Forscher der Universität Princeton haben herausgefunden, dass es mit Hilfe von Werbung im Internet möglich ist, 62 bis 73 Prozent eines typischen Browserverlaufes zu rekonstruieren. Auf Grundlage der Ergebnisse fragte sich Tim Wambach, ob Tracking in einem Bereich stattfindet, in dem man dies vielleicht nicht erwartet, zum Beispiel bei Webseiten von Krankenhäusern. Wambach ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Uni Koblenz-Landau und filterte unter dem Suchbegriff „Lungenkrebs“ 893 Klinikwebseiten und analysierte diese. Insgesamt wurden seine Daten dabei an 1.277 Drittanbieter weitergegeben. Vor allem Tracker wie „www.google-analytics.com“ und „fonts.googleapis.com“ waren auf vielen Seiten vorhanden. Auf 62 Prozent der untersuchten Seiten fand sich einer der zahlreichen Tracker von Google.
Nutzerdaten bringen Geld
Das Geschäft mit Nutzerdaten ist riesig, so dass es nicht verwunderlich ist, wenn Rechenzentren Tracker wie beispielsweise „DoubleClick“ auf ihrer Seite einbinden, um ein paar Euro dazu zu verdienen. In den meisten Fällen geschieht die Einbindung eines Trackers auf Webseiten aber wohl unwissentlich. Problematisch wird das vor allem bei Seiten mit sensiblen Daten, zu denen Kliniken und Krankenhäuser zählen. Wenn auf diesen Seiten Webtracker vorhanden sind, können die Drittanbieter, welche die Tracker betreiben, diese Daten speichern und dem Nutzer zuordnen.
Doch wie kann man das verhindern?
Als Betreiber einer Webseite hat man die Möglichkeit, ohne Tracker zu arbeiten. Allerdings ist dann viel Eigeninitiative gefragt, zum Beispiel müssen bestimmte Fonts auf dem eigenen Server gehostet werden. Als User kann man sich mit Tools wie „Ghostery“ oder „noscript“ gegen Tracking wehren. Die Ergebnisse seiner Arbeit hat Tim Wambach im Rahmen der MRMCD16 (MetaRheinMainChaosDays) vorgestellt. Seinen und weitere spannende Vorträge findet ihr hier.
