Neuer VW-Chef Maschmeyer im Interview: „Wir leiten die Abgase direkt in die Cloud“

Überraschung in Wolfsburg: Der VW-Konzern macht den Finanzunternehmer Maschmeyer zum Chef. Wir konnten mit ihm über die weitere Digitalisierung des Unternehmens sprechen.

CC-BY-SA 3.0 Nikolaj Gerogiew

Was Friedrich Merz versagt blieb, wird für ihn nun wahr. Carsten Maschmeyer hat das Comeback in die große Wirtschaft und Politik geschafft und wird neuer Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG. Mit seinem guten Verbindungen zum Hannoveraner Adel und seinen exzentrischen Ideen soll er dem schlingernden Großkonzern wieder auf die Sprünge helfen. Sein Ausflug in das Privatfernsehen als Start-Up-Mentor hat ihn dazu inspiriert, bei VW jetzt auf die Cloud zu setzen. Wir trafen ihn am Rande eines Automobilkongresses.

netzpolitik.org: Herr Maschmeyer, trotz Diesel-Skandals und Strafzahlungen in Milliardenhöhe zumindest in den Vereinigten Staaten: Dürfen wir wieder in VW-Aktien investieren, was raten Sie uns Kleinanlegern?

Maschmeyer: Grundsätzlich ja. VW hat sich in den letzten Jahren, was den Megatrend Digitalisierung angeht, hervorragend entwickelt. Das geht leider in der Debatte etwas unter. Man muss nämlich auch mal sagen: Unsere Ingenieure und Programmierer haben viel Zeit und Kraft hineingesteckt, eine spezielle Software zu schreiben, die eigenständig den Motor steuern und auch die Merkmale eines Abgastestzentrums erkennen kann. Ich bewundere diesen Aspekt des Fortschritts. Das dann Wirtschaftskriminalität zu nennen ist für mich Ausdruck einer typisch deutschen Neiddebatte.

netzpolitik.org: Was planen Sie bei VW für die nächsten Jahre?

Maschmeyer: Wir werden in dieser Zeit die spannendsten Innovationen und höchsten Investments sehen, die VW bisher hatte. Ich sehe die größten Potentiale in der Cloud. Wenn wir einmal diesen Speicherplatz haben, eröffnen sich uns ganz neue Geschäftsfelder – ganz abgesehen davon, dass wir dann die Hardware-Nachrüstungen umgehen können, weil wir die Abgase direkt in die Cloud leiten können. Dieses radikale Umdenken ist nun einmal mein Markenzeichen und deswegen wollte man mich auch.

netzpolitik.org: Der Ex-Bundespräsident Christian Wulf und Altkanzler Gerhard Schröder wurden in den vergangenen Tagen immer wieder an der Wolfsburger Konzernzentrale gesichtet. Hatten die etwas mit ihrer jetzigen Berufung zu tun?

Maschmeyer: Natürlich kennt man sich. Aber das hat nichts miteinander zu tun. Das Leben hat es sehr gut mit mir gemeint. Deshalb will ich etwas zurückgeben. Andere schreiben einen Scheck, das ist in einer Minute erledigt. Danach kümmern sie sich um nichts mehr. Das ist mir zu wenig, ich möchte die Wirtschaft stärken und ihr Antreiber, ja wenn Sie so wollen, ihr Motor sein. Ich bin überzeugt, dass wir bei VW der Welt, aber auch der Umwelt, etwas Gutes tun. Einerseits durch Investitionen, andererseits durch Inspiration.

netzpolitik.org: Vielen Dank für das Gespräch.

Dies ist ein Beitrag der Ausgabe zum 1. April 2019, Inhalte sind teilweise frei erfunden und unrichtig.

18 Ergänzungen
  1. „Abgase direkt in die Cloud“.. ja, iss klar. Weil da neben dem VW Vorstand schon andere Eliten drin hocken oder?

    Schlechter „April“scherz!

  2. Beinahe hätte ich es ernst genommen, denn die Kritik an Abgastricks Neiddebatte zu nennen, traut man ihn zu. Abgase in die Cloud ist dann doch zu absurd. Danke für den Wecker.

    1. Absurt aber nicht unmöglich.
      Nachdem Herr Maschmeier in der Finanzbranche dutzende Menschen betrogen hat, sind seine Künste bei VW bestens angebracht!
      Vom Regen in die Traufe!

  3. „… weil wir die Abgase direkt in die Cloud leiten können.“

    Wenn sich Herr Maschmeyer mit dieser Idee mal nicht „mit fremden Federn“ schmückt. Dürfte doch eher von unseren Digital-Koryphäen Oettinger und Voss stammen. Ist ansich ganz simpel. Im Auspuff wird ein upload-Filter eingebaut.

  4. Da die „Cloud“ inzwischen Spitzenreiter beim CO2 Ausstoß ist. also mehr emissioniert als alle Autos zusammen und auch in der Bilanz der Volkwirtschaften ( noch, mit aufrückender Tendenz ) auf traurigen PLatz 3, wäre es dann nicht besser, die Cloud leitet die CO2 Emissionen und die Autos und nicht umgekehrt ? Aber ups, auch am 1. April sollte hier natürlich nicht das selbstverständliche positive Heilversprechen der unbegrenzten Digitalisierung in Frage gestellt werden !

  5. Maschmeyer einer der symphatischsten Wirtschaftsbosse die Deutschland je hatte und hat.
    Wie seine Frau, ebenfalls eine der Besten ihres Fachs.
    Er sollte Kanzler werden.

  6. Herr Maschmeyer, vereint Kompetenz mit unternehmerischem Geschick. Er sollte eine viel wichtigere Rolle in diesem unserem Land spielen.

  7. Unglaublich wieder wird das gute Geld im Sand gesetzt die Mitarbeiter von VW könnten es viel besser gebrauchen um eine 100,% Lösung zu finden.Der MM sollte weiter im Tv bleiben.

  8. Man muss in Deutschland, die Menschen betrügen und Steuerhinterziehung machen sowie Maschmeyer und Riesterrente und für unseren Ex Kanzler, alles Regeln Firma Holzmann retten alles Lüge, dann wird man in unserem Land was. Leider der kleine geht ins Gefängnis wegen BVG oder Rundfunkgebühren. Was ist aus Deutschland geworden. Eine Schande. Aber Betrüger werden noch belohnt.

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.