ABC der Offenheit

Was ist Open Knowledge?

Wo sonst der Hinweis „alle Rechte vorbehalten“ prangt, steht bei Open Knowledge etwas anderes im Vordergrund. Der Zugang zu Wissen soll nicht mehr auf bestimmte, oftmals privilegierte Bevölkerungsgruppen beschränkt sein. Das nutzt uns allen.

Ein Strudel aus Büchern
Ein Strudel aus Informationen – wie kann das Wissen allen zugänglich gemacht werden? Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com Timo Volz

„Wissen ist offen, wenn jede:r darauf frei zugreifen, es nutzen, verändern und teilen kann – eingeschränkt höchstens durch Maßnahmen, die Ursprung und Offenheit des Wissens bewahren.“

Die Open Knowledge Foundation (OKF) und Wikimedia haben eine Broschüre mit dem Titel „ABC der Offenheit“ herausgegeben. Sie steht unter der Lizenz CC BY-SA 4.0, in den nächsten Wochen werden wir jeden Montag einen Ausschnitt daraus veröffentlichen. Unter anderem dazu, was es heißt, „offen“ zu arbeiten, wie „offene“ Herangehensweisen in verschiedenen Bereichen aussehen und welche Vorteile sie bringen.

Was ist Open Knowledge?

Freies Wissen – auch Open Knowledge genannt – bezeichnet Inhalte, deren freie Nutzbarkeit gewährleistet und deren Weiterverbreitung urheberrechtlich grundsätzlich erlaubt ist. Freies Wissen umfasst sowohl Inhalte wie Bücher, Filme oder Musik als auch Daten und Informationen. Offenes oder Freies Wissen steht unter freien Lizenzen.

Gilt im Urheberrecht im Normalfall „alle Rechte vorbehalten“, so wird daraus durch freie Lizenzen ein „manche Rechte vorbehalten“. Viele Nutzungen, wie zum Beispiel Bearbeitungen oder die Weitergabe von Inhalten, sind in diesem Fall dann vorab für alle erlaubt, ohne dass es noch weiterer individueller Absprachen mit den Urheberinnen und Urhebern bedarf.

Vorteile von Open Knowledge

Der freie Zugang zu Bildung und Wissen ist zentraler Pfeiler funktionierender Demokratien und Informationsgesellschaften. In der digitalen Gesellschaft wird Wissen auf eine andere Art und Weise angeeignet und weitergegeben. Eine Gesellschaft, die sich als Wissensgesellschaft versteht, ist daher gut beraten, wenn sie die Prozesse des Wissenstransfers konsequent öffnet und dabei möglichst viele Menschen teilhaben lässt.

Freies Wissen trägt dazu bei, den Zugang zu Wissen zu verbessern, indem dieser nicht mehr auf bestimmte, oftmals privilegierte Bevölkerungsgruppen beschränkt ist. Insbesondere kann Wissen im Internet orts- und zeitungebunden zur Verfügung gestellt werden. Freies Wissen bedeutet aber deutlich mehr als nur die Möglichkeit, kostenlos auf bestimmte Inhalte zugreifen zu können. Es ermöglicht vor allem neue Formen der kollaborativen Wissenserstellung, -verbreitung und -weiterentwicklung.

Das Beispiel Wikipedia

Das weltweit bekannteste und erfolgreichste Projekt Freien Wissens ist die Online-Enzyklopädie Wikipedia: Alle Inhalte stehen unter einer freien Lizenz, und alle Nutzerinnen und Nutzer dürfen die Inhalte weiterverwenden. Dazu müssen sie niemanden um Erlaubnis bitten und keine Lizenzgebühren zahlen. Sie dürfen Artikel beispielsweise ausdrucken oder eine Artikelsammlung anlegen und diese ins Internet stellen. Dabei müssen sie sich allerdings an Regeln halten: Erstens müssen sie angeben, woher der Inhalt stammt, und zweitens die Standardlizenz der Wikipedia angeben – eine Creative-Commons-Lizenz, die eine Nutzung unter Namensnennung und eine Weitergabe unter gleichen Bedingungen erlaubt.

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