Was vom Tage übrig blieb: Kontext statt Tracking, 5G statt WLAN und ein Kakadu gegen Repression

Die Werbebranche wünscht sich laut Insidern kontextbasierte Werbung statt Nutzer*innen-Bespitzelung, die Autoindustrie setzt in der EU ihre Wünsche bei vernetzten Fahrzeugen durch und ein Kolumnist hält Technologie für keine (unmittelbare) Lösung beim Klimawandel. Die besten Reste des Tages.

Nun ward der Winter unsers Mißvergnügens / Glorreicher Sommer durch die Sonne Brüssels.

‘It’s a balancing act’: Media buyers want contextual targeting features to evolve further (Digiday)
Tracking-Firmen und Internetkonzerne sammeln im großen Stil Daten über einzelne Nutzer*innen, um ihnen gezielt Werbung anzeigen zu können. Doch strengere Datenschutzregeln, etwa die lange aufgeschobene ePrivacy-Verordnung der EU, könnten das Geschäftsmodell mit personalisierter Werbung stark einschränken. Die Werbeindustrie drängt laut Bericht des Branchenmagazins Digiday längst auf eine Alternative: Kontextbasierte Werbung soll auf den Inhalt einer Webseite abgestimmt werden, nicht auf ihre Benutzer. Das ist bisher technisch herausfordernd, doch es stellt eine offenkundig nachgefragte und datenschutzfreundliche Alternative zum gefürchteten Online-Tracking dar.

Hamburg wird erste deutsche „Fab City“ (heise.de)
Bis 2054 sollen Städte all das, was sie vebrauchen, auch selbst herstellen, das ist das Ziel der Fab-City-Iniative. Dafür braucht es urbane Gärten, mehr Recycling, Repair Cafés und weniger Ressourcenverbrauch. In einem Netzwerk tauschen sich Städte über diese Open-Source-Stadtentwicklung aus, Hamburg ist als erste Großstadt in Deutschland beigetreten.

EU opens road to 5G connected cars in boost to BMW, Qualcomm (Reuters)
Der Marsch in Richtung eines vollkommen vernetzten Straßenverkehrs gerät vorerst ins Stocken. Die EU-Staaten sprachen ein Veto gegen einen Plan der Kommission und des Parlaments aus, für vernetzte Fahrzeuge ganz auf WLAN zu setzen. Sie folgen stattdessen dem Wunsch der Autoindustrie, dafür den Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes abzuwarten. Die EU muss nun erneut über das weitere Vorgehen verhandeln.

Emission impossible? Harsh facts on climate change (Financial Times)
Der Kolumnist Simon Kuper in der britischen Wirtschaftszeitung warnt davor, angesichts rapide steigender Temperaturen auf eine Wunderlösung durch Technologie zu hoffen. „Grünes Wachstum“ durch die Umstellung auf erneuerbare Energie und elektrische Autos sei auf absehbare Zeit wenig wahrscheinlich, da es an Investitionen und Zwangsmaßnahmen fehle. Stattdessen sollten wir uns auf eine Zeit der wirtschaftlichen Stagnation einstellen, um unseren Planeten zu retten.

Chick flick: cockatoo gives anti-nesting spikes the bird in viral video (Guardian)
Ein Video mit dem Titel „Fuck the Police“ macht gerade die Runde und sorgt für Freude im Netz. Es zeigt einen Kakadu, der meterweise Vogelabwehrstacheln auf einer Brüstung demontiert.

Fuck the police

Gepostet von Isaac Sherring-Tito am Montag, 1. Juli 2019

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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