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Mark Zuckerberg stellt die Machtfrage und antwortet mit: „Mehr Facebook“

In einem Manifest stellt Mark Zuckerberg die Frage, welche Rolle Facebook bei der Gestaltung einer globalen Gesellschaft spielen soll. Der Aufschlag kommt zur rechten Zeit, im Angesicht von Trump und Brexit sind dringend neuartige Lösungen zur Kommunikation in der Gesellschaft gefordert. Doch seine Rezepte werden den Problemen nicht gerecht und drohen lediglich, das globale Babel zu zementieren.

Mark Zuckerberg spricht. CC BY 2.0, via flickr/fdecomite

In der vergangenen Woche hat Mark Zuckerberg seinen Visionen zur Gestaltung der globalen Gesellschaft in einem recht länglichen Post Ausdruck verliehen, der international als „Facebook Manifest“ diskutiert wird (spannende Einschätzungen finden sich etwa bei The Atlantic und Bloomberg und Techcrunch).


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Ausgangspunkt ist die Rolle der Facebook-Plattform in der Bildung einer globalen Gesellschaft. Diese hätte zwar die Möglichkeit, Wohlstand, Freiheit und Frieden voranzubringen und den Herausforderungen von Terrorismus, Klimawandel und Epidemien zu trotzen. Die Existenz von Globalisierungsverlierern und Bewegungen, die der globalen Gemeinschaft entgegenstehen, brächten allerdings die Frage hervor, wie man eine globale Gesellschaft gestaltet, die für alle Menschen funktioniert, und was Facebook dazu beitragen kann.

Die Frage ist im Angesicht von Brexit und Trump natürlich wesentlich. Zuckerberg beantwortet sie mit der Ausdehnung der Funktionen der Plattform: Bislang hätte sich das Unternehmen auf die Verbindung von Freunden und Familien fokussiert, nun wolle sie globale Gemeinschaften selbst unterstützen, dabei v. a. Isolation und gesellschaftliche Fragmentierung bekämpfen. Nun soll an dieser Stelle nicht in Frage gestellt werden, ob die Plattform tatsächlich der sozialen Vernetzung von Menschen untereinander dient oder nicht vielmehr der kapitalistischen Vernetzung der Menschen mit Facebook, dazu ausführlich Aral Balkan. Vielmehr sollen die Kernpunkte des emotionalen und sehr unübersichtlichen Vorschlags vorgestellt und eingeordnet werden, denn er erinnert doch sehr an die Strategie von Donald Trump: Nimm bekannte Probleme, trenne sie von ihrem ursächlichen Kontext und stelle ihnen Lösungen gegenüber, die das Problem verschärfen. Überholte Visionen und Narrative werden von Zuckerberg mit radikalen Innovationen verbunden, die zwar keinen Bezug zu den Problemen haben, aber den Grundfesten liberaler Demokratien zuwider laufen – der Versuch einer Annäherung.

Was tun gegen soziale Spaltung? Mehr Plattform

Zunächst einmal gehe es um die Unterstützung von sozialen Gemeinschaften im Allgemeinen („Supportive Community“): Traditionelle, v. a. lokale Gemeinschaften wie Kirchen, Sportvereine und Gewerkschaften hätten an Bedeutung verloren – mit negativen Auswirkungen auf die soziale Einbindung von Menschen, die etwa Zugehörigkeit, Hoffnung und Orientierung vermittelt, sowie auf die Interessenvermittlung in Demokratien, in denen die unterschiedlichen Gemeinschaften ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Einzelnen und der Regierung darstellten. Der daraus resultierenden Hoffnungslosigkeit vieler Individuen sei zu begegnen: durch mehr Werbung für individuell geeignete Interessengruppen seitens Facebook, die Unterstützung ihrer Führungsfiguren sowie die Möglichkeit von hierarchischen Gruppenarchitekturen, z. B. gebildet aus Schulklasse und Schule.

Ob dem Verlust realer Bezugsgruppen und politischer Interessenvertretung durch die Erweiterung digitaler Interessengruppen wirkungsvoll begegnet werden kann, ist fraglich. Aber sinnvoll ist die Strategie mit Sicherheit für Facebook, das 2016 erhebliche Einbußen in Bezug auf seine Nutzeraktivität verzeichnen musste. Doch dieser Vorschlag ist nur ein Einstieg.

Wie tun für die Sicherheit der Gesellschaft? Staaten und Gewaltenteilung abschaffen

Soziale Gemeinschaft soll Sicherheit geben, Schäden verhindern und bei Krisen wie Terrorismus, Naturkatastrophen oder Epidemien Hilfe und Unterstützung bieten. Dem aus dem Nationalstaat bekannten Konzept möchte Zuckerberg unter dem Stichwort „Safe Community“ eine durch künstliche Intelligenz unterstützte Infrastruktur zur Verfügung stellen, die etwa die vorausschauende Identifikation von Selbstmord, Krankheit oder Kriminalität ermöglicht. Darüber hinaus sei die Weiterentwicklung von Infrastrukturen wie dem Safety Check denkbar, die es Personen im Falle von Krisen erlaubt, den Netzwerken Auskunft über das individuelle Wohlergehen zu geben, Ressourcen wie Unterkunft, Verpflegung und Spenden zu verteilen, ja selbst Organspenden zu organisieren.

Zuckerbergs Problem liegt hier im noch unzureichenden Entwicklungsstand der Technologien. Aus demokratischer Perspektive irritiert die völlige Infragestellung nationaler Souveränität und liberaler Gewaltenteilung: Völlig ungefragt und in keiner Weise legitimiert übernimmt Facebook mit dem Safety Check bereits jetzt Funktionen lokaler Polizeibehörden. Doch wer ist eigentlich für Fehlfunktionen verantwortlich, wie sie wie beim jüngsten Anschlag in Berlin auf dem Breitscheidplatz auftraten? Und wer möchte die Analyse, Prävention und Reaktion im Kontext gesellschaftlicher Risiken in den Händen eines intransparenten Medienunternehmens wissen, das bislang nicht einmal Ministern Ansprechpartner bot? Und wer möchte die bereits im Kontext legitimierter Sicherheitsbehörden bislang ungelösten Probleme des Einsatzes künstlicher Intelligenz etwa bei der Kriminalitätsprävention dubiosen weißen Geschäftsmännern aus der Filterbubble „Silicon Valley“ überantworten?

Was tun gegen Fake News und Echokammern bei Facebook? Mehr Babel

Facebook: Ein Turmbau zu Babel? babel/ CC BY-NC-SA 2.0, via flickr/ Trebor Scholz CC-BY-NC-SA 2.0 Trebor Scholz

Bekanntermaßen sind unsere gesellschaftlichen Diskurse aktuell durch Facebooks Echokammern und seine Verbreitung von Fake News gestört, die die Generierung gemeinsamer Ideen und die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses behindern. Auch Mark Zuckerberg betrachtet das Problem als wesentlich. Unter dem Stichwort „Informed Community“ warnt er allerdings vor hastigen Mitteln: Ziel sei es, die Komplexität von Realität abzubilden. Die Gegenüberstellung von Perspektiven erhöhe die Polarisierung von Weltbildern. Demgegenüber biete die Verortung und Darstellung einzelner Perspektiven auf einem Meinungsspektrum eine bessere Möglichkeit, Menschen Orientierung über ihre eigene Position zu vermitteln sowie Quellen zu identifizieren und zu stärken, die eine Vielfalt von Perspektiven liefern.

Der Vorschlag ist einerseits höchst spannend, markiert er doch einen Politikwandel in Bezug auf die Verantwortung des Unternehmens als Medienplattform. Auch die Ablehnung von Zensur ist sympathisch. Allerdings bleibt ein entscheidendes Problem: Kämen die Vorschläge zur Einordnung von Inhalten in einer Art Weltbilder-Matrix aus den Händen einer transparenten, dem Gemeinwohl verpflichteten Institution, könnten sie wohl Wesentliches leisten zur politischen Bildung und Medienkompetenz. Doch Facebook trug bislang eindeutig zur Verstärkung von Echokammern und zur Verbreitung von Fake News bei, ein Aspekt, den Zuckerberg vollständig verschweigt. Die systematische und intransparente Reduktion der Varianz von Inhalten im Newsfeed, kombiniert mit manipulativem Targeting der Nutzer, verschärfte die Polarisierung der Diskursräume entscheidend. Unter Fortführung dieser Methoden brächte die Zuordnung und Bewertung von Inhalten und Quellen auf einer Meinungsskala vor allem eins: die Möglichkeit einer noch weitaus granulareren Beeinflussung der Nutzer, auf Basis eines personalisierten Bewusstseins-Managements (Perception Management) unter Beteiligung seiner Nutzer (Crowdsourcing der Bewertung).

Was tun für den Zusammenhalt der Gesellschaft? Gemeinsame Werte abschaffen

Die zukünftige Gesellschaft könne nur dann gemeinschaftliche Werte reflektieren, wenn wir uns in gesellschaftlichen Prozessen und freiwilligen Regulierungs-Arrangements engagierten. Dazu müssten zwei Arten von Infrastrukturen aufgebaut werden: Zum einen ginge es um Technologien, die existierende politische Prozesse etwa bei der Partizipation (z. B. Austausch mit Repräsentanten), Organisation (z. B. Demonstrationen) und Wahlen selbst (z. B. Registrierung) stärken („Civically Engaged Community“).

Andererseits sollten neue Technologien aufgebaut werden, die Partizipation in Entscheidungen ermöglichen, die eine globale Reichweite haben: Unter dem Stichwort „Inclusive Community“ diskutiert Zuckerberg neuartige Prozesse der Willensbildung. Dabei nimmt die Frage nach den gemeinschaftlichen Werten, Community Standards, eine besondere Stellung ein. Da kulturelle Normen weltweit von einem Wandel sowie von einer hohen Vielfalt geprägt seien und auch einzelne Menschen sehr unterschiedlich auf Inhalte reagierten, sei ein global einheitlicher Wertekanon kaum denkbar. Daher müsse man zu lokalen Governance-Formen übergehen: Denkbar sei etwa ein System, in dem Nutzer dazu beitragen können, Community Standards zu setzen. Jede Person soll so wenig verstörende Inhalte wie möglich sehen und durch Einstellung entsprechender Settings selbst entscheiden können, wo ihre Grenzlinie etwa gegenüber Nacktheit oder Gewalt liegt. Personen, die keine Einstellungen treffen, sollten der Mehrheit der Einstellungen in ihrer Region unterliegen. Einstellungen könnten jederzeit verändert werden. Gelöscht würden lediglich solche Inhalte, die verstörender sind als es die liberalsten Einstellungen erlaubten. Das System sollte durch künstliche Intelligenz unterstützt und trainiert werden.

Neuland muss gestaltet sein. Discovery/ CC BY-NC-ND 2.0, via flickr/ Lemon_fotos

Der Vorschlag zur Personalisierung von Filtern besticht auf den ersten Eindruck durch die Stärkung der Nutzer-Autonomie in der Entscheidung darüber, welche Inhalte individuell angezeigt und herausgefiltert werden. Allerdings steht er nicht nur konträr zu den Vorstellungen etwa der deutschen Regierung, die im Kontext der Löschung von Hatespeech eindeutige Standards in der Content-Regulierung fordert, oder der demokratischen Tradition, Gemeinschaftsstandards in demokratischen Prozessen rechtlich bindend festzulegen (Grundgesetz). Sozialwissenschaftler gingen bislang davon aus, dass funktionierende Gemeinschaften auf einem gemeinsamen Wertekanon bzw. sozialen Normen basieren – eine Annahme, die sich auch bei der Entwicklung und Erprobung alternativer Social Media Designs bewährte. Was passiert, wenn diese normative Maßgabe aufgegeben wird? Da Zuckerberg entgegen seinen Eingangsfloskeln zur Stärkung einer zivil engagierten, globalen Gemeinschaft nicht davon ausgeht, dass es möglich ist, global einheitliche Werte zu entwickeln – bedeutet dann der Vorschlag nicht vielmehr die endgültige Eliminierung der psycho-sozialen Grundlagen von Gemeinschaft, eine Preisgabe der Zivilgesellschaft an vollständig intransparente Echokammern, offen für jede Manipulation? Bedeutet der Vorschlag dann nicht vielmehr, dass jedes Individuum völlig unterschiedliche Bilder und Weltsichten zu sehen bekommt und den Bezug zu den Weltbildern seiner Nachbarn endgültig verliert? Und ist es tatsächlich wünschenswert, die Redaktion unserer Normen und Nachrichten dem nicht nur intransparenten, sondern ob seines Datenanalysepotentials wohl mächtigsten Unternehmen zu überlassen?

Die digitale Gesellschaft gestalten: Checks & Balances für Facebook

Zuckerbergs Aufschlag zur Gestaltung einer digitalen Gesellschaft, die für alle funktioniert, zur Rolle und Weiterentwicklung sozialer Netzwerke zum Wohle der globalen Gesellschaft, ist ob der Herausforderungen unserer Zeit visionär. Allerdings: Seine konkreten Vorschläge laufen aktuell den Zielen zuwider, und der potentiellen Übernahme von Verantwortung für Sicherheit, Gesellschaftsdiskurs und politischer Partizipation steht keine entsprechende Öffnung des Unternehmens gegenüber – eine solche wäre allerdings Voraussetzung für eine Weiterentwicklung der Plattform. Wenn Facebook eine tragende Rolle in der positiven Gestaltung einer globalen Gesellschaft einnehmen möchte, wären zunächst Checks & Balances gefragt, v. a. eine Transparenz im Kontext von Meinungsmanipulation (Newsfeed) und beim Targeting und außerdem natürlich: ein Gespräch mit der Gesellschaft, wohin die Reise gehen soll – wie die Infrastruktur kontrolliert werden kann, welchen Zwecken sie dienen soll und welche Tools der Verwirklichung der Ziele gerecht werden.

43 Kommentare
  1. Ich halte Zuckerbergs Vorschläge für logisch und konsequent. Schon Luhmann unterstrich in seiner Systemtheorie, dass Gesellschaften auf Kommunikationen beruhen und nicht auf Individuen (psychischen Systeme). Wenn sich nun die technischen Möglichkeiten ändern, ändern sich die Gesellschaft auch. Das war bei Einführung der Schrift und des Buches auch so.
    Das das Medium aber global ist, ist auch eine globale Ausrichtung notwendig. Und die passiert im deutschen Diskurs nicht (und auch nicht bei der UNO). Lieber orientiert man sich an dem an dem dümmlichen nationalen Gequatsche von Trump oder der Bundesregierung.
    Es ist großer Unsinn, wenn die Bundesregierung von Hatespeech labert. Ich darf Bienenstiche hassen und das weltweit raus posauen. Seien es die Bienenstiche vom Bäcker oder die von Bienen. Diese Hatespeech von mir über Facebook zu unterbinden, ist völliger Unsinn, der zudem noch gegen die Demokratie gerichtet ist. Wenn die Bundesregierung Handlungsbedarf sieht, soll sich der Justizminister des Juristendeutsches bedienen, das im Parlament verhandelt worden ist. Da ist dann festgelegt, was strafbare Handlungen sind. Da findet man dann Beleidigungen, wenn der angeblich Beleidigte das auch so sieht, da findet man Volksverhetzung. Wenn der Justizminister fordert, dass Facebook „offensichtlich strafbare“ Texte binnen kurzer Frist löschen soll, dann ist das ein offener Angriff gegen den Rechtsstaat: dem Beschuldigten soll das rechtliche Gehör verweigert werden und der Spruch durch einen Richter. Maas möchte, dass die Rechtsprechung privatisiert wird an juristische Laien. Würde er seinen Job ordentlich machen und nicht immer beim Bundesverfassungsgericht seine gegen die Verfassung gerichtete Haltung bescheinigt bekommen, könnte er für die Strafjustiz ein Servicelevel von 24 Stunden definieren und organisieren und dann die Justiz mit einem vollstreckbarren Titel zu Facebook schicken. Aber er will den Rechtsstaat nicht,. Das haben wir auch schon beim Zugangserschwerungsgesetz gesehen, als die Rechtsprechung was Kinderpornografie sein solle, Richtern entrissen werden sollte und der Polizei überlagert werden sollte, deren Rechtsprechung dann auch noch geheim sei. Man sollte solche Hasspredigten wie die der Bundesregierung gegen Demokratie und Rechtsstaat nicht als Argument gegen Zuckerberg verwenden. Es sei denn, man will diese Vertrumpung der Gesellschaft aktiv fördern.
    Wenn ich meinen Hass gegen Bienenstiche verbreite, ist es dümmliche Scharlatanerie vom Justizminister, wenn Facebook solche Hatespeech löschen soll zur Abschaffung des demokratischen Rechtsstaates.
    Zuckerberg dagegen macht vernünftige Vorschläge. Mir ist auch nicht klar, warum ein Fass aufgemacht wird, wenn ein verblendeter junger Mann mit einem LKW in einen Weihnachtsmarkt fährt und 12 Menschen tötet, dass man das dann nicht Anschlag nennen soll, sondern auf die lahmarschige Polizei warten soll, die monatelang die Strafverfolgung von Amri vereitelt hat und somit ein größeres Sicherheitsrisiko ist als bekloppte LKW-Fahrer. Mit solcher begrifflichen Absurdität wie bei Wired wird dann geschissen auf die Sorgen der Menschen, die sich in solchen Situationen fragen, sind meine Liebsten betroffen? Solche brutalen Menschen ohne jede Empathie möchte ich nicht meine Kommunikationen auf Facebook bestimmen lassen. Ich war auch froh, als ich über Facebook in Paris erfuhr, dass es ihnen trotz des Massakers gut ging.
    Ich glaube, der Hass auf Facebook ist in einer Demokratie nicht mehrheitsfähig. Zumal Zuckerberg auch bessere Lösungen anbietet als die verkrusteten Nationalstaaten. Zuckerberg hat mit seinen Maßnahmen erheblich die Welt weiter gebracht, anders als die Zauderer oder die Boykotteure der deutschen Bundesregierung, die lieber in den Krieg zieht und Menschen tötet, als die Zukunft der Gesellschaften auch digital zu gestalten. Um die Bundeswehr in eine Krieg zum Töten zu schicken, braucht der Bundestag eine Woche, um die deutschnationale Störerhaftung abzuschaffen dagegen Jahre. Der deutsche Diskurs über die Digitalisierung nähert sich mit hoher Geschwindigkeit der Vertrumpung. Zum Nachteil der deutschen Bürger. Die immer wieder dazu vorgetragenen Verschwörungstheorien kollidieren mit der Realität. Wie Trump.

    1. Zitat: „Zumal Zuckerberg auch bessere Lösungen anbietet als die verkrusteten Nationalstaaten.“
      Ja mag sein, allerdings kommt bei ihm so was wie der „Große Bruder“ raus, denn der Big Brother muss nicht unbedingt ein Staat oder „Ozeanien“ sein.
      Gewiss mein Vergleich mit Georg Orwell hinkt der Wirklichkeit hinterher, vielleicht sollte man lieber an „the Circle“ von Dave Eggers denken, wenn man Mark Zuckerbergs Ideen verfolgt.

    2. Ihre Luhmann-Zitate grenzen an Leichenschändung.
      Warum vergreifen sie sich so gerne an Luhmann?
      Glauben Sie etwa, dass ihr Unsinn dadurch den Anschein
      erhält, fundiert zu sein? Sie haben hier schon zuviel
      Mist geschrieben.

  2. Für die drängenden Fragen der Welt, bietet die zuckerbergsche Ideologie, Weltanschauung keine Lösungen an die gut wären. Das zuckerbergsche Manifest stellt für mich eine schauerliche Dystopie da, der man entschieden, mit kühlem Kopf und klaren Argumenten entgegen treten sollte. Auch wenn der kühle Kopf und klare Argumente im postfaktischen Zeitalter scheinbar obsolet sind.

    Der Artikel von Julia Krüger und ihre ersten Beschreibungen helfen vielleicht einen Diskurs über die „Facebook-Gesellschaft“ in eine breitere Öffentlichkeit zu tragen.

    Ein Frage die mich schon länger beschäftigt; Wo bleiben positiven Utopien ab? Ich denke eine Beantwortung Frage nach positiven (technischen) Utopien würde „die Welt von Facebook“ weniger dominant machen.

  3. Der Zuckerberg hat völlig recht!
    Das sage ich, ohne seinen Quark gelesen zu haben, da ich mich dem Zuckerbergschen Unflat entziehe.
    Jaaa, das ist ganz schrecklich! Ich teile nicht jedem meinen Pfurz mit und werde daher auch nicht über dessen Ausdünstungen informiert. Ganz schlimm.
    Ich zünd ne Kerze an. :p

  4. Zur Rolle der Kommunikation für die Gesellschaft, insbesondere über den Nationalstaat hinaus, kann man auch bei Niklas Luhmann nachlesen und seiner Idee von Weltgesellschaft:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Weltgesellschaft
    Mit negativen Utopien wie 1984 oder The Circle gestaltet man nicht Gesellschaft, sondern verhindert höchstens Exzesse. Mit der SPD aber lässt sich nicht mal der Überwachungsstaat eindämmen.
    Zuckerberg gestaltet aber global. Facebook ist vollständig substituierbar. Das schaffen Studienabbrecher ohne großen finanziellen Hintergrund. Wie Zuckerberg (oder Gates oder Dell oder wie die Abbrecher alle hießen :-) Aber mit negativer Kritik ohne gute eigene Theorie zersetzt man nur die Gesellschaft, wenn man sich in die Tasche lügt, dass man mit der Kritik die bessere Gesellschaft bauen will.
    Es macht keinen Sinn, wie die Mönche im Mittelalter gegen den Buchdruck zu hetzen, weil er ihr Buchmonopol raubt.
    Am Rande: der große Bruder kommt auch in der Demokratie raus: Kennedy bombte kriminell Kuba, der Vietnamkrieg ließ 5 Mio Menschen wegen der Arroganz der Demokratie sterben. Die Clintons waren meist im Blutrausch von Jugoslawien bis Libyen. Obama, der smarte Prediger, dessen Cheergirls wie Meryll Streep ihn auf Parties im Weissen Haus bejubelten, hat zigtausend Menschen ermorden lassen, gerne auch mit feigen Bomben aus der Luft Frauen und Kinder oder mit Drohnen Zivilisten zu Tausenden abschlachten lassen („Yes we can!“). Aber die Damen im Weissen Haus betrachteten Ihren Beitrag zur Demokratie eher in Gesprächen über den Sex von Trump (als wenn der erwähnenswert wäre :-).
    Die Demokratie ist oft tödlicher als die globale Kommunikation der Menschen in der Weltgesellschaft. Das faszinierende ist ja, dass heute bei einer guten Facebookinfrastruktur sich in USA die Menschen gegen die Exzesse von Trump zusammenrotten. Real, nicht wie die Fiktion in 1984 oder The Circle.

    1. Wenn es die DDR noch gäbe, könntest Du The Circle nicht lesen und in Deinen Robotron Z80 PC-Kopien gäbe es immer noch keinen Internetanschluss. Du würdest mit Nachbarn Trabi-Ersatzteile tauschen und hättest mit Facebook nichts am Aluhut. Schon gar nicht in Dresden.

      1. Irgendwelche C64/128, Ataris und ähnliches hatten es tatsächlich schon vor 89 in die DDR geschafft und selbst auf Kuba und in China gibts heute Internet.

      2. Ja, PDP-11en und Vaxen auch. MVS gab es auch mit den lauten, bulgarischen Platten. Ja, in Kuba und China gehts voran. Die ehemaligen DDR-Bürger dürfen jetzt auch wieder mehr in den Krieg zeihen: Jugoslawien, Afghanistan, Syrien, Mali. Jetzt kommen sie endlich in der Welt rum. Was brauchen sie da noch Facebook? C64 und Ataris waren illegale Importware, aber Robotron hat die Kurve nicht bekommen.

        1. Ich glaub, wir zwei reden ganz satt aneinander vorbei.
          Ich meinte, daß es für den DDR-Bürger ebenso wichtig gewesen wäre, wie für jeden, der heute in einem Land mit massiver Einschränkung leben muß und der Unterschied nur im technischen Entwicklungsstand liegt.
          In meiner Welt gibt es aber nun, „wo ich ja nun in völliger Freiheit lebe“, eher keinen Grund für das Zuckerbergsche Zuckerle.
          Ich finde den Verzicht einfacher, als mich über die immanenten Dinge aufzuregen. Ich reg mich doch auch nicht auf, daß die Sonne scheint, nur weil ich länger schlafen, und gleichzeitig auch auf Lichtschutz verzichten möchte.
          Es ist also die Umkehr des TOR-Argumentes. Da müssen viele mitmachen, damit es funktionieren kann. Bei Zuckerberg funktionierts, weil viele mitmachen.

          Gibt es ein Argument, nicht einfach auf Zuckerberg zu verzichten?

          1. Die DDR hatte eine selbstverschuldete Rückständigkeit. Die kümmerlich Ideologie hat in die ökonomische Katastrophe geführt und die Selbstzerstörung.
            Bei Tor und Facebook sind die Netzwerkeffekte dieselben: je mehr Leute mitmachen, desto größer ist der Nutzen.
            In Der BRD gibt es viele Menschen, die aus ihrer Ideologie hasse heraus gegen Facebook entwickeln, obwohl ein Großteil der Bevölkerung den Service nutzt (also eher undemokratische Ideologie wie in der DDR).
            Natürlich kann man auf Zuckerberg oder besser Facebook verzichten. Ich verzichte auch auf ein eigenes Auto aber predige keinen Hass gegen die Autoindustrie wie viele hier gegen Facebook, sondern ermuntere sie, endlich auf Elektroautos umzusteigen, um die Verpestung zu beenden.
            Ich nutze auch kein Tor und dafür meinen eigenen Namen hier, anders als viele Hassprediger hier, die gegen Personen hetzten ohne sachlichen Beitrag.
            Der Beitrag von Frau Krüger ist aus systemtheoretischer Sicht, wie sie der Soziologe Niclas Luhman entwickelt hat, zu wenig durchdacht. Statt die Fagen zu diskutieren, wie mit globaler Kommunikation von freien Bürgern sich globale Gesellschaft konstituiert, stellt sie Machtfragen und such nationale Repressionsmechanismen (wie die Ideologen in der DDR :-).

            Ein Beispiel:
            „bedeutet dann der Vorschlag nicht vielmehr die endgültige Eliminierung der psycho-sozialen Grundlagen von Gemeinschaft, eine Preisgabe der Zivilgesellschaft an vollständig intransparente Echokammern, offen für jede Manipulation? “
            Frau Krüger ist offenbar noch am Anfang Ihrer Internetforschung. Anfang der 1990er hatten wir eine Diskussion, die von dem Blatt der Verbrecherin Alice Schwarzer angefacht wurde, ob denn das Internet nicht nur dazu da sei, Professoren Masturbationsvorlagen zu liefern. Hintergrund war, dass in den USENET-News auch pornografische Bilder distributiert wurden. An der Universität Stuttgart wurden auf Drängen der Frau Burr dort dann sämtlich Usenetgruppen zensiert/gesperrt, die das Wort „Sex“ im Namen trugen. Auch Gruppen, in denen Frauen darüber diskutierten, ob Antibabypillen mit zu hoher Östrogendosierung (wie damals noch üblich) nicht zu dämpfend auf die Libido wirken. Das war den Zensoren in ihren Echokammern egal. Sie hatten ein bisschen Macht und wollten sie ungehemmt ausüben. Undemokratisch, diktatorisch, brutal, ohne Diskussion. Sie wollten ihre gegen den Bürger gerichtete Ideologie einfach nur durchsetzen. Natürlich völlig sinnlose, weil heute im Internet Pornografie in wesentlich besserer Qualität und Quantität immer noch die Hälfte der Bandbreite ausmacht, die die Ideologen in der DDR nie auf die Kette bekamen, und nach 1990 die Westler im Osten erklären mussten, was Internet ist.
            https://de.wikipedia.org/wiki/Sperrungen_von_Internetinhalten_in_Deutschland
            Diese undemokratischen Exzesse sind in Deutschland weder von Soziologen noch von der Politik aufgearbeitet worden. Aber gegen Ausländer kann man natürlich prächtig hetzen.
            Es gibt dann in der Politik Leute, die sich einen Knubbel an den Hintern freuen, wenn sie rein theoretisch Facebook Bussgelder auf dem Datenschutztrip verhängen können, deren Parteigenossen uns aber vorheucheln, dass sie als verbeamtete Datenschützer kein Geld für Sourcecodeinspektionen bei dem Bundestrojaner in BKA und LKAs hätten und so schwere Vergehen, die vom CCC disassembelt wurden unter Geheimschutz ungeahndet bleiben.
            Aber solch entarteten Nationalismus habe ich keine Böcke mehr. Und da ist es zu begrüßen, dass Zuckerberg globale Kommunikation gestaltet und Angebote macht, über die man diskutieren kann oder sie nutzt. Statt im nationalen Eifer für den Stillstand Hass zu predigen. Die Wasserträger der Antipolitik, des Ausbremsens der Digitalisierung schaden. Erheblich. Und die Politik nimmt das Gehetze grinsend mit, um ihr altbackenes nationales Süppchen weiter zu kochen: deutschnationale Störerhaftung, verfassungswidrige Vorratsdatenspeicherung, kriminelle Beihilfe zu Spionage für fremde Mächte, in dem man Terabyte weise am De-CIX Daten zur Spionage am DE-DIX zum Abzapfen freigibt und als Dank für den Hass auf die eigene Bevölkerung dann Bundespräsident wird. Ohne jede Strafverfolgung, die vereitelt wurde.
            Und nationale MickeyMouse-Produkte von der FhG brechen im Ernstfall dann zusammen wie beim Attentat in München. Das ist dann das Ergebnis, wenn man sich ideologisch wie in der DDR verhält, fällt man technologisch eben zurück.
            Da haben wir nicht aneinander vorbeigeredet ;-)

          2. Also ich sehe das Internet als „die Welt“ und Zuckerbergsche Segnungen mit ihren Filtern als Nationalstaaterei; blos mit Grenzziehungen, die sich von den gewohnten unterscheiden.
            Wenn bei Facebook Brüste zensiert werden, so sehe ich darin den gleichen Fehler wie bei jeder anderen Zensur und mache keinen Unterschied, ob das von Staaten oder Firmen ausgeht.
            Ich würde die Ideen auch nicht grundsätzlich ablehnen. Ich sehe nur die Gefahr, daß sich da jemand kräftig übernimmt und eine viel zu große Macht ohne jede demokratische Legitimation und Einflußnahme konzentriert wird/ist.
            Dazu zähle ich auch nationale Zensurfirmen, die das Ganze ja auch irgendwie konterkarieren.

          3. Wenn Facebook das Gleiche macht wie Staaten, dann sollte man sich gegen die Sache wenden und nicht einseitig gegen Facebook. Auf Feigheit von dem Staat zu schweigen und bei Facebook große Forderungen zu erheben, ist unglaubwürdig und flüchtet den demokratischen Diskurs mit wenig Respekt vor dem Bürger. Mann macht sich zum Problem und nicht zur Lösung.
            Nackte Brüste sehen zu dürfen, war für mich weder bei der BILD-Zeitung noch bei Facebook ein Kriterium.

          4. Wie kommst Du jetzt auf Einseitigkeit? Ich habe explizit geschrieben, daß ich da genau keinen Unterschied mache. Ebenso geht es mir nicht um die Brüste als solche, sondern um Zensur. Die Facebooknummer mit den Brüsten zeigt nur besonders schön die Absurdität.
            Hier gehts weiter: http://www.nachdenkseiten.de/?p=37116#h17

          5. Die deutschnationalen Zensurfirmen (wie z.B. Correctiv, hinter denen die WAZ und ihr Gründer ein SPD-Funktionär stecken, sind deutscher Natioanlstaat. Die WAZ in Essen hat von Hannelore-Kraft das EListungsschutzrecht geschenkt bekommen, dass sich gegen das Internet richtet. Im Vorstand der Bros-Stiftung, die mit Millionen € zu 80 % Correctiv fördert, sitzt Bodo-Hombach, SPD, der wegen unkoscherer Immobiliengeschäfte aus dem Kanzleramt von Gerhard Schröder geflogen ist. Gegen Facebook wird von Heiko Maas, SPD, Lügner bei der Vorratsdatenspeciherung, Hass geschleudert. Maas will den Rechtsstaat privatisieruen. VEschuldigten bei Facebook soll das rechtliche Gehör genommen werden, kein Richter soll Recht sprechen, sondern Laien bei Facebook. Wenn etwas „offensichtlich“ strafbar ist, soll Facebook es löschen. Zensur aus Hass gegen den Rechtsstaat. Facebook wird von deutschnationalen Internethassers erpresst. Wahrscheinlich kommt Frau Krüger wegen dieser deutschnationalen, mafiösen Verfilzung von Presse und Staat, wie wir sie oben in den SPD-Beispielen sehen, zu der irrigen Meinung, dass ein Kommunikationsmedium udn Macht verknüpft sind. Das ist aber unempirisch an den Haaren herbeigezogen. Zuckerberg will Kommunikationen ermöglichen. Mit Facebook hat er es geschafft Milliarden Menschen zusammen zu bringen und Millionen Internet- und Facebookhasser, ohne Machtanspruch zu erheben. Aber die Traditionalisten konstruieren halt solche Verschwörungstheorien und halluzinieren dann die Schönheit des demokratischen Rechtss´tates als Fakennews. Der demokratische Staat ist derzeit das gefährlichste, was wir auf der Welt haben. In vielen Staaten der Welt tötet er mit feigen Bomben aus der Luft Millionen von Menschen, auch Frauen udn Kindern. Mit Drohnen lässt ein demokratischerPräsident tausende von Zivilisten ermorden, in Staaten, in denen der Mörder nicht mal den Krieg erklärt hat. Die Demokratie Mordert „Yes we can“!“ Und mordet Zuckerberg wie die Demokratie? Sind die chinesischen Kommunisten mit ihrer Diktataur so blutrünstig von der Demokratien. Nein. Mit irrationale´n Modellen werden Verschwörungstheorien über Facebook gebaut und das mordende Monster dogmatisch Demokratie heilig gesprochen. Es findet keine Abwägung des Nut´zens statt, sondern ein irrtationaler Hassdiskurs mit Verschwörungstheorien. Das ist eigentlich ziemlich unwürdig. Wie damals in der DDR :-) In China wächst der Wohlstand und der Mittelstand, in den demokratischen USA verarmen die Leute und die Proleten wählen sich den Spinner Trump. Aber unsere Hassprediger richten sich gegen Facebook. Politisch völlig irrational.

  5. Dass sich Zuckerberg Gedanken über die Rolle von facebook macht ist hinzunehmen.
    Anmaßend ist jedoch die „globalen Gesellschaft“ auszurufen und zu erwarten, das Heil der Welt käme aus dem Algorithmus den, was für ein Zufall, uns von Herrn Zuckerberg geschenkt wird.
    Aber bevor facebook alle Pobleme dieser Welt löst, wäre auch überlegenswert, ob etwas weniger facebook auch eine Lösung wäre, zumindest für die Probleme die es ohne facebook gar nicht gäbe.

  6. Was macht man mit „Medien“ die nicht nur einen selbst, sondern aucch deren Bekannte, auf Schritt und Tritt verfolgen? Die mit Schnüfflern des Staates zusammenarbeiten? Ganz einfach, Verbindung kappen. Von mir bekommt niemand, der bei Facebook ist nur die e-mail-Adresse. Möge er in seiner Filterblase aus mehr oder weniger wahren Nachrichten gedeihen. Wobei auch offizielle Nachrichten wenig bis keinen Wert haben und auch hier missliebige Kommentare gelöscht werden.

  7. oh yeah
    kann man bitte noch die good guys von google dem zuckerexperten zur seite stellen.
    ich denke dann haben wir DEN expertenrat beisammen, wenn es um nicht eigennützige interessen geht, schliesslich wissen wir ja von google, dass sie nix eviles tun…..

  8. Facebook kann man, wenn denn überhaupt, nur aus öffentlichen Interessen heraus nutzen. Für private Kommunikation nicht geeignet, weil eine private Kommunikation auf Facebook schlicht nicht existiert. Somit ist der Hype um Facebook eh ein Witz, da kein quelloffenes, freies und vor allem vertrauliches Medium.

    Dient zudem der Einreise in bestimmte Länder als Legitimation. Zu Zeiten der neuen Superstasi sollte man daher auf dieses Medium verzichten, wenn man private Informationen austauscht. Nicht dass demnächst Jeder, der mal eine Tüte geraucht hat oder einfach die falsche Hautfarbe besitzt, oder einfach mal seine subjektive Meinung über bestimmte Politiker geäußert hat, an der Einreise gehindert wird.

    Lasst Euch von dem Müll nicht ködern.

  9. Wenn man alles, was Suck zu dem Thema so sagt und schreibt in einen Sack steckt und so lange drauf rumklopft, bis unten die Essenz raustropft, dann steht da: Suck fordert die Vergesellschaftung Facebooks.

  10. „dubiosen weißen Geschäftsmännern aus der Filterbubble“

    Also ich finde das auch schlimm, wenn das vertrauensselige indianischstämmige Transsexuelle Geschäftemacher sind.

    1. Das stimmt zwar, sind sie aber nicht ;-) Aber der Punkt ist trotzdem interessant, etwas anders: Der Artikel „Don’t trust Facebook’s shifting line on controversy“ https://techcrunch.com/2017/02/21/dont-trust-facebooks-shifting-line-on-controversy/ weist darauf hin, dass diese „personalisierten Filter“ im Prinzip Datenschutz gegen Minderheitenschutz ausspielen würden: Wenn ich als weißer Geschäftsmann mich um meine Privatsphäre sorgend weigern würde, Facebook meine individuellen Präferenzen zum Thema Gewalt und Nacktheit (und vielleicht auch andere Grundwerte) mitzuteilen, aber in einer Gegend wohnte, die mehrheitlich von „indianischstämmigen Transsexuellen“ bewohnt wäre, welche entsprechende Präferenzen kundtun, würde ich tendenziell deren Normensetzung medial ausgesetzt sein. Das dürfte nicht ganz einfach sein, auch mal für andere Gruppenkonstellationen durchdacht.

        1. Kommt drauf an, wer die Mehrheit stellt. Und ob die Mehrheit entscheidet oder vielleicht den Empfehlungen der „Gruppenführer“ folgt. Und was ist eigentlich mit Bots? Was ist mit der transsexuellen Minderheit in muslimisch geprägten Vororten europäischer Hauptstädte oder etwa in Sachsen?

          1. Vielleicht verstehen wir uns gerade miß, aber was wäre schlimm dran, wenn jemand mit einer „unzutreffenden“ Filterblase konfrontiert wird, besonders wo es doch nur durch fehlende Informationen möglich war.
            Ich bin bis dahin auch nicht von aktivem Verhalten des armen Fehlgeleiteten ausgegangen.

          2. Das Problem ist: Du müsstest Facebook weitere persönliche Daten (über Deine Präferenzen) geben, um der möglicherweise verstörenden Filterbubble zu entgehen. Die Filterbubble könnte sehr manipuliert sein und Dir ein sehr verzerrtes Bild Deiner Nachbarschaft vermitteln. Oder: Wenn Du aber eigene andere Einstellungen triffst, könntest Du komplett den Bezug zu den Weltbildern Deiner (physischen) Nachbarn verlieren. Ist durch die allgemeine Existenz von Echokammern, verstärkt durch die Reduktion von Vielfältigkeit angezeigter Inhalte, nichts Neues – aber würde schlimmer. Abermals zum Wohle von FB (mehr Daten über Dich – noch besseres Profiling – noch besseres Targeting + Training von künstlicher Intelligenz zum automatisierten Erkennen von umstrittenen Inhalten – die viele Regierungen gern löschen würden).

          3. Ah ja danke. Das konnte ich so nicht verstehen, weil ich mich dem grundsätzlich verweigere. Bzw genau deshalb verzichte ich gern.

  11. Ich verstehe es einfach nicht: Wieso nehmen Aktiengesellschaften aus Silicon&Co eigentlich immer gleich die Rolle eines Weltverbesserers ein? … ich meine, die sind doch erst mal ihren Anteilseignern verpflichtet … und deren wirtschaftliche Interessen korrelieren nun mal nicht immer mit den Interessen einer Gesellschaft. Die einzige Erklärung die ich dafür finden kann: das ist deren PR und um so weniger das Produkt für sich spricht, um so mehr PR bedarf es. Am besten man ignoriert das Geseibel einfach.

  12. Wieso sollte irgend ein Mensch darauf vertrauen was ein Unternehmer zu der Formung der Gesellschaft sagt? Ein Unternehmer möchte, dass das Unternehmen wächst, egal was es koste. Die Gesellschaft ist ihm da egal!

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