Öffentlichkeit

Online-Nutzung: Weiterhin strukturelle Unterschiede je nach Alter und Geschlecht

Auch in diesem Jahr setzen sich die großen Trends fort: Fast alle deutschsprechenden Menschen nutzen das Internet mittlerweile in irgendeiner Form. Laut ARD/ZDF-Onlinestudie sind sie immer häufiger und länger online – Jugendliche über sechs Stunden am Tag. Die mobile Nutzung steigt rasant und mediale Angebote nehmen immer mehr Raum ein.

Ob Musik, Filme, Podcasts oder Artikel – Medien werden immer häufiger online konsumiert. Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com Victoria Heath

Heute erschien die diesjährige ARD/ZDF-Onlinestudie. Seit 1997 wird im Rahmen dieser Studienreihe jährlich untersucht, wie sich die Internetnutzung im deutschsprachigen Raum entwickelt und welche Rolle die verschiedenen Angebote spielen. Die statistisch representativen Ergebnisse basieren auf Telefon-Interviews mit rund zweitausend deutschsprechenden Personen ab 14 Jahren.


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Immer mehr online

Wie in den Vorjahren ist die Internetnutzung weiter deutlich angestiegen: 90,3 Prozent der Befragten nutzen das Internet inzwischen mindestens gelegentlich, 77 Prozent sind sogar täglich online. Laut D21-Digital-Index, der im Bereich der Internetnutzung auf einer deutlich größeren Stichprobe beruht, liegt die Anzahl der Nutzer*innen allerdings nur bei rund 80 Prozent. Die Abweichungen könnten darauf zurückzuführen sein, dass in der ARD/ZDF-Onlinestudie auch diejenigen Personen als Internet-Nutzer*innen eingestuft wurden, die sich selbst gar nicht als solche bezeichnen würden: Sie nutzen das Internet nur unbewusst und verstehen beispielsweise die Nutzung von Messengern oder anderen Apps nicht als Internetnutzung.

Sicher ist jedoch: Das Internet wird von immer mehr Menschen immer regelmäßiger und länger genutzt. In der Gruppe der 14- bis 29-jährigen ist die durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer beispielsweise seit dem letzten Jahr um weitere 79 Minuten auf 353 Minuten gestiegen. Das entspricht knapp sechs Stunden täglicher Internetnutzung. Unabhängig von der Nutzungsdauer wurde in den Personengruppen mit fortgeschrittenem Alter der größte Zuwachs in der täglichen Nutzungsfrequenz festgestellt: Unter den 40- bis 49-Jährigen stieg der Anteil täglicher Nutzer*innen um 8 Prozent, bei den ab 70-Jährigen um 6,1 Prozent.

Ansonsten gilt: Die mobile Nutzung wächst weiterhin rasant. Neben der Nutzung des Internets für Kommunikationszwecke, nimmt zudem der Medienkonsum im Internet eine immer wichtigere Rolle ein. Gerade das junge Publikum konsumiert Inhalte dabei immer öfter orts- und zeitunabhängig (z.B. über Mediatheken oder Online-Streaming-Dienste).

Strukturelle Unterschiede in der Internetnutzung

Ein weiterer Trend betrifft den Rückgang der Schere zwischen den Geschlechtern. Die Studien der vergangenen Jahre zeigten, dass Personen, die sich als männlich identifizieren, das Internet im Durschnitt häufiger und länger nutzen. Die Differenz zwischen den Anteilen regelmäßiger männlicher (78,2 Prozent) und weiblicher (75,9 Prozent) Internet-Nutzer*innen ist von gut 10 Prozentpunkten im Jahr 2015 auf gut 2 Prozentpunkte im Jahr 2018 gesunken. Trotzdem sind Frauen durchschnittlich eine gute halbe Stunde weniger online. Unter den Personen, die das Internet noch nie verwendet haben, sind zudem überdurchschnittlich viele ältere Frauen vertreten.

Vielleicht etwas überraschend sind außerdem die Angaben der Befragten über ihre Lesegepflogenheiten. Durchschnittlich werden täglich 30 Minuten für das Lesen von Online-Inhalten genutzt – nur zwei Minuten weniger als für visuelle Inhalte wie Bilder oder Videos. Audio-Inhalte werden etwas weniger konsumiert. Im Durchschnitt hören sich die Befragten täglich 25 Minuten lang Inhalte an, ob Musik, Podcasts oder Radiobeiträge. Dabei gibt es jedoch Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Unter 30-jährige schauen sich im Vergleich zu höheren Altersgruppen durchschnittlich länger visuelle Inhalte an. Bei textbasierten Inhalten ist dieses Verhältnis ausgeglichener.

Erstmals wurde zudem erhoben, ob bereits Erfahrungen mit Sprachassistenten gesammelt wurden. Ein Drittel der Befragten hat bereits eine Form der Sprachassistenz genutzt. Apples Siri liegt in diesem Rennen vorn, danach folgen Google Now und Amazon Alexa.

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Ein Kommentar
  1. „(…) Personen, die sich als männlich identifizieren, das Internet im Durschnitt häufiger und länger nutzen. Die Differenz zwischen den Anteilen regelmäßiger männlicher (78,2 Prozent) und weiblicher (75,9 Prozent) Internet-Nutzer*innen ist von gut 10 Prozentpunkten im Jahr 2015 auf gut 2 Prozentpunkte im Jahr 2018 gesunken. Trotzdem sind Frauen (…)“

    „die sich als männlich identifizieren“ = Männer?
    „weibliche Nutzer*innen“ = weibliche Nutzer? Nutzerinnen?
    „männliche Nutzer*innen“ = männliche Nutzer? Nutzer?
    „Frauen“ = die sich nicht nur als Frauen identifizieren, sondern sind?

    Konsistenz beim Schreiben hilft, den Text verständlicher zu gestalten, insbesondere, wenn es um harte Fakten (hier Zahlen) geht. Bei dem Versuch, sich politisch absolut korrekt auszudrücken, kann manchmal, wie hier, die Korrektheit der Aussagen in Mitleidenschaft gezogen werden.

    (Nennt mich Maskulist, oder Maskulist*in, Sexist*in, wasweißich. Wenn ich das wäre, dann wären diese Namen genau das, was ich hören wollen würde. Wenn ich es nicht wäre, dann tätet ihr mir Unrecht. Ist mir egal, Stock und Stein.)

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