Was vom Tage übrig blieb: Doch keine Fake-News-Flut, dafür Kontaktdaten von Instagram-Influencern im Netz

Die gezielte Verbreitung von Falschmeldungen in sozialen Medien soll doch nicht so oft vorkommen wie befürchtet, Kontaktinformationen von über 49 Millionen Instagram-Influencer:innen sind im Netz aufgetaucht, die bayerischen Datenschützer haben ihren Jahresbericht vorgelegt und Smartphones sind richtig gute Überwachungsgeräte. Die besten Reste des Tages.

Alles neu macht der Mai – im Unterschied zu gestern ist von Gewitterwolken und Blitzen derzeit nichts zu sehen.

Europawahl: Forscher halten Falschmeldungen für überschätztes Problem (Spiegel Online)
Seit der letzten US-Präsidentschaftswahl 2016 geht die Angst vor Desinformation und Falschmeldungen via Social Media um. Auch vor den EU-Wahlen wurde immer wieder vor Desinformations-Kampagnen gewarnt, die teilweise auch aus dem Ausland gesteuert würden. Jetzt gibt eine Studie des Oxford Internet Institute Entwarnung: Falschmeldungen mit einem Bezug zu den Europa-Wahlen seien ein überschätztes Problem und die Gefahr geringer als gedacht.

Millions of Instagram influencers had their private contact data scraped and exposed (TechCrunch)
Eine riesige Datenbank mit Kontaktinformationen von mehr als 49 Millionen Instagram-Influencer:innen, Prominenten und Markenkunden wurde online gefunden. Die Datenbank, die bei Amazon Web Services gehostet wurde, war öffentlich zugänglich und ohne Passwort geschützt. Nach Informationen von TechCrunch ist die Datenbank auf das in Mumbai ansässige Social-Media-Marketingunternehmen Chtrbox zurückzuführen. Nicht bekannt ist allerdings, woher das Unternehmen die Kontakte der Sternchen hatte.

Bayerischer Datenschutzbericht: DSGVO, Polizeigesetz und Co. (Bayerischer Landesbeauftragter für den Datenschutz)
Der Landesdatenschutzbeauftragte von Bayern hat seinen Tätigkeitsbericht der letzten beiden Jahre vorgestellt. Neben der Umsetzung der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), beschäftigten ihn das neue Bayerische Polizeigesetz und das Verfassungsschutzgesetz. Er kritisierte, dass der Begriff des Gefährders viel zu schwammig sei, dass Befugnisse der Behörden zu weit gingen und Auskünfte nur schwer zu bekommen seien. Zudem thematisiert der Bericht unter anderem den Datenschutz beim Betrieb elektronischer Wasserzähler mit Funkmodul oder unzulässige „Neugierabfragen“ von Meldedaten durch Angestellte in Ämtern.

Thanks to Facebook, Your Cellphone Company Is Watching You More Closely Than Ever (The Intercept)
Dass Smartphones die besten Überwachungsgeräte sind, weil man sie ständig mit sich herum trägt, sollte eigentlich nicht neu sein. Neu ist allerdings der Umfang, in dem Facebook und andere soziale Plattformen zusammen mit den Herstellern Nutzer:innen via Handy ausgespähen und persönliche Daten zum Verkauf anbieten. Aus einem vertraulichen Dokument von Facebook, das The Intercept vorliegt, soll hervorgehen, dass nicht nur technische Informationen über die Geräte der Facebook-Mitglieder und die Nutzung von Wi-Fi- und Mobilfunknetzen erfasst werden, sondern auch frühere Standorte, Interessen und sogar ihre sozialen Gruppen. Besonders skandalös dabei ist: Die Daten sollen auch zur Prüfung der Bonität verwendet werden.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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