktmacht übermächtiger Digitalkonzerne besser einhegen können. Die besten Reste des Tages.

Irgendwie sieht das neue Jahr so aus wie das alte.

Bahn will auf allen Bahnhöfen kostenloses WLAN schaffen (Golem/dpa)
Die Deutsche Bahn will das Internet zu ihren Kunden bringen – und zwar „in den Zügen und an den Bahnhöfen“. Zwar hören wir solche Ankündigungen schon seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, ein wenig Skepsis ist an dieser Stelle also angebracht. Gleichzeitig spricht die DB davon, dass an einer „radikalen Digitalisierung“ kein Weg vorbeiführe und sie in den kommenden vier Jahren rund zwei Milliarden Euro investieren wolle.

A top Google exec pushed the company to commit to human rights. Then Google pushed him out, he says. (Washington Post)
Ein Top-Manager von Google soll seinen Job verloren haben, weil er den Datenkonzern zur Berücksichtigung von Menschenrechten verpflichten wollte. Hintergrund ist die Frage, wie mit dem Wachstumsmarkt China umgegangen werden soll. Vor einigen Jahren soll Google den Manager Ross LaJeunesse damit beauftragt haben, die Prinzipien rund um freie Meinungsäußerung und Datenschutz zu formalisieren. Als es ernst wurde, so LaJeunesse, habe Google das zuständige Team reorganisiert. Dieser Umstrukturierung sei bedauerlicherweise der Arbeitsplatz von LaJeunesse zum Opfer gefallen, so Google. Unterdessen droht Amazon seinen Mitarbeitern mit der Kündigung, wenn sie die Umweltpolitik des Versandhändlers+ öffentlich kritisieren. Don’t be evil!!

Bundskartellamt will härter und vorbeugend gegen Facebook vorgehen (Rheinische Post)
Im Interview mit der Rheinischen Post trommelt der Kartellamtspräsident Andreas Mundt für mehr Befugnisse für seine Behörde. Die Übermacht von US-Onlinegiganten wie Facebook, Google oder Amazon bleibe „Thema Nummer eins“, sagt Mundt. Die von der Bundesregierung derzeit erarbeitete Novelle des Kartellrechts begrüßt der Kartellrechtsexperte, zudem will er sich in der gerichtlichen Auseinandersetzung mit Facebook noch lange nicht geschlagen geben.

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