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Mexiko: Auch internationale Ermittler Ziel von Staatstrojanern

„Lebendig hat man sie mitgenommen. Lebendig wollen wir sie wiederhaben. Solidarität mit den 43 verschwundenen Studenten“, steht auf einem Graffiti in Mexiko. CC-BY-SA 4.0 Sortica

Eine internationale Delegation von unabhängigen Ermittlern ist mit der Spähsoftware Pegasus des israelischen Herstellers NSO attackiert worden. Wie das kanadische Forschungsinstitut Citizen Lab berichtet, fanden sich auf Mobiltelefonen der Ermittler Spuren des Staatstrojaners, dessen Verwendung Citizen Lab kürzlich auch bei mehreren Angriffen auf kritische Journalisten, Aktivisten und führende Oppositionspolitiker in Mexiko nachwies. Die Ermittler sollten das Verschwinden von 43 Studenten in der Stadt Iguala im Jahr 2014 aufklären.


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Die New York Times schreibt dazu (eigene Übersetzung):

Der Hauptansprechpartner der Gruppe von Ermittlern erhielt mit der Spähsoftware Pegasus durchzogene Textnachrichten; eine Cyberwaffe, für die die Regierung von Mexiko zweistellige Millionenbeträge ausgab, wie eine unabhängige Analyse ergeben hat. Das Mobiltelefon des Koordinators wurde von fast allen Gruppenmitgliedern als Kommunikationsmittel zwischen Ermittlern, ihren Quellen, der internationalen Kommission und der mexikanischen Regierung genutzt.

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3 Kommentare
  1. Das waren keine mexikanischen Ermittler, die den Staatstrojaner nutzten, das müssen die Kartelle gewesen sein, die den Staatstrojaner missbräuchlich zu ihrem Nutzen verwendeten, dem mexikanischen Geheimdienst trifft also keine Schuld!

    Aber das die Kartelle Mexikos Zugriff auf den Staatstrojaner hatten, das war nicht vorhersehbar, das konnte doch keiner Ahnen oder für Möglich halten, nicht?

    Sowas kann in Deutschland mit dem Staatstrojaner nicht passieren, ein überwachter Terrorist (z.B. ein Menschenrechtler oder der einer, der das Wort Gentrifikation aussprach bzw. schlimmer, etwas darüber schrieb https://de.m.wikipedia.org/wiki/Andrej_Holm ) evtl. dies bemerkt und sein Telefon dem CCC übergibt, der CCC ist auch so eine cyberterroristische Vereinigung, die dem Frieden unserer Unionspolitiker im Wege steht und weggeräumt werden muss!

    Ich denke mal. das sollte als Ansporn und Hetze reichen!

  2. „[…] das müssen die Kartelle gewesen sein, […]“

    Gibt es dafür irgendwelche Belege?
    Im Kontext der Fundorte der NSO-Malware in Mexiko, der Zeitlinie und der Reaktion der mexikanischen Regierung darauf kann es kaum Zweifel daran geben, dass diese ihre Regierungsmalware dazu benutzt, ihr unliebsame Personen auszuspionieren.
    Was nicht ausschliest, das Kartelle und Teile der Regierung eins sind.

    1. Du weist doch wie das bei „unseren Masterminds“ läuft bzw. laufen könnte.

      Unsere Masterminds hacken ihren eigenen Trojaner (versehen diesen mit einer versteckten Hintertür), den sie überwachen können, so dieser „geklaut“ würde.
      Der so präparierte Trojaner wird in Umlauf gebracht, wie ist egal, dieser wird von den Dieben reengineert und eingesetzt.
      Unsere Masterminds gehen jetzt davon aus, das die Diebe die Hintertürmanipulation übersehen und so unsere Dienste ebenfalls Informationen abschnorcheln können.
      Ferner könnte man die Interessen/Spielwiesen der Diebe überwachen und auch die Interessenlage der Diebe eruieren und evtl. auch Löcher in den eigenen Reihen stopfen, falls der Trojaner gegen Behörden/Dienste eingesetzt würde!

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