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Mattel bringt doch keine Assistenzwanze für Kinder heraus

Protest lohnt sich: Der Spielwarenhersteller Mattel wird den intelligenten Lautsprecher „Aristotle“ nicht auf den Markt bringen. Das Gerät sollte eine Mischung aus Überwachungskamera, Babyphone, Nachtlicht und Gesprächspartner für Kinder sein. Laut einem Bericht der Washington Post zog Mattel das Spielzeug zurück, weil es nicht zur neuen Technologie-Strategie des Unternehmens passe. Hintergrund des Rückzugs dürfte aber…

  • Markus Reuter
– Alle Rechte vorbehalten: Mattel

Protest lohnt sich: Der Spielwarenhersteller Mattel wird den intelligenten Lautsprecher „Aristotle“ nicht auf den Markt bringen. Das Gerät sollte eine Mischung aus Überwachungskamera, Babyphone, Nachtlicht und Gesprächspartner für Kinder sein.

Laut einem Bericht der Washington Post zog Mattel das Spielzeug zurück, weil es nicht zur neuen Technologie-Strategie des Unternehmens passe. Hintergrund des Rückzugs dürfte aber vor allem die lauter werdende Kritik am Gerät gewesen sein. Etwa 15.000 Menschen hatten eine Petition gegen das Produkt unterzeichnet. Darüber hinaus äußerten Kritiker Bedenken hinsichtlich Datensicherheit und Datenschutz sowie an den nicht erforschten Auswirkungen eines solchen Gerätes auf die Entwicklung von Kindern. Zuletzt hatten Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses und des Senats mehr Informationen von Mattel gefordert.

Der Spielzeug-Konzern steht nicht zum ersten Mal wegen eines smarten Produkts in der Kritik. Bereits bei der „Hello Barbie“, die Gespräche im Kinderzimmer aufzeichnet, gab es Gegenwind. Auch andere Hersteller haben Probleme mit ihren smarten Spielzeugen, so verbot die Bundesnetzagentur im Februar die Puppe „My Friend Cayla“, weil es eine verbotene Sendeanlage darstelle.

Über die Autor:innen

  • Markus Reuter

    Markus Reuter recherchiert und schreibt zu Digitalpolitik, Desinformation, Zensur und Moderation sowie Überwachungstechnologien. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Polizei, Grund- und Bürgerrechten sowie Protesten und sozialen Bewegungen. Für eine Recherchereihe zur Polizei auf Twitter erhielt er 2018 den Preis des Bayerischen Journalistenverbandes, für eine TikTok-Recherche 2020 den Journalismuspreis Informatik. Bei netzpolitik.org seit März 2016 als Redakteur dabei. Er ist erreichbar unter markus.reuter | ett | netzpolitik.org, sowie auf Mastodon und Bluesky.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP)


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2 Kommentare zu „Mattel bringt doch keine Assistenzwanze für Kinder heraus“


  1. digitus

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    Ein schlechter Ruf kann für etablierte Unternehmen zum Desaster werden. Startups hingegen haben dieses Problem in dieser Form nicht, könnten dadurch sogar Aufmerksamkeit auf sich ziehen, die sie sonst kaum bekäme.

    „Aristotle“ hätte das Zeug zum Verkaufsschlager gehabt, weil die Ignoranz nützlicher Idioten keine Grenzen kennt und verbreitet ist wie Gras auf der Wiese. Es kam nun anders und das ist einer kritischen Minderheit zu verdanken, die es verstand, sich bemerkbar zu machen.

    Manche Unternehmen beginnen zu begreifen, dass ihre neuen Produkte leicht zu teuren Entwicklungsruinen werden können, sollten sie es mit „stiller Datenerhebung“ übertreiben. Damit dieses unternehmerische Risiko nicht kleiner und somit akzeptabler wird, braucht es eine nicht nachlassende starke soziale Kontrolle bei Produktankündigungen im Consumer-Bereich.


  2. Volker Birk

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    “Intelligenter Lautsprecher” ist übrigens bereits Neusprech, um Mikrofon und Abhörwanze zu verharmlosen. Es wäre etwas für Neusprech.org.

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