In Ungarn werden nun mehr als 400 Medienseiten, Zeitungen, Radiostationen und TV-Sender unter einer regierungstreuen Holding mit dem Namen „Central European Press and Media Foundation“ zusammengefasst.
Die New York Times berichtete letzten Freitag:
In koordinierten Ankündigungen erklärten am Mittwoch mehr als ein Dutzend Medieninhaber die Übertragung von über 400 Nachrichten-Webseiten, Zeitungen, Fernsehsender und Radiosendern an die Zentraleuropäische Presse- und Medien-Stiftung, eine im August gegründete Gruppe, die zuvor wenig Einfluss in ungarischen Medien hatte. Die meisten der Eigentümer, regierungsfreundliche Geschäftsmogule, sagten, sie würden keine Entschädigung für die Eigentumsrechte erhalten.
Laut dem Bericht in der New York Times ist der Deal eher symbolisch. Die betroffenen Medien sind heute schon Pro-Orbán. Hierfür hat Orbán kritische Medien systematisch von staatlichen Anzeigengeldern ausgeschlossen. Während im Jahr 2015 laut einer Untersuchung etwa 31 Medien eine regierungsfreundliche Ausrichtung hatten, sind es heute mehr als 500. Die Zeiten des medialen Pluralismus in Ungarn sind endgültig vorbei. Im Pressefreiheitsindex von Reporter ohne Grenzen steht Ungarn nur noch auf Platz 73 von 180.
