Bundesregierung plant strengere Regeln für Nutzung von Drohnen

Immer mehr zivile Drohnen schwirren über dem deutschen Staatsgebiet. Dabei ist die Rechtslage teilweise unübersichtlich. Die geplante Drohnenregulierung der Bundesregierung schränke die private Nutzung ein, während die gewerbliche Verwendung liberalisiert würde, so eine Expertin im Interview.

via flickr (R. Unten / CC BY 2.0)

Die Bundesregierung plant eine Gesetzesreform, um den Verkehr unbemannter Flugkörper im Luftraum besser zu regulieren. Ramak Molavi ist als Anwältin auf IT-Recht und Robotik spezialisiert. In einem Interview mit WIRED sprach sie über die Sinnhaftigkeit der Drohnenregulierung.


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Die Rechtslage für Drohnen ist abhängig von der Art ihrer Nutzung. Geräte, die nicht gewerblich genutzt werden und unter fünf Kilo wiegen, fallen unter die Bestimmungen für Modellflugzeuge. Bei gewerblicher Nutzung oder schwereren Flugkörpern gelten die Regeln für unbemannte Flugsysteme.

Die Branche prognostiziert eine „Vervierfachung der Verkaufszahlen von zivil genutzten Drohnen“ und „auch die gewerbliche Nutzung wird ausarten“. Voraussetzung für eine gewerbliche Verwendung ist die Erlaubnis der entsprechenden Landesluftfahrtbehörde. Übertreten die Drohnen Grenzen zwischen den Bundesländern, wird die Rechtslage schwammig. Eine Reform der Gesetzeslage scheint also unabdingbar.

Drohnenführerschein soll Bewusstsein für Datenschutz schaffen

Bei der gewerblichen Nutzung sollen einige Verbote gelockert, dafür aber ein verbindlicher Führerschein eingeführt werden. Dadurch soll die Kontrolle über die Drohne in großen Entfernungen garantiert und ein Bewusstsein für Urheberrechte, Persönlichkeitsrechte und Datenschutz gefördert werden.

Die neuen Regelungen weiten das, was bisher für gewerbliche Drohnen galt, auf private unbemannte Fluggeräte aus. Außerdem müssen alle Drohnen, private und gewerbliche, ab einem Gewicht von über 500 Gramm, registriert und gekennzeichnet werden, damit man weiß, wem sie gehören.

Molavi plädiert allerdings für eine technische Lösung bei der Regulierung von Drohnen. Als Beispiel nennt sie eine in die Software integrierte „No-Fly-Zone-Map“. Dadurch könne automatisiert sichergestellt werden, dass Drohnen sensible Gebiete meiden, etwa Gefängnisse oder Krankenhäuser.

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9 Kommentare
  1. …und welche Polizei verfolgt und verhaftet mich, wenn ich mich bei meiner Kinderpornoraubkopiererselbstmordattentäterdrohne nicht an die Spielregeln halte?
    Gibts als nächsten logischen Schritt dann die Drohstapo?
    Was machen die, wenn meine Kinderpornoraubkopiererselbstmordattentäterdrohne nicht fliegt, sondern auf Rädern oder als U-Boot daherkommt?

    1. Dann werden sie wohl bei öffentlichen Auftritten von Politikern demnächst ein MANTIS / C-RAM aufstellen müssen! :)

      Schätze mal der Personenschutz dürfte denen irgendwie Angst eingejagt haben! (Ich stelle mir gerade bildlich vor wie Polizisten mit Quadkoptern eine Schaufensterpuppe zu Demonstationszwecken in die ewigen Plastegründe schicken…)

      Spass beseite, ein FPV Quad liesse sich wahrscheinlich tatsächlich einfach zu einem recht effizienten fliegenden Waffenträger aufrüsten, von der Fernsteuerung zur Fernzündung ist es technisch kein weiter Weg, ohne da jetzt auf Details eingehen zu wollen.

      Richtig böse wird das dann, wenn das Internet of Technikspielzeug so weit ist, dass Du einen bezahlbaren Rechner einbauen kannst der in der Lage ist mit Gesichtserkennung und z.B. IR auf den letzten Metern ein Ziel selbst zu erfassen und darauf im Anflug fixiert bleiben kann. Gibts ja auch schon im zivilen Bereich für Kameras und (invertiert) für autonome KfZs.

      GPS Koordinate Veranstaltungsort eingeben, innerhalb Akkuradius starten, abhauen, der Rest ginge von selbst.

      Da bräuchte unsere Kanzlette dann fünf Doubles mit Merkelmaske neben sich auf der Tribüne! Aber ob unsere Verteidigungsministrantin oder das Siggi das wohl für sie tun würden? *lol*

      Also liebe Geheimdienste, da hilft nur noch Informatik und Ingenieurswissenschaften verbieten! Sch… auf die Wirtschaft, das Grundrecht auf Sicherheit (von Politikern) geht da ganz klar vor! :)

  2. Ich nehme mal an es sind Multikopter oder Quadrokopter gemeint. Drohnen nutzt das Militär. Das sollte eigentlich mittlerweile klar sein wenn man vernünftig recherchiert und sich für das Thema interessiert.

    1. Kurz zu mir: Ich habe mich in den letzten mehr als 12 Monaten ausführlichst mit dem Thema „Drohen“ beschäftigt, fliege selbst diverse FPV-Flieger/Kopter und habe gerade etliche Tage Vorführungen (Mitflüge) veranstaltet um Aufklärung zu betreiben. Dadurch hatte ich sehr viele Kontakte und Gespräche mit vermeintlichen Fachleuten und interessierten, kritischen Privatleuten.

      Re: Wie soll bitte schön durch einen Führerschein die Kontrolle der „Drohne“ über große Entfernung garantiert werden? Das ist nur durch technisches Wissen und entsprechende Technik möglich, nicht durch einen Zettel.

      Drohne: Leider hat sich der Begriff „Drohne“ mittlerweile weltweit etabliert (Bsp: Droneracing, Drone Nationals…nicht nur USA sondern weltweit). Trotzdem umfasst der Begriff viel mehr als nur MultiKopter: Auch Flächenflieger werden mit Kamera geflogen (FPV). Ich sehe den Kampf um die Begrifflichkeit als verloren an. Wichtiger ist Aufklärung.

      Grundsätzlich: Der technische Bereich Multicopter, egal ob für „Normalos“ oder für „Racer“ ist derzeit einer der rasantesten was die technische Weiterentwicklung betrifft. Durch unkontrolliertes politisches Drauflosregulieren kann man da einiges kaputt machen. Wobei…in DLand eigentlich egal, denn bis auf eine kleine Firma in HH kommt mMn nichts innovatives aus DLand.

      Kennzeichnung: Eine Registrierung schützt nicht vor Leuten die vorsätzlich „Scheiße bauen“. Schließlich hilft das bei Waffen auch nicht.
      Wichtig wäre wirklich eine Schulung (Führerschein) wo es um Luftrecht, Wetterkunde, Persönlichkeitsrechte, Versicherung etc geht. Der große Mist (Drohnen über Flughafen, etc) passiert wahrscheinlich aus Unwissenheit und bei den „gewerblichen“ gibt es so einige, die sich überschätzen, nur weil sie einen Gewerbeschein und eine Aufstiegserlaubnis haben aber das technische Wissen oder gar die teure Technik ist veraltet.
      Btw: Neben der KFZ Versicherung ist für das Fliegen mit „Drohen“ eine Versicherung Pflicht. Ich glaube, nicht mal 10% haben eine…aus Unwissenheit. Deshalb: Kleiner Führerschein, so wie früher in den 80ern für die Mofa. 4-8 Stunden Schulung. Vorlage von Versicherungsnachweis und Führerschein bei Kauf einer RTF „Drohne“.
      Übrigens schreiben viele Modellbauer aus reinem Eigennutz ihren Namen / Telefonnummer in / auf das Modell, falls es „wegfliegt“. Interessanter Weise nur die, die eine Versicherung haben. Diese kostet grad mal ~30€ pa.
      Also wieder: Aufklärung tut Not!

      Aus eigener Erfahrung:
      Nicht mal alle zuständigen Sachbearbeiter (Aufstiegserlaubnis) bei Behörden, Polizei und auch die Flugaufsicht auf manch kleinem Flugplätzen kennen sich mit dem Thema und dessen gesetzlicher Lage gut aus…wie sollen das dann die „User“? Auch dort ist Schulungsbedarf.
      Apropos Modellbau: Private Nutzung fällt in den Bereich Modellbau / Freizeitgestalltung, aber in vielen, vielleicht sogar den meisten Modellbauvereinen wird man als FPVler (First Person View) oder „Drohnenpilot“ abgelehnt (auch dort ist nur ganz selten Fachwissen zu finden). Nicht umsonst heißt „Team Blacksheep“ entsprechend. Außer manch schlechtem Forum oder Facebook-Gruppen gibt es kaum Anlaufstellen.

    2. Nein ist es nicht.Drohnen ist der Überbegriff und so mit immer noch richtig.Das Militär benutzt die Dinger schon lange nicht mehr zu öffentlichkeitswirksam ;)Ich habe in Deutschland noch nie eine Drohne des militärs gesehen..wenn dan handelt es sich sicherlich um ein Segelflugzeug…..

  3. Hm, also im Rhein-Necker-Zentrum vorm Karstadt war auch ein fliegendler Händler und hat Drohnen gewerblich an Privatleute verkauft. Also die Mütter waren weniger interessiert, aber die Kinder fasziniert und die Väter auch. Ich habe mich mal anfliegen lassen, das Ding stoppt nicht von allein. Es muss mich erst berühren, dann wendet es sich ab. Ist das ein Programmierfehler?
    Was passiert, wenn so ein Ding auf die Autobahn gesteuert wird. Das ist schlimmer als ein Steinschlag, es reicht schon das Licht im Dunkeln und der Anflug, damit ich das Steuer verreiße und im Graben lande. Das Auto hat keinen Schaden, es sieht aus, als hätte ich aus Lust und Laune einen Unfall gebaut. Denkt irgendjemand über so etwas nach?
    Lieben Gruß SUSI

  4. Klar fliegen auch bei uns u.a. militärische Drohnen, nur
    halt eben noch nicht so viele (u.a. auch nur von Israel geleaste)
    und noch relativ wenige dazu noch in großer Höhe.
    Die gute Kameraauflösung und Vibrationsausgleich machen
    da einiges möglich.

    Aufklärung ist hier sehr wichtig, denn eigentlich haben wir bereits
    jetzt schon viele Vorschriften, die man halt einfach nur einhalten muss.

    Hoffentlich leiden wir alle als Flugmodellbauer nicht allzu sehr unter
    den neuen Regulierungen die wohl auf uns zu kommen werden.

    Gerade der FPV-Flug ist ein sehr innovativer moderner Sport geworden
    und wie bei vielen anderen Dingen auch kann es bei richtigem Umgang
    ein wunderschönes Hobby bleiben

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