Linkschleuder

Google sperrt Seite von „Aktion Arschloch“

„Weil du Probleme hast, die keinen interessieren...“ All rights reserved Aktion Arschloch

Google hat das Konto von Gerhard Torges, dem Mit-Initiator der „Aktion Arschloch“, gesperrt. Der Sperre fiel außerdem die „Pulse of Europe“-Seite zum Opfer, die von Torges betrieben wird. Laut Pressemitteilung habe Torges eine automatisierte E-Mail erhalten, in der Verstöße gegen die Nutzerrichtlinien des Unternehmens durch „Verhaltensweisen, durch die andere Personen bedroht, belästigt oder gemobbt werden,“ als Grund für die Stilllegung angegeben werden. Durch die Sperrung sind die Google+-Seiten der beiden Initiativen derzeit nicht zu erreichen, offenbar gilt das auch für die Mit-Administratoren der Seiten selbst.

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„Aktion Arschloch“ war dafür verantwortlich, dass der Song „Schrei nach Liebe“ von der Band „Die Ärzte“ Ende 2015 Platz 1 der Deutschen Charts erreichte. Daraufhin spendete die Band die Einnahmen der Aktion an die Menschenrechtsorganisation „Pro Asyl“. Torges vermutet daher laut Pressemitteilung einen gezielten Angriff von Gegnern seiner Aktionen:

Daher vermute ich, daß mein Profil anlaßlos aus dem dortigen Umfeld gemeldet wurde und ein Algorithmus schließlich die Sperre entschieden hat. Beiträge, welche tatsächlich gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen, habe [ich] jedenfalls nie verfaßt.

Wie Torges gegenüber netzpolitik.org mitteilte, hätte Google auf sein Drängen, die Sperre wieder aufzuheben, bisher nicht reagiert. Außer automatisierte Antworten gäbe es bisher keine Reaktion.

Update [24.08]: Die Sperrung ist offenbar aufgehoben worden. Die Seite der Initiative ist wieder zu erreichen.

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34 Kommentare
  1. Ohne jeden Zweifel kann man es als „Hatespeech“ auslegen, andere Menschen kollektiv als „Arschloch“ zu bezeichnen, vor Allem wenn sie einer politischen Minderheit gilt.

    Im Ernst: man sieht dabei wie hirnrissig und dumm der hochtrabende Kampf gegen „Hatespeech“ ist, weil die Kriterien beliebig und biegsam sind. Von daher ist die Sperre von Aktion Arschloch sogar äußerst wertvoll, zeigt es uns nämlich wohin der Ruf nach mehr „Kontrolle“ in den sozialen Netzwerken folgerichtig führen muss.

    1. Der Kampf gegen Hate-Speech ist weder dumm, noch hirnrissig.

      Die Kriterien, nach denen auf Plattformen gefiltert wird, legen eben Plattformbetreiber fest. Und dann kann auch so eine, m.E. falsche, Sperrung erfolgen. Allerdings ist es eben keine Zensur. Zensur meint einfach etwas ganz anderes.

      Es gibt aber andere Probleme damit, denen man sich zuwenden muss, um sich gegen Nazis stellen zu könne, um Hatespeech einzuschränken, um Menschen zu schützen und um freie Meinungsäußerung sicherzustellen.

      Ich glaube, dass wir dabei tatsächlich die Frage versuchen sollten zu klären, wie wie viel Macht eine Plattform besitzen darf? Wenn eine Plattform quasi-monopolistisch ist, dann sollte sie eventuell anderen Regeln unterliegen, als ein „privates Unternehmen“.

      1. „Der Kampf gegen Hate-Speech ist weder dumm, noch hirnrissig.“

        Na, wenn das stimmt, dann war die Sperrung ja folgerichtig.
        Denn eines ist ja mal klar: Wenn man derartige Kriterien für „Hatespeech“ anlegen will, dann müssen sie für alle gleich gelten.
        Wer „Aktion Arschloch“ in diesem Fall nicht für sperrwürdig hält, hätte also auch keinen Grund dafür eine „Aktion Arschloch“ für die Anhänger von „Refugees Welcome“ für sperrwürdig zu halten.

        Nur genau hier liegt ja das Problem: die bisherigen Maßstäbe an „Hatespeech“ triefen vor Doppelmoral, Bigotterie und Beliebigkeit.

      2. zu: „Zensur meint einfach etwas ganz anderes.“

        Pardon: LOL

        Wenn es für die Betroffenen exakt so wirkt wie Zensur und Nichtbetroffene daraufhin ihr Verhalten ändern und schweigsamer werden, dann ist es eben doch am Ende Zensur, und zwar auch dann, wenn sie von nichtstaatlichen Akteuren veranstaltet wird – denn letztlich geht es hier um die öffentliche Rede.

        Unangenehm daran ist allerdings, dass diese Art Zensur von einem nichtstaatlichen Akteur erfolgt. Dort erhält man keinerlei gerichtlichen Zugriff, um sich zu wehren – allenfalls leeres PR-Blabla von bezahlten Lügnern.

      3. Interessanterweise hat NetReaper das Wort „Zensur“ überhaupt nicht in den Mund genommen.

        Der Verweis auf die Verantwortung der „quasi-monopolistischen“ Plattform lenkt leider nur ab; gäbe es nicht die absurden Strafandrohungen durch das #NetzDG, würden alle Platfformen, egal ob marktbeherrschend oder nicht, deutlich weniger sperren.

      4. Natürlich ist es Zensur, nur eben keine _staatliche_ Zensur.

        Da stellt sich dann natürlich die Frage, inwieweit man mächtigen Medienunternehmen das Recht einräumen sollte, _private_ Zensur zu betreiben.

    2. Das sich Aktion Arschloch aber einzig auf ein Zitat aus einem Titel der Ärzte bezieht, wissen sie schon? Da wird niemand kollektiv als Arschloch bezeichnet, zumindest nicht von der Seite „Aktion Arschloch“

      1. cogito ergo sum – eindeutig hate speech -> Google hat somit RICHTIG gehandelt um Hate Speech einzudämmen.

        Wohl noch zuwenige CoC- Code of Conducts – gelesen: Using welcoming and inclusive language

        Jemanden kollektiv oder direkt oder auch nur implizit über einen Song oder den ganzen Slogan als Arschloch zu bezeichnen ist sicherlich nicht „welcoming“ oder „inclusive“.

        Ich würde mich ja viel eher über das Regelwerk von Google unterhalten, wann und wieso jemand verstoßen wird. Bei der Begründung HateSpeech ganz besonders.

        Hier haben wir das selbe Problem von Overblockung wie bei den Netzsperren. Bei Zenzursula war die Netzgemeinde noch geschlossen dagegen, jetzt wird das ganze über den Begriff „HateSpeech“ aber Salonfähig gemacht. Ist aber das selbe jetzt in Grün. (pun not intended)

  2. Gerhard Torges hat sich zu keinem Zeitpunkt so verhalten, das eine Sperre gerechtfertigt wäre.
    Vielmehr ist er einer Person ein Dorn im Auge, die sich über mindestens 133 Goggle-ACC in abwärtender- und rassistischer Form über Flüchtlinge, Migranten, Frau Merkel, aber auch über Personen wie Gerhard, die sich aktiv gegen Rassismus einsetzen, äußert. Diese Person hat sich auch dazu bekannt, mit allen seinen ACC Gerhard so lange gemeldet zu haben, bis er und seine Seiten gelöscht worden.
    Diese Person (Name und Anschrift sind bekannt), zielt darauf ab, Menschen wie Gerhard mundtod zu machen.

    1. Tja, und anderswo wollen andere Personen alle „Nazis“ – oder solche, die sie dafür halten – „mundtod“ (sic!) machen. Und jetzt?

      Merke: ein Grundrecht gilt eben für alle, sonst ist es kein Grundrecht…

    2. Das ist doch vollkommen unerheblich, wichtig ist das diese Aktion gegen die Richtlinien verstoesst.

      Wenn der Betreiber sich entscheidet dies nicht mehr zu tun kann er auch wieder online gehen, das sollte doch nicht so schwer zu verstehen sein.

  3. Wo steht denn, dass man jeden Andersdenkenden als Nazi beleidigen darf, ohne dass das Konsequenzen hat. Gerade Google+ war seit jeher um Harmonie bei seinen Nutzern bestrebt. Ich halte es für völlig richtig, wenn Seiten wie „Aktion Arschloch“ aus Google+ rausgeworfen wurden. Ich würde es nicht für richtig halten, wenn die einen eigenen Blog betreiben würden und der vom Provider abgeschaltet würde. Allerdings sollte klar sein, dass die für ihre Inhalte haften. Im wahrsten Sinne des Wortes. Als Richter würde ich solche Gesetze sehr eng auslegen. Und im Falle einer klaren Schuld die maximal mögliche Strafe verhängen.

    1. „beleidigen“ … ich find es immer lustig. Wenn man einem Linken sagt, er ist Links, dann bejaht er das, noch während er dein Auto anzündet … wenn ich aber zu einem Rechten sage, dass er rechts ist, ist das eine Beleidigung … *rofl*

      Übrigens setzt sich Aktion Arschloch allgemein gegen Rassismus ein, die Verbindung zu „Nazis“ die haben jetzt eher sie getroffen.

      1. @Arestris
        “ …wenn ich aber zu einem Rechten sage, dass er rechts ist, ist das eine Beleidigung … *rofl*

        Zum Teil richtig.
        Dunkelbeige Probanden unter sich und unter Ausschluss von Andersdenkenden grölen lauthals das sie stolz sind Nazis zu sein,jedoch wenn sie die Öffentlichkeit gewahren,kriechen Sie wieder in ihre Rattenlöcher und wollen offiziell nie und nimmer braun gewesen sein.
        Es fehlen die Cohones um ihre braunen Standpunkte zu vertreten,oder die größten Verräter an der Nazi Gesinnung, sind die Braunen selbst,quasi eine Anhäufung von braunen Judas.LOL

    2. „Als Richter würde ich solche Gesetze sehr eng auslegen. Und im Falle einer klaren Schuld die maximal mögliche Strafe verhängen.“

      Ja und die Leute von der Titanic standesrechtlich erschiessen lassen oder was?

  4. Die „Aktion Arschloch“ ist keineswegs beleidigend. Das „Arschloch“ ist das Zitat aus dem Lied „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten. Für eine Beleidigung müsste es zumindest einen konkreten Empfänger geben. „Frank Müller ist ein Arschloch“, wäre eine Beleidigung, aber „Wer gerne Flüchtlingsheime anzündet ist ein Arschloch“ eben nicht,

    So ganz nebenbei hat Google bei der Aktion auch mitgemacht, indem die Erlöse für Pro Asyl gespendet wurden. Ich gehe also davon aus, dass schlicht der Algorithmus nicht so funktioniert, wie er sollte. Und Google das hoffentlich schnell korrigiert.
    Nach Charlottesville haben sie ja gezeigt, dass sie sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind.

    1. Sehe ich ganz genauso. Und bin mehr als erstaunt, welche Argumentation hier für eine Sperrung von „Aktion Arschloch“ angeführt wird, um die es hier überhaupt nicht geht…und die von Google unterstützt wurde.
      Die Sperrung ist übrigens soeben aufgehoben worden! Und das zu Recht…

  5. Gerhard und „Aktion Arschloch“ ist übrigens wieder online.
    Danke auch an Euch Netzpolitik.org für die Unterstützung, auch oder gerade durch den medialen Druck. ;-)

      1. Ihnen ist schon klar, dass Sie Radikale durch Prügelei nicht zu Vernunft bringen werden?
        Eher werden es mehr oder Sie werden sich weiter radikalisieren.
        Hat übrigens super geklappt mit dem „mundtot machen“:
        https://qz.com/1056319/what-is-the-alt-right-a-linguistic-data-analysis-of-3-billion-reddit-comments-shows-a-disparate-group-that-is-quickly-uniting/
        Denken Sie nicht, dass sich die Leute einfach eine andere Plattform suchen werden?
        Was genau hat dies für einen Nutzen, wenn man die Personen nicht mehr erreicht?

  6. Wer eine solche Seite auf einer US-Plattform wie G+, FB usw. veröffentlicht, sollte sich nicht wundern. Klar, solche Plattformen sind kostenlos und es ist besonders einfach ein Seite zu schalten. Dafür ist man auch deren willkürlichen Zensur ausgeliefert. Das ist aber ein alter Hut.

    1. „Ein alter Hut“
      Versuchst du jetzt direkt das Imperium und die Unterdrückung zu verdrängen und in deinen charakter zu integrieren? Oder warum versuchst du hier das grosse „ja das war ja schon immer so“-Tuch über die Geschichte zu spannen? Das hier ist ein Präzedenzfall. Am 8.8. wurde das eingeführt. Warscheinlich ist der NSU tiefer als wir alle denken.

  7. Hate Speech kann eine ziemlich unangenehme Sache sein. Aber man zwingt Unternehmen unter Strafe dazu, dass sie auf Ihren Plattformen für „Recht und Ordnung“ sorgen und dabei Rechtsnormen selbständig auszulegen. Ich weiß nicht, wer sich vorstellt, dass dabei etwas Gutes herauskommen kann. In einem Rechtsstaat klären das jedenfalls normalerweise die Gerichte.

    Was kommt als Nächstes? Ich weiß: Wir zwingen private Sicherheitsunternehmen unter Strafandrohung dazu, nach Einbrechern, Terroristen und Temposündern zu suchen. Vielleicht können die dann auch vor Ort das Urteil fällen. Dann müssen sich unsere auch sonst überlasteten Gerichte nicht damit auseinandersetzen.

  8. Ich befürworte diese Zensur, denn gerade aus bestimmten ideologischen Bereichen wurde sehr intensiv FÜR Hate Speeach Gesetze Werbung gemacht. Die Warnungen, daß solche Gesetze gegen jede Ideologie angewandt werden können, wurde im Gefühlswahn ignoriert.

    DAS habt ihr jetzt davon!

    1. + ordentlich Hetzen, damit der Neoliberalismus schön weiter gewinnt, kann ja nicht angehen, dass man sich einig wird und gegen wirklich Reiche vorgeht…

  9. Ach geil mal wieder der Faschitorithmus von der alphabet Inc.
    Da können die noch so oft auf youtube posten sie sein proud to be…whatever.
    google ist ein Naziverein und fertig!

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