Linkschleuder

Niederländischer Geheimdienst lieferte USA angeblich Hinweise für russische Einmischung in US-Wahl

Die russische Spionagegruppe Cozy Bear operiert angeblich von einem Bürogebäude unweit des Roten Platzes in Moskau aus. CC-BY 4.0 Anton Scherbakov

Nach einem Bericht der Zeitung De Volkskrant infiltrierte der niederländische Geheimdienst AIVD über mehr als ein Jahr hinweg die russische Spionagegruppe Cozy Bear, die für den russischen Auslandsgeheimdienst SVR arbeiten soll. Die niederländischen Spione trugen dabei wesentlich zu den Enthüllungen über die russische Einmischung in die US-Präsidentenwahl 2016 bei, schreibt das Blatt:

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Der niederländische Zugang lieferte entscheidende Hinweise auf die russische Beteiligung an Bespitzelung der Demokratischen Partei, heißt es von sechs amerikanischen und niederländischen Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, aber anonym bleiben wollen. Auf dieser Basis startete das FBI eine Untersuchung der russischen Einmischung in den Wahlkampf zwischen der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton und dem republikanischen Kandidaten Donald Trump.

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18 Kommentare
  1. Wenn sich 50% meiner Bekannten und Freunden mit Mafiosis treffen und verkehren, dann muss ich davon ausgehen, dass meine Umwelt mich in Verbindung mit Mafiosis sieht. Dasselbe gilt für Trump. Er kann sich nicht einfach herausreden und Unwissenheit vorspielen.

    Besonders interessant ist Michael Flynn, der gerne mit Autokraten wie Putin und Erdogan zusammen arbeitet.

    https://www.theguardian.com/us-news/2017/dec/01/trumps-ex-national-security-adviser-michael-flynn-charged-with-lying-to-fbi

    https://www.cicero.de/aussenpolitik/Tuerkei-Erdogan-Prozess-Zarrab-Guelen-Bewegung

    1. hmm? Ist das nicht Standard, dass Politiker und Geschäftsleute mit Autokraten zusammen arbeiten?
      Es gibt zwei Möglichkeiten. Man hält das für verwerflich, dann sollte es verboten werden. Dann dürfen wir aber keine Waffen an und Öl von Saudi Arabien mehr kaufen. Aber es gibt noch eine Reihe weiterer Staaten deren Herrscher deutlich Autoritärer als Putin sind. Soweit ich das von hier mitbekommen, ist die Zustimmung zu Putin deutlich größér als bei uns und die Menschen können ihn dort wählen, was bei manch anderen Despoten nicht der Fall ist.

      Oder man versucht durch Diplomatie und Gesprächen die Beziehungen so zu verbessern, dass auch politischer Einfluss möglich ist. So wie die Ostpolitik unter Brandt. Dazu muss aber mit den entsprechenden Beteiligten gesprochen werden. Wenn aber schon das „sprechen“ als etwas ungehöriges gilt, dann sind wir wohl eher am Anfang eines kriegerischen Konflikts, der aber eindeutig von denene ausgeht die nicht mehr sprechen wollen.

      Ich halte es daher nach wie vor für etwas richtiges, wenn Politiker und natürlich erst Recht Berater mit allen sprechen.

      1. Hallo Struppi,
        Ich finde Du übervereinfachst es etwas. Es gibt große Unterschiede. Zum einen ist es nicht ganz unerheblich in welcher Funktion gesprochen wird. In politischer Funktion, also bspw. auf parlamentarischer Ebene oder in geschäftlicher Funktion. Zum anderen ist die Motivation mindestens genauso wichtig. Das hast Du ja gut am Beispiel Brandt’s dargestellt. Spricht jemand mit Regierungen/Diktatoren/Herrschern um Probleme zu lösen? Oder geht es um persönliche Vorteile und Nachteile eines anderen? Wenn es um letzteres, dann sollten solche Gespräche meines Erachtens untersucht werden, sind ggf. zu verurteilen und sollten Konsequenzen nach sich ziehen.

  2. Ein holländischer Geheimdienst berichtet ohne Beweise über angeblich aufgedeckte Aktivitäten. Ja, ich kann mich erinnern, dass der BND Nachrichten über Massenvernichtungswaffen „ermittelt“ hatte, die dann Collin Powells als Fakenews im UN-Sicherheitsrat vorgelegt hatte, um den Ölraub im Irak zu legitimieren. Ergebnis war die Schaffung des IS und drei Millionen syrische Flüchtlinge für die Türkei und eine Millionen für uns. Die Massenvernichtungswaffen waren erstunken und erlogen wie die erschlagenen Babys in Kuwait für den Irak-Überfall des Vater Bush. Der Geheim dienstzweig des FBI ermittelt angeblich seit Jahren wegen einer Beteiligung der Russen am Trump-Sieg. Trotz Abhorchen des Trump-Towers wurden immer noch keine Beweise vorgelegt.- Es ist Kerngeschäft von Geheimdiensten, mit erstunkenen und erlogenen Nachrichten, die Bürger zu verblöden. Eine Zeitlang wurde uns von der „Presse“ eingeredet, dass Cambridge Anayltics auf Fecebook die Wähler in USA so manipuliert hat, dass Cambridge Analytics die Ursache für den Sieg Trumps gewesen sein sollen. Als die dann zurückruderten mit ihrem Marketingsgesülze, sprang das wieder der Geheimdienst ein und verbreitet die Russenverschwörungstheorie.
    Interessant ist aber, dass „Journalisten“ von den alten Grundsätzen von echten Journalisten und Geheimdiensten ablassen, sich stets um eine Bestätigung aus zweiter Quelle zu kümmern, um schneller Kasse zu machen. Man will immer der erste sein, der die Fakenews raus haut. Qualität war früher. Speed und VT zählen heute.
    Für Jungjournalisten empfehle ich den Umberto Eco „Nullnummer“ wo er die modernen Mechanismus im VT-Journalismus diskutiert. Im „Friedhof von Prag“ hatte Econ schon dekliniert, wie man das Zustandekommen der „Protokolle der Weisen von Zion“ erklären kann, die als Roman in Paris erfunden wurde, vom russischen Geheimdienst antisemitsch in Umlauf gebracht wurden und dann vom Buchautor Adolf Hitler zu richtig viel Cash gemacht wurde (von dem Honorar für „Mein Kampf“ konnte er sich am Obersalzberg einnisten).
    Aber gut, man kann auch weiter das als Nachrichten raus hauen, was Geheimdienste für den Presseservice liefern :-)

    1. DANKE!

      Journalismus ist für mich in weiten Teilen gestorben, seit dem „fast to market“ wichtiger geworden zu sein scheint, als überprüfte, hinterfragte Fakten sachgerecht sowie verständlich aufbereitet dem Leser zu präsentieren. Von Flüchtigkeitsfehlern/Rechtschreibung/Grammatik- und Satzzeichenfehlern ganz abgesehen. Lektorat war vorgestern, kostet ja nur Geld…

      1. Hört auf zu heulen, echt. Jeder kann, darf und soll lesen was er will. Wenn Ihr den Großteil der Medien Kacke findet, ist das doch ok. Niemand zwingt Euch B*ld oder W*lt oder sonst eine Grütze zu lesen. M.E. gibt es noch genug Redaktionen, die ordentliche Arbeit machen – zumindest reichts für meine Ansprüche. Ob mir die angegebenen Quellen dann für ein umfassendes Bild reichen oder ich lieber selber nochmal recherchiere kann ich ja immer noch auf Fallbasis entscheiden. Die einen jammern rum, wenn Nachrichten gebracht werden, die vor zwei Tagen schon auf irgendeinem anderen Portal zu lesen waren, die anderen finden’s daneben, wenn die Nachrichten zu schnell veröffentlicht werden und wollen lieber ein umfassendes Bild. Recht machen kann’s keiner.
        Wenn ich mir hier im Blog manche Kommentare anschaue, dann scheinen viele ja schon Probleme zu haben überhaupt Zitate in einem Artikel zu erkennen, einer Quellenangabe zu folgen oder einen Artikel überhaupt mal zu Ende zu lesen.

        Immer nur auf die Journalisten einzutreten, die ja sowieso ihr Handwerk nicht verstehen und uns natürlich alle für dumm verkaufen wollen ist mir echt zu pauschal.

  3. Es ist nicht neu, dass Geheimdienste versuchen sich gegenseitig auszuspionieren. Aber die US-Wahlergebnisse kann man so nicht manipulieren. Da mögen bitte echte, gerichtsfeste Beweise vergelegt werden, sonst würde ich die Nachricht als fake news oder althochdeutsch Zeitungsente verunglimpfen wollen. Als Ami hätte ich jedes, wirklich jedes andere Übel Frau Clinton vorgezogen. So, und nicht durch absurde Verschwörungstheorien, kam Trump an die Macht. Wie bei uns Frau Merkel, als kleineres Übel. …

    1. „Aber die US-Wahlergebnisse kann man so nicht manipulieren.“

      Sei doch nicht so streng, natürlich ist das Hacken des US Aussenministeriums und des Weissen Hauses eine Manipulation der US Wahlen, das sind ja auch keine legitimen Spionageziele! Etwas anderes anzunehmen wäre ja nun schon etwas arg post-postfaktisch! ;)

      Der beste Absatz ist der hier: „This battle lasts 24 hours, according to American media.

      The Russians are extremely aggressive but do not know they’re being spied on. Thanks to the Dutch spies, the NSA and FBI are able to counter the enemy with enormous speed.“

      Da hört man doch förmlich wie den US-Agenten die IP-Granaten um die Ohren geflogen sind! :D

    2. Mhm. Und wodurch wird Frau Clinton für Dich zum Übel? Falls Du sie nicht persönlich kennst oder jemandem vertraust, der sie kennt – dann wahrscheinlich durch Informationen aus dritter Hand, oder? Presse, Medien, Trolle, Gesellschaftlicher Druck, was auch immer. Ist nichts anderes als Manipulation.

      1. Natürlich wird ein Politiker nicht zum Übel, weil jemand ihn oder sie persönlich kennt. Oder willst du mir wirklich erzählen, dass du jeden Politiker für den du dich entscheidest und wählst persönlich kennst?
        Dein Name scheint Programm.

        1. Das ist doch genau der Punkt, struppi. Natürlich kenne ich diejenigen die ich wähle nicht persönlich. Also muss ich mich über Dritte informieren, hauptsächlich wahrscheinlich über die Presse, andere Medien, soziale Netzwerke, such Dir was aus. Damit lasse ich mich durch eben diese manipulieren. Was ich damit eigentlich sagen will ist, dass Wahlen natürlich manipulierbar sind. Auch die US Wahl. Michael’s These ist ja, dass genau das nicht möglich ist. Wahrscheinlich ist aber, dass es in den letzten Jahren sogar noch einfacher geworden ist. Ob dann der Einfluss von einzelnen Mitspielern wie den Russen ausreicht… keine Ahnung.

  4. Ich frage mich, warum Netzpolitik.org unbedingt solche Meldungen verbreitet muss oder möchte?

    Ja, die zugrunde liegende Aktion passierte im Netz, aber das ganze drumherum ist eigentlich eine grosse Inzenierung, damit letztlich das Netz mehr überwacht und reglementiert werden kann. Oder glaubt ihr wirklich hier ginge es um „Auklärung“ darum wie böse die Russen sind?
    Sicher nicht, es geht darum mehr Rechte für die Geheimdienste zu bekommen, das kann nicht das Anliegen von euch sein.

    Daher wäre es eher eure Aufgabe solche Meldungen kritisch zu hinterfragen, was leider kaum passiert. So wie es z.b. andere Journalisten auch gemacht haben
    https://media.ccc.de/v/34c3-9268-social_bots_fake_news_und_filterblasen/oembed

    Ihr verbreitet aber meiner Ansicht Propagandameldungen des mit Abstands größten Geheimdienst der Welt, die mit Abstand die heftigste Kontrolle und Überwachung des Internets ausüben. Netzpolitik.org macht sich damit zum verlängerten Arm der CIA/NSA die hinter solchen Meldungen stehen.

  5. Na super. Da können NATO und ihre Hauptmacht USA doch in diesem Jahr mal zeigen, dass sie in Rußland die Wahl so manipulieren können, dass ein Anderer als Putin in diesem Riesenreich als Zar amtieren darf. Jede Wette, das wird nicht gelingen. Die Amis hatten quasi keine Alternative zu Trump. Jetzt müssen sie ein Weichen unter ihm als oberstem Häuptling leben. So ist das mit den „kleineren Übeln“, da können viele Völker ein Lied von singen. „Wahlen“ bedeuten zwar nicht wirklich Demokratie, aber sonst wären sie auch verboten.

  6. Und wer regt sich darüber auf, daß Obama sich 2013 und 2017 als Merkels Wahlhelfer hinstellte?
    Haben sich die USA da etwa nicht in den Wahlkampf eingemischt?

    Ist Wahlkampf nicht grundsätzlich (der Versuch der) Wählermanipulation?

    1. >> „Haben sich die USA da etwa nicht in den Wahlkampf eingemischt?“
      Natürlich. Allerdings legal und öffentlich, so dass es jeder mitbekam.

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