Wegen Trump: Internet Archive will Backup in Kanada anlegen

Die historische Erfahrung zeigt, dass Informationen oder ganze Bibliotheken schnell verschwinden können. CC BY-NC-ND 2.0, via flickr/Scott Beale/laughingsquid.com

Die historische Erfahrung zeigt, dass Informationen oder ganze Bibliotheken schnell verschwinden können. CC BY-NC-ND 2.0, via flickr/Scott Beale/laughingsquid.com

Das Internet Archive hat angekündigt, eine vollständige Kopie seines Datenbestands nach Kanada auszulagern. Wie der Projektgründer Brewster Kahle in einem Blog-Posting ausführt, habe der republikanische Wahlsieger Donald Trump einen „radikalen Wandel“ angekündigt, auf den sich nun Institutionen wie das Internet Archive vorbereiten müssten. Die nicht-kommerzielle Organisation bittet um Spenden, um den teuren Umzug zu stemmen und weiterhin digitale Informationen wie Webseiten, E-Books oder Software zu speichern und langfristig zur Verfügung stellen zu können. Unsere Übersetzung:

Für uns bedeutet das, dass wir unsere kulturellen Güter sicher, vertraulich, und dauerhaft zugänglich machen müssen. Es bedeutet, sich auf ein Internet vorzubereiten, dem größere Einschränkungen bevorstehen könnten. Es bedeutet, eine Klientel in einer Welt zu bedienen, in der staatliche Überwachung nicht verschwinden wird; tatsächlich sieht es danach aus, als ob sie zunehmen wird.

Durch die Geschichte hindurch haben Bibliotheken gegen fürchterliche Verletzungen der Privatsphäre gekämpft – wenn Menschen nur für ihre Lesegewohnheiten verhaftet wurden.

Das Internet Archive werde weiterhin dafür kämpfen, die Privatsphäre seiner Nutzer in einer digitalen Welt zu schützen, schreibt Kahle weiter. Zudem werde man die „Wayback Machine“ erhalten, die 300 Millionen Webseiten pro Woche speichere. Niemand solle in der Lage sein, die Vergangenheit zu ändern, nur weil davon keine digitalen Spuren mehr vorhanden sind, so Kahle: „Das Internet braucht ein Gedächtnis, die Fähigkeit, zurückzuschauen.“

Der bevorstehende Regierungswechsel in den USA treibt vielen die Sorgenfalten auf die Stirn, die berechtigterweise um Grundrechte, Meinungsfreiheit und um ein offenes Internet bangen. Nicht von ungefähr verzeichnen seit der Wahlnacht zahlreiche Bürgerrechtsorganisationen und unabhängige Medien Spendenrekorde, um sich für die anstehenden Auseinandersetzungen mit einer rückwärts gewandten und repressiven Administration zu wappnen.

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