In Fragen von Grund- und Bürgerrechten sehen viele Menschen „Karlsruhe“ als letzten Rettungsanker, wenn sich ein Gesetz wie die Vorratsdatenspeicherung nicht in den Parlamenten oder durch Proteste verhindern ließ. Doch wer entscheidet da in Karlsruhe?
Das Zeit Magazin versucht sich dem höchsten Gericht zu nähern und hat unter dem Titel „Der andere Präsident“ Andreas Voßkuhle, den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes porträtiert. Dafür mussten die Autoren den Porträtierten „umkreisen“, denn begleiten ließ er sich von den Journalisten nicht:
Andreas Voßkuhle ist 52 Jahre alt, verheiratet, seine Frau Eva ist ebenfalls Richterin, am Oberlandesgericht Karlsruhe, sie leben in Freiburg, er liest gern, kocht gern, interessiert sich für Filme und Kunst, spielt sonntags Tennis, und früher, als das noch ohne Personenschutz möglich war, ging er am Samstag häufig auf den Münstermarkt, um einzukaufen. Viel mehr Persönliches gibt er nicht preis. Er ist freundlich und umgänglich, aber hält den Amtsträger streng getrennt vom Privatmann.
Der Artikel gibt Einblicke in das Leben des obersten Richters, aber auch in Auseinandersetzungen und Spannungen mit dem Berliner Politikbetrieb.
