Überraschen dürften diese Zahlen wohl nicht: Laut einem Bericht des Bundesamtes für Justiz hat fremdenfeindliche und rechte Hetze im Internet im vergangenen Jahr stark zugenommen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ermittlungsverfahren wegen „Volksverhetzung“ und „Gewaltdarstellungen“ in 2015 insgesamt um ganze 130 Prozent auf 5700 Verfahren gestiegen. Bemerkenswert ist, dass die Zahl der im Internet begangenen Taten dabei alleine 2300 der Fälle ausmachten. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 waren es gerade einmal 500 gewesen.
Auch die Zahl der eingeleiteten Ermittlungsverfahren wegen rechtsextremer und fremdenfeindlicher Straftaten ist von 2014 auf 2015 drastisch angestiegen: 7200 Verfahren, das ist ein Anstieg um 42,5 Prozent. 2013 war zunächst ein deutlicher Rückgang der Straftaten zu erkennen gewesen, weshalb der Ausgangswert relativ niedrig war. Dennoch sind nunmehr 24 600 Verfahren signifikant.
Die Statistik wurde in allen Bundesländern nach gleichen Maßstäben erhoben und soll die bisherige allgemeine Kriminalitätsstatistik ergänzen. Ältere Kriminalitätsstatistiken vor dem Jahr 2014 lassen sich laut dem Bundesamt mit den neuen Erhebungen kaum vergleichen, da ihnen unterschiedliche Erhebungsmethoden zugrunde liegen.
