Was vom Tage übrig blieb: Wenn Glotzen glotzen, glotzen Glotzen Glotzeglotzern hinterher

Wer denkt, dass nur er ins Fernsehen schaut und das smarte Fernsehgerät keine eigenen Augen hat? Wer glaubt, das Privacy Shield könnte seine Datenschutzversprechen halten? Und wer hält Vorratsdatenspeicherung immer noch für eine gute Idee? Die besten Reste des Tages.

Berliner Fernsehturm
Glotzt uns ständig ins Büro, dieser Fernsehturm.

You watch TV. Your TV watches back. (Washington Post)
Wie so viele „smarte“ Geräte bringen Smart-TVs bisweilen einen Komfortgewinn mit sich. Dafür muss man aber in der Regel Abstriche hinnehmen, meist bei der Privatsphäre in den eigenen vier Wänden. Die Washington Post hat in den USA geläufigen Fernsehern hinters Display geschaut und dabei analysiert, welche Daten wie erhoben werden und was mit ihnen geschieht.

Denmark frees 32 inmates over flaws in phone geolocation evidence (The Guardian)
Ein IT-Fehler könnte in Dänemark zu falschen Urteilen geführt haben. Wir berichteten. Nun lässt der dänische Staat 32 Gefangene frei, die falsche Vorratsdaten verdächtig gemacht hatten – vielleicht zu Unrecht. Der Guardian übersetzt dankenswerterweise die dänischen Quellen und listet auf, welche Fehler es gab.

The EU Commission should strike down the EU-US Privacy Shield. Here’s why. (Access Now)
Die dritte Überprüfung des „Privacy Shield“ steht vor der Tür. Hinter dem klangvollen Titel verbirgt sich eine Reihe von Selbstverpflichtungen der US-Regierung gegenüber der EU-Kommission zum Schutz von Europäer:innen, deren Daten in den USA verarbeitet werden. Das Privacy Shield bildet die Grundlage dafür, dass Firmen die Daten von Europäer:innen unkompliziert in die USA übertragen dürfen. In einem lesenwerten Blogpost ruft die Nichtregierungsorganisation Access Now die EU-Kommission auf, das Privacy Shield nicht wieder durchzuwinken. Ein Großteil der Versprechen des Privacy Shield basiere nicht auf Gesetzen, sondern auf losen Zusagen der Obama-Administration. Statt die geheimdienstliche Massenüberwachung einzuschränken, habe die US-Regierung gerade die Überwachung von Nicht-US-Bürger:innen ausgeweitet. Access Now erinnert zudem daran, dass die laxen Regeln des Privacy Shield es Cambridge Analytica ermöglicht haben, Daten aus Europa ohne größere Kontrollen in die USA zu transferieren.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

2 Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.