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Dubai: Wohin die Reise mit der Gesichtserkennung führt

Derzeit wird am Berliner Bahnhof Südkreuz Videoüberwachung mit Gesichtserkennung erprobt. Im arabischen Emirat Dubai hingegen ist die Überwachung schon weiter fortgeschritten. In der Süddeutschen Zeitung beschreibt Paul-Anton Krüger, wie dort unter dem Begriff „Smart City“ der Polizeistaat ausgebaut wird: Seit Anfang Juli werden autonom fahrende Streifenwagen vom Typ O‑R3 des Herstellers Otsaw Digital aus Singapur…

  • Markus Reuter
Der Roboter "Reem" von PAL Robotics wurde gerade in Dubai als Polizist der Zukunft vorgestellt. CC-BY 2.0: asvensson

Derzeit wird am Berliner Bahnhof Südkreuz Videoüberwachung mit Gesichtserkennung erprobt. Im arabischen Emirat Dubai hingegen ist die Überwachung schon weiter fortgeschritten.

In der Süddeutschen Zeitung beschreibt Paul-Anton Krüger, wie dort unter dem Begriff „Smart City“ der Polizeistaat ausgebaut wird:

Seit Anfang Juli werden autonom fahrende Streifenwagen vom Typ O‑R3 des Herstellers Otsaw Digital aus Singapur getestet, die an eine auf eineinhalb Meter gequetschte Version eines Smart-Kleinwagens erinnern. Der Patrouillen-Roboter verfügt über eine Vielzahl von Sensoren, die man eher in einem Kampfhubschrauber erwarten würde: hochauflösende optische Kameras, deren Software Gesichter und Nummernschilder erkennt, Wärmebildkamera, Laserdetektoren zur Abstands- und Geschwindigkeitsmessung sowie Ultraschall-Sensoren und Bewegungsmelder, die Fußgänger verfolgen können. Stößt das Fahrzeug auf unüberwindliche Hindernisse oder benötigt es weitere Daten, kann es aus einer ausfahrbaren Schublade am Heck eine Drohne aufsteigen lassen.

Ihre volle Wirkung entfalten die Sensoren durch die Integration der Daten und die Live-Übertragung in die jüngst aufgerüstete Leitstelle der Polizei, die jetzt für die Auswertung biometrischer Daten und den Einsatz künstlicher Intelligenz ausgestattet ist. Letztlich heißt das nichts anderes, als dass die von den Robotern erfassten Daten in Echtzeit mit Datenbanken abgeglichen werden können, die etwa Gesichtsmerkmale von Personen enthalten, die zur Fahndung ausgeschrieben sind, oder Nummernschilder gestohlener Autos oder solcher, die offene Strafzettel haben.

Das Überwachungsangebot wird demnächst durch Polizei-Roboter der niederländischen Firma PAL Robotics abgerundet. Sie wurden gerade vorgestellt und sollen Gesichter und Gesichtsausdrücke sowie Körpersprache und Gesten erkennen können.

Über die Autor:innen

  • Markus Reuter

    Markus Reuter recherchiert und schreibt zu Digitalpolitik, Desinformation, Zensur und Moderation sowie Überwachungstechnologien. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Polizei, Grund- und Bürgerrechten sowie Protesten und sozialen Bewegungen. Für eine Recherchereihe zur Polizei auf Twitter erhielt er 2018 den Preis des Bayerischen Journalistenverbandes, für eine TikTok-Recherche 2020 den Journalismuspreis Informatik. Bei netzpolitik.org seit März 2016 als Redakteur dabei. Er ist erreichbar unter markus.reuter | ett | netzpolitik.org, sowie auf Mastodon und Bluesky.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP)


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4 Kommentare zu „Dubai: Wohin die Reise mit der Gesichtserkennung führt“


  1. https://www.youtube.com/watch?v=gTPKuDRhcXc
    Das können Deutsche besser ;-)


  2. … eine schöne neue Welt.
    „Sicherheitstechnik“ mal konsequent zu ende gedacht.
    Alles zum Nutzen von .…!
    Ja; wem eigentlich.
    Mein Leben wird durch Überwachung
    nicht signifikant sicherer oder besser.


  3. Lieutenant Obvious

    ,

    Fällt irgendjemandem nicht auf, wie unaussprechlich pervers das alles ist?
    Der vollautomatische Gefängnisplanet wird umgesetzt.
    Das ist Faschismus. Maschinenfaschismus.


    1. Lieutenant Obvious

      ,

      Mit allen Mitteln muß den Anfängen gewehrt werden. Sofort. Weltweit.

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