Was vom Tage übrig blieb: Wahlwerber, Wettbewerbshüter und Wildwestidyll

Facebook verschärft seine Regeln für politische Werbekunden in den USA ein bisschen, die EU-Kommission nimmt das neue Angebot Google for Jobs unter die Lupe und in Kalifornien wird eine Geisterstadt zum Insta-Paradies. Die besten Reste des Tages.

Die Wolke kommt uns irgendwie bekannt vor. Für Purist:innen gibt es hier das Original.

Facebook verschärft Regeln zur Wahlwerbung (Zeit Online)
Das soziale Netzwerk will im Vorfeld der US-Wahl 2020 strenger mit politischen Werbekunden umgehen. Schon bisher prüft der Konzern die Identität von Kunden, die gesponserte Posts mit politischen Inhalten schalten wollen. Dennoch gab es immer wieder Fälle, in denen Werbekampagnen von anonymen Geldgebern gesteuert wurden – das weckt bei Kritiker*innen Facebooks die Furcht vor großangelegter Desinformation.  Facebook verpflichtet nun seine Werbekunden, sich entweder mit einer Regierungs-Mailadresse zu registrieren (.gov oder .mil) oder eine Steuernummer oder eine Identifikationsnummer der US-Bundeswahlbehörde FEC vorzuweisen. Facebook lässt allerdings ein Schlupfloch: Um auch Lokalpolitikern nicht den Zugang zu Anzeigen zu verwehren, reiche auch ein Set aus verifizierbarer Telefonnummer, Postanschrift sowie Domain mit Webseite und Email. Und es bleibt sogar erlaubt, sich nur über den Ausweis (gleichlautend mit dem Namen des Seitenadministrators) zu identifizieren, schreibt Facebook in einem Blogpost. Dann sei es lediglich nicht erlaubt, den „Paid for by“-Disclaimer zu verwenden, der an sich bei den meisten Formen politischer Werbung in den USA verpflichtend ist. Es ist aber unklar, ob das nicht erst recht eine Lücke für Desinformationskampagnen erlaubt. Die neuen Regeln gelten zudem nur in den USA.

EU-Wettbewerbshüter nehmen sich Googles Jobsuche vor (Heise)
Google erhielt in den vergangenen Jahren dreimal Wettbewerbsstrafen in Milliardenhöhe von der EU-Kommission. Nun kündigt Kommissarin Margrethe Vestager Voruntersuchungen in einem weiteren Fall an, in Sachen Google for Jobs. Der neue Google-Dienst, den es seit Mai in Deutschland gibt, zeigt Nutzer*innen bei bestimmten Suchanfragen deutlich hervorgehobene Stellenanzeigen an. Die EU-Kommission untersucht, ob Google damit wie bereits bei Google Shopping seine eigenen Angebote gegenüber denen der Konkurrenz – etwa konventionellen Jobbörsen – bevorzuge, sagte Vestager bei einer Rede in Berlin.

Ghost Towns of Instagram (The Baffler)
Eine nette Story in The Baffler beschreibt, wie aus einer Geisterstadt in Kalifornien ein Paradies für Instagram-Influencer geworden ist. Um den Ort Cerro Gordo hat sich eine Art neuartiger Goldrausch entfacht, bei dem mit aufregenden Social-Media-Posts das Interesse reicher Investoren geweckt werden soll.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

Eine Ergänzung

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.