Was vom Tage übrig blieb: Gesichtserkennung ohne Zustimmung, Digitalsteuer ohne Europa

KI-Wissenschaftler stehen unter Druck, kommerzielle Forschung zu betreiben. Gericht hebt Urteil gegen Sigi Maurer auf. EU gibt Pläne für gemeinsame Digitalsteuer auf. Millionen von Online-Fotos ohne Zustimmung für Gesichtserkennung verwendet. Die interessantesten Reste des Tages.

Werden wir es heute trocken nach Hause schaffen?

KI-Wissenschaftler unter Druck, kommerzielle Forschung zu betreiben (Financial Times, 6 Minuten, englisch)
Technologie-Firmen wie Google, Amazon und Microsoft geben seit Jahren viel Geld für Forschung zu Künstlicher Intelligenz aus. KI ist für Fortschritte bei selbstfahrende Autos ebenso von zentraler Bedeutung wie bei automatisierter Inhalte-Moderation. Die Konzern saugen dafür Universitäten leer und locken Forscher mit lukrativen Verträgen. Aber einige Wissenschaftler fürchten, dass die Firmen die Forschung vereinnahmen und die globale Entwicklung ausschließlich in ihre Richtung treiben.

Oberlandesgericht hebt Urteil gegen Sigi Maurer auf (Der Standard)
Das Oberlandesgericht Wien hat das Urteil gegen Sigi Maurer aufgehoben. Die grüne Ex-Abgeordnete hatte obszöne Privatnachrichten gegen sie sowie die Identität des Mannes dahinter veröffentlicht. Daraufhin wurde sie wegen übler Nachrede angezeigt.

EU gibt Pläne für gemeinsame Digitalsteuer auf (Spiegel Online/Reuters, 6 Minuten)
Die EU-Mitgliedstaaten haben es erfolgreich geschafft, die beiden Vorschläge der EU-Kommission zu einer europäischen und gerecht(er)en Besteuerung von Internetfirmen zu Fall zu bringen. Stattdessen soll eine weltweite OECD-Lösung Abhilfe schaffen. Irgendwann.

Das „schmutzige kleine Geheimnis“ der Gesichtserkennung: Millionen von Online-Fotos ohne Zustimmung verwendet (NBC News, 18 Minuten, englisch)
Millionen von Fotos werden unerlaubt verwendet, damit Systeme ihre Funktion zur Gesichtserkennung verbessern können. Das berichtet Olivia Solon in ihrer Recherche und macht deutlich, dass dieses Wissen letztendlich auch zur Überwachung eingesetzt werden könnte.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

3 Ergänzungen
  1. Ich weiß, dass Netzpolitik nicht alles aufgreifen kann. Aber der NBC Bericht über die Verwendung von Fotos für das Trainieren von Gesichtserkennungs-Software hat meine Meinung zu Creative Commons Lizenzen doch arg geändert. Vielleicht könntet Ihr doch noch über die Gefahren von Creative Commons Lizenzen berichten.

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.