Mangelnder Wettbewerb auf Breitbandmärkten führt, wie die USA abschreckend vorführen, zu hohen Preisen für Verbraucher, niedrigen Investitionen in Infrastruktur, schlechter Servicequalität – und zu Begrenzungen beim Datentransfervolumen, die mit der heutigen Lebensrealität nicht Schritt halten können.
Gegen letzteres versucht sich nun der Videoanbieter Netflix zu wehren und appelliert in einem Brief an die Regulierungsbehörde FCC (Federal Communications Commission), die derzeitige Praxis zu überdenken und Volumensgrenzen am besten ganz abzuschaffen. Aus Sicht von Netflix würden solche Beschränkungen Konsumenten davon abschrecken, ihren Breitbandanschluss auch tatsächlich auszureizen und ihn so zu verwenden, wie sie es gerne hätten, also beispielsweise 4K-Videos ansehen. Aus der Stellungnahme (PDF), unsere Übersetzung:
Volumensbeschränkungen in fixen, verkabelten Netzen scheinen keinen legitimen Nutzen zu haben: Sie sind ein ineffektives Werkzeug zum Netzwerk-Management. (…) Volumensbeschränkungen und am Datenverbrauch orientierte Modelle heben die Kosten für die Nutzung der Internetverbindung, für die die Verbraucher bezahlt haben. Das macht Fernsehkonsum über das Internet teurer. Die FCC sollte anerkennen, dass solche Beschränkungen in kabelgebundenen Netzen eine unnötige Einschränkung von fortgeschrittenem Telekommunikations-Potenzial darstellen.
Auch in Europa erlauben die Regeln zur Netzneutralität grundsätzlich Beschränkungen des Transfervolumens, auch wenn sie, zumindest derzeit, vorrangig im Mobilfunkbereich anzutreffen sind. Im Zuge der hiesigen Netzneutralitäts-Debatte wurde rasch klar, dass sich Netzbetreiber schwache Regeln mit Ausnahmen wie freizügig regulierten Spezialdiensten erhofft haben, um so Zusatzeinnahmen einstreifen zu können. Da ihnen die EU aber zum größten Teil einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, muss man nun genau beobachten, wie sie die verbliebenen Schlupflöcher ausnutzen werden. Das gilt für uns Verbraucher genauso wie für die europäischen Regulierer, die notfalls einschreiten können.
/via DSLReports
