Demokratie

Studie: Wie demokratische Technologien gestärkt werden können

Die Knight Foundation hat eine Studie zu Civic-Tech-Projekten und -Förderung in den USA veröffentlicht. Dort geht es um den Status zahlreicher Projekte, die mit offenen Technologien und Infrastrukturen arbeiten, und um Strategien, wie sie sich auf Dauer finanzieren und mehr Menschen erreichen können.

Civic-Tech-Projekt in Deutschland: Visualisierung des Haushalts von Berlin in 2017. CC0 Screenshot auf offenerhaushalt.de

In Zeiten, in denen große IT-Unternehmen oft nur ein neues Feature in bestehende Plattformen und Produkte einbauen müssen, um der Konkurrenz ein Schnippchen zu schlagen, ist es konsequent, ihnen auf einer fundamentalen Ebene zu begegnen. Civic Tech, mittlerweile eine Bewegung, möchte mittels Technik Bürger und Bürgerinnen ermächtigen und Regierungen kontrollieren – mithilfe von offen entwickelten Apps, Webseiten sowie Hardware oder freiem WLAN.

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Die Knight Foundation fördert in den USA schon lange Civic-Tech-Projekte. Sie hält nun in einer Studie fest, was es braucht, damit diese langfristig erhalten bleiben und noch mehr Menschen erreichen können. Jene, die direkt mit Regierungen zusammenarbeiten und mitunter von ihnen finanziert werden, haben weniger Probleme. Dazu gehört beispielsweise die App Civic Insight, die Bürgern und Bürgerinnen in einigen Städten in den USA Verwaltungsvorgänge zum Bau von Gebäuden in ihrer Nachbarschaft anzeigt. Laut der Studie fehlt jedoch in der Breite die finanzielle Ausstattung (eigene Übersetzung):

Die Studie sollte ursprünglich eine Reihe von Organisationen vorstellen, die eine solide finanzielle Grundlage erreicht haben. Stattdessen fand sie, dass sogar die Organisationen, die am meisten als Erfolgsgeschichten zitiert werden, Probleme mit der Tragfähigkeit haben. […] Wenige Organisationen können bisher als wirklich tragfähig beschrieben werden. Das kann teilweise am jungen Alter des Felds liegen.

Junges Feld, neue Strategien

Geld sei jedoch vorhanden. Vor allem in den USA gebe es nach der Wahl 2016 eine hohe Motivation, Demokratie und Bürgerbeteiligung zu unterstützen. Um davon auch profitieren zu können, empfiehlt die Stiftung sowohl Fördernden als auch konkreten Projekten, ihre Strategien zu verbessern. Hier eine Zusammenfassung:

  • Einige Organisationen haben ohne Businessplan, Verkaufs- oder Fundraisingstrategie angefangen. Ertragsmodelle, Ziele sowie Kapitalbedarf sollten von Anfang an definiert werden. Außerdem sei es wichtig, die eigene Wirkung zu messen und zu kommunizieren.
  • Wer das tut, kann auch einfacher an Folgeförderung kommen, die an bestimmte Nachweise gebunden ist. Strategisch klug sei zudem, bestimmte Bereiche wie Gesundheit, ökonomische Entwicklung oder Demokratie im Auge zu behalten und Geldgeber in diesen Feldern anzusprechen. Diese sollten sich zudem zusammenschließen, wie beispielsweise mit der Latin American Alliance for Civic Technology geschehen.
  • Geldgeber sollten zudem zusammenarbeiten, um öffentliche Ausschreibungsprozesse zu verstehen, das Wissen darüber an Civic-Tech-Projekte weiterzugeben und Probleme anzusprechen, die bei Reformen von Ausschreibungsprozessen beachtet werden sollten. Inkubatoren und Akzeleratoren könnten sozial orientierte Start-Ups beim Prototyping unterstützen, unter anderem durch Feedback von Investoren, Kollegen und Nutzern und Nutzerinnen.

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Ein Kommentar
  1. Solange wie in Deutschland selbst die so uneigennützigen Civic-Tech-Apologeten ausschließlich ihren jeweils eigenen Kram wiederkauen und anderes nicht kennen, wird das hier nie was.

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