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Günther Oettinger: „Früher hatten alle eine Zeitung in der Hand, heute bin ich der einzige.“

Unser EU-Digitalkommissar Günther Oettinger beschwert sich über den Medienwandel:

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„Früher hatten alle eine Zeitung in der Hand, heute bin ich der einzige. Die anderen Köpfe gesenkt, Display an, online unterwegs.

Viele sind dabei ja offline, weil es zu viele Funklöcher bei uns gibt. Aber das ist eine andere Geschichte.

guenther_oettinger

Das alles und noch viel mehr, inklusive Ansichten zur derzeitigen Großen Koalition und der „Pflicht-Homo-Ehe“, bietet dieses Video:

Nach derzeitigem Erkenntnisstand ist das keine Büttenrede aus dem Karneval, sondern alles real.

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33 Kommentare
  1. Nunja; dass derzeit jeder nur noch auf sein Smartphone starrt, egal wo (Schule, Familienfeier, beim Radfahren, am Steuer auf der Autobahn, …) und man stääändig irgendwas bimmeln oder piepen hört (weil sie sonst etwas verpassen könnten!), das sollte alle vernunftbegabten Menschen stören. Das ist kein Medienwandel, sondern eine Psychose (Hat jemand geschrieben? Gibt es was neues? Repeat.)

    Und die Zeitung hat gegenüber der Filterbubble von Diensten, die nur zeigen was man sowieso weiß oder befürwortet, auch einige Vorteile. Die lesen ja nicht die FAZ online statt offline, sondern meistens ihren FB-Stream.

    Dass es bei Cyböttinger um was anderes geht, versteh ich natürlich schon ;)

    1. Öttinger, du, und meine Oma. Diese Leute kenne ich mit diesen Vorurteilen.

      Ich lese meine Newsfeeds in Pulse oder Comics. Meine Freund hat FB auf dem Telefon, und hat neben den Gesprächen mit Bekannten interessante News des Tagesgeschehens und aus Wissenschaft, Technik und so weiter abonniert. Auch die FAZ, wenn ich nicht irre.

      Anderen Leute schaue ich nicht aufs Display, daher weiß ich nicht, was die treiben. Du wohl schon?

      1. Vorurteile? Ich denke schon, dass mehr dran ist als Medienwandel.

        Warum? Mir reicht, dass ich täglich Leuten begegne, die im Straßenverkehr (Fortbewegungsmittel egal) die Sachen auf ihrem Handy wichtiger finden, als ihre Umgebung wahrzunehmen und jemand anders den Zusammenstoß verhindern muss. Also nicht einfach Medienwandel, auch Sucht.

        Und zu der anderen Frage: Ja, die meisten Handybildschirme, auf die ich sehe, zeigen irgendeine App des Facebook-Konzerns.

        Ich lese auch Zeitungen online. Deine Oma und Öttinger vermutlich nicht. Aber ich denke darüber nach, was in den letzten Jahren mit den Menschen passiert, trotz Snowden …

        1. > Aber ich denke darüber nach, was in den letzten Jahren mit den Menschen passiert,
          ich bin seit ’85 mit rechnern befasst, seit 1992 im netz … und denke auch darüber nach, was das mit den leute macht … wenn ich früher als erstes am tag auf mein emailprogramm guckte, wer mir was geschrieben oder bei compuserve gepostet hatte, dachte ich noch „irgendwie bist du irre“. heute sind wohl alle irre geworden. naja, ich habe ziemlich dumme ideen, weigere mich konsequent, ausserhalb des hauses einen computer (aka smartphone, ich besitze keines) mit mir zu tragen, halte „soziale“ medien für unbezahlte sklavenarbeit für multis und verbringe meine zeit lieber mit echten menschen beim teetrinken als mich der virtuellen existenz hinzugeben. irgendwie hoffe ich immer noch, daß „die anderen“ – wie ich – nach einer gewissen zeit selbst bemerken, was für einen unsinn sie da treiben.

          aber, zum thema: liebe leute, ich habe das video gesehen und kann weder rassistisches noch homophobes darin erkennen, eher einen tollpatsch, der mal wieder das falsche beispiel wählt aber … durchaus recht hat mit dem, was er sagen will: zunehmend konformität und abdriften in die virtuelle welt. wie gesagt, tollpatschig, mißverständlich …

          schade, daß ihr strauß, filbinger, carstens und konsorten verpasst habt, sonst wären allen jaulern hier die relationen klarer.

          1. Jau, das wollte ich sagen – Öttinger klar ein Clown, aber selber Nachdenken ist erlaubt.

            OT: Um noch mal auf die Oma zurück zu kommen: Ich kenne ebenfalls so eine Oma. Ihr Problem sind keine Vorurteile, sondern die grundsätzliche Frage: Früher(TM) sah der Alltag so verständlich aus, heute MUSS man scheinbar für alles einen Computer bzw. das Internet verwenden (Behörden, Kundenservice, Buchungen …). Diese Oma ist aber bald 70 und versteht nicht, weshalb sie sich das alles nun noch antun und sich so eine Kiste da hinstellen muss. Hinstellen und nutzen ist ja nicht alles – Computergrundlagen lernen, Internet verstehen, Betrugsversuche erkennen, Office-Software verstehen … muss sie alles, interessiert sie aber nicht, braucht SIE eigentlich nicht. Sie will nur kommunizieren wie bisher –doch das geht kaum noch. Also beißt sie in den sauren Apfel, aber kommt nicht damit klar.

            Fazit dieser OT-Anekdote: Vermeintliche Technophobie ist verständlich und erlaubt … außer du bist Digitalkommissar ;))

        2. > Ja, die meisten Handybildschirme, auf die ich sehe, zeigen irgendeine App des Facebook-Konzerns.

          Dann glaube ich dir das jetzt einfach mal. Beweis per Anekdote. Liegt vielleicht auch an deinem Milieu, dieses Ergebnis. Wer weiß.

          Vielleicht solltest du anderen Leuten nicht dreist auf den „Handy“-Bildschirm schauen, wenn es dein Weltbild so schwer erschüttert. Schaust du den Leuten auch abends ins Fenster, oder in den Briefkasten? Oder haben ältere Mitmenschen bei sowas generell keine Scham mehr? Facebook wird dafür hier regelmäßig geschlachtet.

    2. Auch Printmedien sind eine Filter Bubble. Konsumenten lesen die Zeitungen, die ihrer politischen Meinung entsprechen. Zeitungen wiederum liefern ihren Lesern genau das, was diese lesen wollen. Auch die hehren Printmedien richten sich nur nach Angebot und Nachfrage.

  2. „Früher hatten alle eine Zeitung in der Hand, heute bin ich der einzige.“

    Damit beweist Oettinger Steherqualitäten mit Vorbildfunktion: Oettinger entgeht so mit seiner Oldschool-Methode jeglichen digitalen Attacken wie Tracking & Co..

    Bar bezahlt am Kiosk lassen sich Nachrichten noch anonym und unbehelligt lesen. Da schmeckt noch ein beherzter Biss ins Cookie!

      1. Eigentlich schon, denn der Schaden, den ein Fremdgesteuerter im Haushaltsbereich der EU anrichten kann, ist nahezu unermesslich.

        An unterhaltsamen Volten des Herrn Oettinger jedoch wird es uns auch künftig kaum mangeln. Der ist halt so. Er kann nicht anders.

  3. Wieso habe ich den Eindruck die mit Schuhcreme frisierten Kinesen machen die das so? Wusste ich gar nicht.) sind ihm deutlich sympathischer als Frauenquote und Schwulwenehe. Oder auch nicht. Irgendwie weiß Herr Oettinger glaube ich schon seit Jahren nicht mehr was er eigentlich selber denkt.
    Hinter jeder Zeitung steckt ein kluger Kopf. Hieß es früher. Ist offensichtlich auch vorbei….

    1. @hs
      „Früher hatten alle eine Zeitung in der Hand, heute bin ich der einzige.“

      Ist doch klar ,dass der Günther eine Zeitung in die Hand nimmt,nach mehreren kostspieligen Versuchen Fliegen mit Tablets zu erschlagen ,hat man dem Günther zur Zeitung geraten,deswegen hat er die Zeitung in der Hand,am besten eine englischsprachige Zeitung,das macht Eindruck.

  4. Unglaublich… und der wird dafür auch noch bezahlt o.O
    Bessers wärs gewesen´ wenn er nach dem Studium in Rente gegangen wäre. Ob man ihm ab und an mal von netzpolitik.org nen Ausdruck zuschicken sollte?

  5. Das ist mir ja völlig egal wie er seine News konsumiert. Den Kopf schütteln lässt mich diese seine Grundhaltung, sich die Welt in den Standards von 1980 oder was zu fordern. Diese Anmaßung über andere zu urteilen, wie sie zu leben haben. Und dieses fremdenfeindliche Gezeter noch obendrauf. Auf so ein Menschenbild kann man getrost verzichten.

  6. Keine Ahnung wer die Dödels waren, vor denen er da referiert hat, oder was der Hintergrund des Engagements war, weswegen er da sprach, aber diese Passage war sooo sarkastisch, dass es mir schwer fällt, den Rest ernst zu nehmen.

  7. Und davor sagten sie:
    Ach furchtbar, wie sie alle nur noch alleine in ihre Zeitung gucken, keiner redet mehr miteinander….früher war Bahn fahren noch soooo schön…. .

    Vielleicht entzieht ihm sich einfach der praktische nutzen, auf einem Tablet kann man auf dem Klo schliesslich nur was lesen.

    1. 1. Ehe-Berater: „Homo-Pflichtehen“
      2. Stylist: „Alle Anzug, Einreiher, dunkelblau. Alle Haare von links nach rechts, mit schwarzer Schuhcreme gekämmt.“
      3. Filosoff: „Neun Männer, eine Partei, keine Demokratie. Keine Frauenquote, keine Frau, folgerichtig.“
      4. History-Klitterer: „Hans Filbinger war kein Nationalsozialist“
      5. Schlitzperte: „Schlitzohren und Schlitzaugen“
      6. Parkbank-User: „Ich bin der einzige mit Zeitung“
      7. Prominenter-Alkoholiker: „Teesieb-Brille“ „Sie haben mich mit Trollinger aufgewogen“

  8. Nachdem er für die CDU in BaWü das Regierungsabonement gekündigt hatte, wurde er die Idealverkörperung für alles, was in der EU schief läuft. Und nun soll er tatsächlich über einen Altherrenwitz stolpern? Wir sind ja sowas von machtlos.
    Ihr habt damals gelacht über über die Zuständigkeit des Verkehrsminister für die Kohl’sche Datenautobahn? Wer ist denn heute zuständig für den Breitbandausbau? Seht ihr?
    Ihr habt Euch lustig gemacht über einen radebrechenden Technikfeind alter Schule? Schaut mal, wen wir Euch da vor die Nase setzen. Wir haben die Macht, ihr kleinen Besserwisser. Anstatt dass ihr unseren Teflon-Ötti mit Argumenten und besseren Lösungen beschädigt, lassen wir ihn lieber durch irgendeinen Quatsch ins nächste Amt gleiten (wenn er das will).

  9. Ja Ötti !

    Du super Held , bei dir leigt ein Antrag seit jahren bezüglich der Zeitumstellung!

    Nix ist passiert du fauler Sack !

    Bayern hat zugestimmt und schnarchst weiter dahin !

    Schäm dich !
    Schön aber ,dass ein CDU ler dafür im TV vor steigenden Herzinfarkten gewarnt hat !
    Damit man ihm nix nachsagen kann. !

    Anzeigen müsste man euch und die Pharma Lobby!

    Dass die Grünen nichgst machen ist wohl ausgemachte Sache?
    Wie mit dem Glyphosat oder?

    Sehr clever ! Aber warte Bubi , bald is Schluss !

  10. Sollten wir nicht eine Maßeinheit für die Inkompetenz von Abgeordneten (nicht nur in der Abstellkammer der EU) einführen. Die Maßeinheit könnte 1 Oettinger sein. Nach oben offen. In der Praxis wird das wohl nicht vorkommen, da nach Überschreitung von einem OettingerLimit die Funktion des Abgeorneten automitisch hinfällig sein sollte.

    PS: Welche Zeitung liest eigentlich Herr O? Gibt es da ein Bild? (Upps)

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