Was vom Tage übrig blieb: Lobbyistentruppen, Hassbarrieren und Lauschassistenten

Die großen Techfirmen haben ihre Lobby-Ausgaben in Washington binnen drei Jahren verdoppelt, Youtube will künftig mehr Hass von seiner Plattform löschen und das Bundesjustizministerium warnt vor einer Idee der Innenminister. Die besten Reste des Tages.

Der Regen erlöst uns von der Sommerhitze und entlässt uns bald in die tropische Schwüle.

Tech Giants Amass a Lobbying Army for an Epic Washington Battle (New York Times)
Die Angst vor einer strengeren Durchsetzung des Wettbewerbsrechts und neuen Datenschutzgesetzen geht um: Vier große Techfirmen – Apple, Amazon, Google und Facebook – haben 2018 gemeinsam 55 Millionen US-Dollar für Lobbying in Washington ausgegeben und damit doppelt so viel wie noch 2016, berichtet die New York Times.

Höhere Hürden gegen den Hass (NZZ)
Youtube will viel strenger als bisher gegen hetzerische Inhalte vorgehen. Die Google-Tochterfirma kündigte am Mittwoch in einem Blogpost eine Anpassung ihrer Regeln gegen Hassbotschaften an. Videos mit Nazi-Botschaften oder Holocaust-Leugnung werden damit erstmals explizit und weltweit verboten. Im Umkehrschluss soll der Empfehlungsalgorithmus von Youtube künftig glaubwürdige Inhalte („authoritative content“) stärker bevorzugen. Damit rückt die Videoplattform neuerlich näher an die redaktionelle Kuratierung von Inhalten. Spannend bleibt dabei unter anderem, wie einheitlich die angekündigten Regeln umgesetzt werden und wie viel Kollateralschaden Youtube in Kauf nimmt. Gleich nach der Vorstellung hagelte es bereits die erste Beschwerde: Einem US-Journalisten, der über rechtsextreme Gruppen berichtet, wurde die Möglichkeit zur Monetarisierung seiner Inhalte genommen.

Justizministerium warnt vor Zugriff auf Daten von Alexa & Co. (Heise)
Verbraucherschutz-Staatssekretär Gerd Billen warnt vor einem Vorstoß der Innenminister von Bund und Ländern, die künftig zur Strafverfolgung auf die Daten von Sprachassistenten und anderer „Smart Home“-Geräte zugreifen wollen. „Die Strafverfolgungsbehörden müssen auf der Höhe der Zeit sein. Aber der Schutz der persönlichsten Lebensbereiche und die Freiheit jedes Beschuldigten, sich nicht selbst zu belasten, setzen Grenzen“, sagte Billen der Rheinischen Post.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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