Öffentlichkeit

Fake News: Es ist kompliziert

„Hillary Clinton betreibt einen Kinderpornoring unter einer Washingtoner Pizzeria“, „Margot Käßmann hält alle Deutschen für Nazis“ und „Lukas Podolski schmuggelt Flüchtlinge via Jet-Ski übers Mittelmeer“ – das alles sind sogenannte Fake News. Doch beeinflussen sie auch die Bundestagswahl?

CC-BY-ND 2.0 Laurensea

Der Autor, Alexander Sängerlaub, leitet das Projekt „Measuring Fake News“ beim Think Tank Stiftung Neue Verantwortung in Berlin. Der Gastbeitrag ist ein Auszug aus dem Paper, das er morgen zum Thema veröffentlicht.


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Die einen stilisieren sie als entscheidendes Zünglein im amerikanischen Wahlkampf, die anderen weisen darauf hin, dass Propaganda und Desinformation keine neuen Phänomene sind. „Neu“ seien höchstens die Kanäle: wie Facebook und Twitter. „Es ist kompliziert“ – wäre wohl dementsprechend der passende Facebook-Beziehungsstatus, auch was die Frage letztlich nach der Wirkung betrifft. So gehen die beiden Wissenschaftler Hunt Allcott (New York University) und Matthew Gentzkow (Stanford) eher von einer zu vernachlässigenden Wirkung von Fake News im komplexen Gebilde „Wahlentscheidung“ aus, während das Team um Yochai Benkler (MIT und Harvard) zurecht darauf hinweist, dass das amerikanische rechte Nachrichtennetzwerk um Breitbart und Co. sehr erfolgreich darin war, die Themenagenda der „Mainstream-Medien“ mitzubestimmen, sodass gewisse Debatten um Desinformation allgegenwärtig waren. Und der ein oder andere politische Beobachter sieht derzeit die problematischste Quelle für Fake News im Weißen Haus sitzen und twittern.

Amerikanische Verhältnisse

Jetzt, kurz vor der Bundestagswahl, befürchtet etwa jeder dritte Deutsche, dass Fake News einen starken Einfluss auch auf die Wahl hierzulande haben werden – jeder Zweite hält sie sogar für ein großes Problem, sagen uns die Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen, erhoben für das ZDF, aus dem Mai. Doch herrschen bei uns schon „amerikanische Verhältnisse“?

Der differenzierte Blick in die Logik des amerikanischen und deutschen Politik- wie Mediensystems lässt hierzulande weniger Schlimmes befürchten: Die Deutschen haben mehr Vertrauen in „die Medien“, vor allem in die Öffentlich-Rechtlichen und nutzen weitaus seltener Social Media als Nachrichtenquelle, im Vergleich zu den Amerikanern. Und auch die politische Landschaft ist weniger polarisiert und zerrüttet. Während in den USA das Wertegerüst von Hillary Clinton und Donald Trump ungefähr so weit auseinanderliegt wie Anchorage in Alaska und Miami in Florida, scheint sich der deutsche Bundestagswahlkampf höchstens um die Frage zu drehen, welche Partei mit Angela Merkel nach der Wahl koalieren darf.

Weiter ist anzunehmen, dass auch in diesem Wahlkampf die wichtigste Informationsquelle der Deutschen das Fernsehen bleibt, in dem ARD und ZDF – laut Rundfunkstaatsvertrag – sich pluralistisch und ausgewogen der Meinungsvielfalt zu widmen haben. Das steht wiederum diametral der Medienlogik von FOX News oder Breitbart gegenüber.

Die Reise der Fake News

Was nun, dem geringeren Nährboden zum Trotz, genau hierzulande als „Fake News“ durchs Netz geistert, sollten wir uns trotzdem genauer anschauen um herauszufinden, wer Fake News in die Welt setzt, wie sie ihren Weg über Social Media ggf. sogar in die Medienöffentlichkeit finden und was das Debunking (zu deutsch: Entzaubern) der großen Medien, wie des Faktenfinders der Tagesschau, bringt.

Dafür haben wir eine eigene Methodik entwickelt und begonnen, die Verbreitung einzelner Falschnachrichten in der Online-Öffentlichkeit analysieren. Als Grundlage dient dafür das Monitoring-Tool des Kölner Medienbeobachters Unicepta, das nicht nur einen Medienkanal erfasst, sondern die Daten von Facebook, Twitter, YouTube, Online-Nachrichtenseiten, Foren und Blogs zusammenführt und analysiert.

In einem ersten Testcase haben wir uns die Fake News um die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Margot Käßmann, angeschaut und ihre Reise durch die Online-Öffentlichkeit nachkonstruiert. Anlass war ihre Rede auf dem Kirchentag in Berlin, in der Käßmann sich der Familienpolitik der AfD annahm und deren Parteiprogramm kritisierte. Laut diesem sollen sich vor allem „Biodeutsche“ vermehren, was Käßmann an den kleinen Arierparagraphen der Nationalsozialisten erinnerte. In diesem Zusammenhang fiel Margot Käßmanns Zitat: „Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern, und da weiß man, woher der braune Wind dann wirklich weht.”.

„Sharepic“ der AfD

Daraus machte die Epoch Times Deutschland, eine dem rechten Spektrum zuzuordnende Online-Zeitung: „Margot Käßmann bezeichnet Bundesbürger mit zwei deutschen Eltern und vier deutschen Großeltern als Nazis“ und erreichte damit ihre Leserschaft, die das dekontextualisierte Zitat erfolgreich weitertrug, sodass der Artikel das höchste „Engagement“ (also die Summe aus Shares, Likes und Comments) in Social Media (Twitter & Facebook) auslöste.

Die AfD und ihre Parteianhänger teilten währenddessen ein Meme auf Facebook, auf dem zu lesen ist “Margot Käßmann: Wo Deutsche Kinder bekommen, da weht ein ‘brauner Wind’”. Die beiden erfolgreichsten Debunker, der Faktenfinder der Tagesschau und die Berliner Morgenpost, erzielten dagegen selbst zusammengerechnet nicht so viel Social-Media-Reichweite, wie die Epoch Times, auch wenn ihre jeweiligen Webseiten höhere direkte Reichweiten („Page impressions“) aufweisen.

Bereits wenige Verbreiter der Fake News machen dabei im konkreten Fall schon einen Großteil der viralen Reichweite aus. Und auch das Verhältnis zwischen der Verbreitung der Fake-News und ihrem Debunking leidet dementsprechend. So beinhalten ein Viertel der von uns analysierten 510 Artikel und Postings (siehe Grafik) das Fake-News-Narrativ und nur 15 Prozent das Debunking – die 25 Prozent Fake News kommen zudem zusammengerechnet auf fast doppelt so viel Engagement.

Unter den 46 Prozent im Bereich „None“ verbirgt sich dann ein großer Teil von „Anschlusskommunikation“, wie der Tweet der ehemaligen CDU-Abgeordneten Erika Steinbach, die Käßmann „linksfaschistische Ergüsse“ unterstellt. Oder ein weiterer Artikel der Berliner Morgenpost, die wiederum über Steinbach berichtet. Der Großteil dieser Anschlusskommunikation lässt sich euphemistisch als „Contraposition“ bezeichnen, viel davon ist aber schlicht Hetze und Hass. So sind 14 Prozent der Käßmann-Postings und Artikel auch gleich gar nicht mehr im Netz abrufbar. Entweder, da die Plattformen die Beiträge entfernt haben oder aber Käßmanns Androhung gegen die Verbreiter zu klagen, Wirkung gezeigt hat. Die gute Nachricht: Kein einziges seriöses Online-Medium teilt die Fake News – von Spiegel Online bis bild.de widmen sich alle vorrangig dem Debunking – bzw. Käßmanns Klageandrohung.

Der Sinn dieser Datenübung, die nur einen kleinen Teil unserer Analyse zeigt [PDF], ist am Ende die Strukturen und Muster dahinter, aufzuzeigen und zu verstehen. Dafür wiederholen wir die Analyse mit einer möglichst großen Zahl weiterer Fake News mit Fokus auf politischen Themen im Wahlkampf. Mittels Befragung der Wähler nach der Bundestagswahl wollen wir zudem herausfinden, was am Ende hängen bleibt: Ist es trüb die Erinnerung an das Narrativ der Fake News à la „Da war doch was mit Schmuggler-Poldi und den Flüchtlingen!“ oder erreicht das Debunking genug Menschen, um den faulen Nachrichtenzauber zu enttarnen?

Über den Testcase hinaus bleibt währenddessen zumindest der Eindruck, dass die nun seit Ende letzten Jahres andauernde Debatte große Teile der Bevölkerung sensibilisiert hat. So sind, laut Daten der Forschungsgruppe Wahlen, die Deutschen ohnehin kritisch mit allen Nachrichten, die sie über Social Media erreichen und gut zwei Drittel der jungen Deutschen sagen, laut einer Umfrage der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen, dass sie ihnen begegnende Fake News auf deren Wahrheitsgehalt geprüft haben.

Die Spitze des Eisberges

Und dennoch: Die Diskussion um Fake News steht stellvertretend für eine Veränderung, die der alte Habermas mal „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ genannt hat – nur das wir davon die digitalisierte Version gerade erleben. Um mal die Problemfelder aufzuzeigen: Die journalistischen Gatekeeper sind auf dem Rückmarsch, denn Parteien, Kandidaten und politische Bewegungen erreichen via Social Media ihr Publikum nun auch direkt. Und während das ein oder andere Medium via Clickbaiting um seine Leser kämpft, kann jeder selbst via Twitter oder gar mit eigener Botarmee und ein wenig Glück seine selbst produzierten Nachrichten viral gehen lassen. Währenddessen bietet das Netz für jede noch so krude Verschwörungstheorie das passende „tiefergehende Informationsangebot“, während wir bei Facebook nicht wissen, wen die Parteien mittels „Dark Ads“, also personalisierter Wahlkampfwerbung, wie und in welchem Umfang erreichen.

Für viele dieser Phänomene fehlen uns zuweilen schlicht Daten, um genau beurteilen zu können, wie stark der Einfluss von Dark Ads oder Social Bots letztlich ist. Für Fake News ist zumindest der Anfang gemacht. Bis dahin hilft Gelassenheit anstatt hysterischer Debatten genauso viel, wie die stetige Verbesserung der Medienkompetenz von uns allen im Zeitalter der Informationsgesellschaft. Wer sich nun dennoch bis zur Bundestagswahl im Unklaren darüber ist, welcher Wahrheitsgehalt einem auf der eigenen Facebook-Timewall begegnet, dem sei der – mit einem Augenzwinkern – gegebene Rat von Carolin Emcke von der Jahrestagung des Netzwerks Recherche diesen Jahres mitgegeben: »Tja, überall Fake News? Kauft halt ne Zeitung!«

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22 Kommentare
    1. Ja, hier wird auch ganz munter zensiert, selbst wenn der Kommentar ganz gewiss nicht gegen Regeln verstößt. Unliebsame Fakten werden eben gern unter den Teppich gekehrt.

      Diese fake news nannte man früher Propaganda. Die Verbreiter von falschen Nachrichten und Halbwahrheiten sind nicht nur in „sozialen“ Medien zu Hause.

      Sowas ist weder kompliziert, noch braucht man Gesetze. Die Zensoren, egal welcher Coleur, selbst verdienen die Verachtung aller.

  1. Immerhin Kässmann statt des „Fall Lisa“. Ansonsten nichts Neues im PDF: Correctiv und FirstDraft(Bellingcat) und die „Fall Lis“-Apologeten des ARD-Faktenfinder hinterlassen beim informierten Leser eher das Gefühl, dass da Feuer mit Öl bekämpft wird. Stiftung „Neue Verantwortung“. Well duh…

      1. Aber aber… Es regt sich keiner auf. Ich kann den Phantomschmerz des verlorenen Informationsprivilegs nachvollziehen und gönne allen besorgten Faktenfindern den revisionistischen Ansatz, das liebgewonnene GateKeeperMonopol wiederherzustellen oder zumindest verbliebene Reste zu konservieren.
        Liberalisierung samt Nebenwirkungen ist wirklich nur was für die ganz Harten.

  2. Es ist ein Gastkommentar, nur ergaenzend Wikipedia zum garantiert total unabhaengigen Think Tank:
    Geschäftsführender Vorstand ist Anna Wohlfarth. Präsident der Stiftung ist Michael Vassiliadis, weitere Mitglieder sind unter anderem Hubertus Heil, Cem Özdemir, Philipp Rösler und Wolfgang Ischinger.[1]

    Beratend tätig sind unter anderen Stephan Braunfels, Bärbel Dieckmann, Jörg Hacker, Max Hollein und Christiane Kofler.

    Die Finanzierung der Stiftung erfolgt über Unternehmen und andere Stiftungen. Förderer sind unter anderen die Energieunternehmen EnBW AG und Thüga AG, der Chemie-Konzern Lanxess AG und das Personalunternehmen Egon Zehnder GmbH sowie der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, die BMW Stiftung Herbert Quandt und die Stiftung Mercator.

  3. „Fake News“ haben bereits seit Jahren massive Einflüsse auf elementare Lebensbereiche.
    Wieso braucht man eine Studie um herauszufinden, dass die Akzeptanz von Überwachungsgesetzen nur deshalb so hoch ist, weil etablierte Medien und Behörden falsche Informationen verbreiten?
    Oder die Impfangst. Oder die Ansicht, dass Frauen, die Männer der Vergewaltigung bezichtigen, grundsätzlich glaubwürdig sind. Oder der Glaube an den Kapitalismus und das unendliche Wachstum. Oder die Hetze gegen Arbeitslose und jeden, der weniger verdient als man selbst.

    Ich brauche keine Studie, die kurz vor der Bundestagswahl zusammengeklöppelt wird, um zu erkennen, dass Lügen und Unwahrheiten einen Einfluss auf das Verhalten und das Denken haben.
    Dieses Phänomen ist übrigens bekannt und das seit Jahrzehnten.

    Mein Lieblingsbeispiel ist die bisher einmalige Hetzjagd von Politik und Medien gegen Google StreetView. Das Paradebeispiel dafür, dass es völlig unwichtig ist, wie offensichtlich eine Lüge auch ist – wenn sie in einem Medium mit hoher Reichweite geäußert wird, setzt sie sich als Fakt in den Köpfen fest, bringt hohe Entscheidungsträger zu den lächerlichsten Aussagen und die Mehrheit der Bevölkerung dazu eine sinnvolle, komfortable und sichere Funktion grundsätzlich abzulehnen.

    Aber mir kam gerade ein Gedanke. Könnte es möglicherweise sein, dass es gar nicht um „Fake News“ im eigentlichen Sinne geht, sondern um „Fake News von nicht etablierten Medien“? Denn Fake News gibt es seit Jahrzehnten, egal ob BILD, FAZ oder Tagesschau. Es wird gelogen, fantasiert und manipuliert ohne Ende. Die Frage, ob „Fake News“ die Meinungsbildung beeinflussen können, kam jetzt erst auf mit Verbreitung „alternativer Medien“, also dem Verlust der Deutungshoheit.

    Diesen Aspekt finde ich viel interessanter, die Frage müsste lauten: „Haben Nachrichten und Informationen aus nicht etablierten, alternativen Medien einen Einfluss auf die Meinungsbildung der Menschen eines Landes, um eine kommende Bundestagswahl im Sinne der Informationsbildung dieser alternativen Medien zu beeinflussen?“

    Die einfache Frage: „Haben Fake News einen Einfluss auf die Bundestagswahl?“ ist klar mit Ja zu beantworten. Dafür muss man sich nur eine beliebige Bundestagswahl und die vorherige Berichterstattung ansehen. Ich empfehle die Einheitswahl und die vorherige gnadenlose Propaganda der ÖR gegen die SPD, welche in den Umfragen abgestürzt ist, nachdem alle Medien geschlossen Lafontaine’s Aussage, dass die Einheit teuer werden wird, als Spinnerei, Lüge und Dummheit bezeichnet haben. Die Wahl war übrigens 1990, 27 Jahre später wird immer noch für den Osten bezahlt.

  4. “ In diesem Zusammenhang fiel Margot Käßmanns Zitat: „Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern, und da weiß man, woher der braune Wind dann wirklich weht.”.“ Ja, Frau Käßmann hat damit einen nicht geringen Teil der Bundesbürger beleidigt. Aber, wer sie schätzt, kann sich ja eine(n) Farbige(n) oder andere als Elternteile aussuchen.

    1. Käßmann zielt mit ihrer Kritik doch nicht auf Menschen ab, die wie ich vier deutsche Großeltern haben, sondern auf die AfD, die biodeutsche Vermehrung propagieren. Das ist doch wirklich nicht so schwer zu verstehen…

      1. Die Formulierung von Käßmann heißt auf deutsch übersetzt, wer zwei hier geborene Eltern und vier hier geborene Großeltern hat, ist dem braunen Wind zuzuordnen. Mit Parteien hat das nichts zu tun. Man kann es nur entschuldigen, wenn man sagt, na gut eine alte deprimierte Jungfer kurz vor ihrer Beerdigung kann auch mal Stuss sabbern. Natürlich legen wir nicht jedes Wort auf die Goldwaage und lassen auch mal fünfe gerade sein, aber sowas als Beispiel anzuführen ist ungeeignet.

        Jüngste fake news vom ZDF zu einem Interview mit Sarah Wagenknecht, von den Nachdenkseiten aufgegriffen, hätten auch hübsch gezeigt, wie subtil die Wahrheitsverkünder ihre Wahrheiten zurechtbiegen.

        Wenn das ein Einzelfall wäre, müßte man nichts sagen, aber es ist alltäglicher Wahnsinn. Wer sich dort informiert glaubt, könnte falsch informiert worden sein. Man könnte jeden Tag auf die Palme gehen, wenn man sich solche Nachrichten wirklich antun würde. Konsequenzen hat das immer noch nicht, aber die GEZ-Kassierer streuen schon mal das Gerücht, dass sie mehr Geld brauchen.

        1. Rolf, anscheinend willst du dir die Mühe nicht machen, das Zitat im Originalkontext (oben verlinkt) durchzulesen, wo Käßmann die Idee der AfD thematisiert, die Geburtenraten der „einheimischen Bevölkerung“ zu erhöhen. Der „braune Wind“ bezieht sich auf das Parteiprogramm der AfD. Wer etwas anderes behauptet, ist entweder nicht in der Lage längere Texte zu lesen oder verfälscht absichtlich die intendierte Aussage.

  5. @CON sagt: 23. August 2017 um 22:00
    Du scheinst doch ganz schön verwirrt zu sein. Die für jeden im realen Leben sichtbaren Fakten werden die Wahlen entscheiden. Da können die Meister von Werbung und Falschnachrichten noch so viele bots in die Netze jagen, es wird ihnen nicht helfen. Niemand, der noch klar bei Verstand ist, verzeiht der SPD die Agenda 2010 und niemand, der noch klar bei Verstand ist vergisst die Taten der darauf folgenden Merkel-Regierungen.

  6. Niemand hat die Wahrheit für sich alleine gepachtet. Das es keine objektive „Warheit“ gibt ist nicht nur gesellschaftspolitische relevant, sondern auch physikalisch begründbar. Wer dazu mehr wissen will googel nach Prof. Dürr und „Wir erleben mehr als wir begreifen.“
    Und MEINUNGSFREIHEIT gibt es NUR, WENN JEDER IMMER SAGEN KANN WAS ER WILL. OHNE EINSCHRÄNKUNGEN. Eine „eingeschränkte“ Meinungsfreiheit ist keine.

    1. Quatsch. Hetze gegen Minderheiten ist in den meisten Ländern eingeschränkt bzw. verboten und wer damit ein Problem hat, will das demokratische Grundrecht der Meinungsfreiheit für undemokratische Zwecke missbrauchen.

      1. Das ist ein, in meinen Augen, interessanter Punkt.
        Wenn man Verfechter der Menschenrechte ist,
        was macht man dann mit einem Mörder?
        Hinrichten? Er hat ein Recht auf Leben.
        Einsperren? Er hat ein Recht auf Freiheit.
        usw.
        Jetzt könnte man sagen …
        „Durch den Mord hat er sein Menschenrecht verwirkt.“
        das führt aber immer zu
        „Durch XXXX hat er sein Menschenrecht verwirkt.“

        Das wird ja nun verschieden gehandhabt …
        Länder wie die USA oder Saudi Arabien richten gern mal hin,
        wir sperren lieber ein.
        Es ist nicht universal, sondern abhängig der geltenden Moral und Ethik …
        oder besser … Moral- und Ethikempfinden.
        Also von Gefühlen … und die wollte man in einem Rechtsstaat
        doch eigentlich raus haben aus der Justiz. (s. Lynchjustiz)

        Was die Menschenrechte, in meinen Augen,
        jetzt leisten sollen ist Regeln aufzustellen, die immer gelten.
        Also nicht sowas wie 1+1=2 außer Freitags und an Feiertagen da ist 1+1=3.
        Wenn es solche Ausnahmen gibt dann sind die Regeln einfach nicht gut genug.
        1+1=2 … keine Diskussion.

        Das heißt ich würde einen Mörder nicht einsperren.
        Nicht aus Rache und auch nicht als Strafe.
        Ich würde aber das Individuum „Mörder“ vom Kollektiv trennen.
        Um das Kollektiv zu schützen, und helfend auf das Individuum einzuwirken,
        das es wieder in eine Eingliederung und die Gruppe kommen kann.

        Faktisch ändert sich nichts von außen betrachtet,
        aber das Mindset und die Zielsetzung ist eine ganz andere.
        Das was wir jetzt haben will Strafen, Rache und Befriedigung niederer Triebe,
        das was, in meinen Augen, besser wäre will schützen und helfen.

        Und bei zb. Nazis sehe ich das genauso …
        ich lass sie reden, und versuche argumentativ einzuhaken.
        Aber im Moment verläuft die Argumentationskette so:
        ich –
        Hör mal Mr. Nazi der Mensch auf der Flucht hat Menschenrechte,
        dem geht es scheiße und wir müssen ihm helfen.
        Wir müssen seine Menschenrechte achten.
        Mr. Nazi –
        Aber ich bin auch ein Mensch. Ich hab auch Menschenrechte.
        Ich hab das Recht auf Meinungsfreiheit,
        aber die bösen Linken versagen es mir.
        ich –
        Touche. Aber sei nachsichtig mit den Linken,
        sie wissen es halt nicht besser. Zeig Größe.
        Nimm dir den moralischen Highground.
        Mr. Nazi –
        Ich scheiß auf den moralischen Highground.
        *nachderbaseballkeulegreif*

        Ich persönlich sabbel mich lieber X Stunden mit Leuten ab,
        deren Meinung ich nicht toll finde, um sie zu überzeugen,
        als einen Deckel auf den Topf zu machen
        und zu warten bis er mir um die Ohren fliegt.

        TL:DR

        Menschenrechte sind nicht verhandelbar.
        Niemals … unter keinen denkbaren Umständen.
        (Man kann natürlich versuchen sie zu verbessern …
        aber bisher hab ich von noch keinem haltbaren Vorschlag erfahren)

  7. Menschenrechte geben einem Menschen nicht das Recht Anderer zu verletzen. Das wird zu Recht mit Sanktionen geahndet. Alles andere ist Blödsinn.

  8. Und der sogenannten „Rundfunkbeitrag“ steigt und steigt und steigt. Ich wäre so froh, endlich mit diesen bald schon 21€ pro Monat machen zu können, was ich möchte-statt gezwungen zu werden, es -ganz überwiegend- für die Pensionskassen der leider keineswegs neutralen und ausgewogenen Staatsmedien ausgeben zu müssen.

    Wenn ich überlege, was ich stattdessen mit dem von mir erwirtschafteten ganzen Geld machen könnte…

  9. Dieses hysterische Anmutende suchen von Fehlern in Nachrichten ruft tatsächlich ein ungutes Gefühl hervor. Dazu kommen noch die pasenden Gesetze und aktuell seltsam begründete Behinderungen von Journalisten (G20, linksunten) oder massives aufräumen bei Youtube (selbst der biedere LeFloid ist davon betroffen).

    Etwas traurig macht es, dass ihr euch zu einem Teil dieser Maschinerie macht und ähnlich wie auch Heise, glaubt wenn man ein zwei hanebüchene Beispiele nimmt, sind die anschliessenden Sperren und Behinderungen legitim. Zumindest erscheint das als der Grund, für diese Propagandaschiene.

    Neben dem politischen Bilder, die die Politiker besser kontrollieren wollen (Stichwort „Wahlmanipulation“ – was in der jetztige Form ein Widerspruch an sich ist, denn es geht nicht um techn. Manipulation, sondern die Manipualtion der Willensbildung und die möchte man besser kontrollieren? Also die freie Willensbildung abschaffen?), sind natürlich auch die grossen Medienhäuser an mehr Kontrolle interessiert.

    Und ich glaube nicht, dass man ein grosser Verschwörugstheoretiker sein muss, um einen grossen Einfluss von Bertelsmann, Springer, Burda, Funke Medien auf die Politik zu behaupten. Letztlich werden diese auf längere Sicht versuchen die Hoheit über die Inhalte im Netz zu erlangen und meiner Auffasung nach wird das auch erflogreich sein.

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