Der peruanische Kongressabgeordnete Yonhy Lescano von der Partei Acción Popular hat ein Gesetz vorgeschlagen, dass die Verbreitung aller Arten von Pornografie im Land verbieten soll. Würde das Gesetz vom Kongress beschlossen, würde das Land eine Zensurinfrastruktur aufbauen.
Die digitale Bürgerrechtsorganisation Hiperderecho wendet sich aus verschiedenen Gründen gegen die Gesetzesinitiative. Einerseits sei der Konsum von Pornografie, wie auch immer man moralisch dazu stehe, in Peru nicht verboten und ein Verbot ein Eingriff in die Freiheit der Menschen.
Zum anderen kritisieren die Bürgerrechtler, dass eine Filterung von Pornografie nicht möglich sei, ohne eine Zensurinfrastruktur aufzubauen und dabei mehr Seiten zu blockieren als nötig. So seien von einem umfassenden Pornografieverbot auch große Webseiten wie Blogger oder Tumblr betroffen. Eine vorhandene Zensurinfrastruktur können außerdem dazu genutzt werden, auch andere Inhalte zu zensieren.
Gegenüber netzpolitik.org sagt Miguel Morachimo, Rechtsanwalt und Vorsitzender von Hiperderecho:
Das Gesetz zeigt, dass bestimmte Politiker weder Meinungsfreiheit verstehen noch wie das Internet funktioniert. Zu fordern, dass jede Porno-Webseite geblockt werden soll, kommt dem Verbot der Produktion und des Konsums eindeutig legaler Inhalte gleich. Außerdem könnte das Gesetz indirekt die Türe zur Zensur von anderen Inhalten, Programmen und Äußerungen im Netz öffnen.
Peru habe auch heute schon ausreichende gesetzliche Regelungen zum Schutz Minderjähriger. Hiperderecho kündigt an, vor das Verfassungsgericht zu ziehen, sollte die Gesetzesinitiative erfolgreich sein.
