Linkschleuder

Autonome Roboter: Sie haben Augen und Ohren

knightscope
Knightscope-Roboter. CC-BY-NC 2.0

Langsam, aber sicher ziehen autonome Roboter in das Alltagsleben ein. Der Guardian beschreibt mit dem etwas reißerischen Titel RoboCop is real die Integration in ein Shopping-Center im Silicon Valley:

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At the Stanford shopping center in Palo Alto, California, there is a new sheriff in town – and it’s an egg-shaped robot.

Das „Ei“ ist ziemlich groß, jedoch kleiner als die meisten Erwachsenen. Wie uns Augenzeugen aus Palo Alto berichten, ist das Interesse der Menschen, die den Roboter erstmals zu Gesicht bekommen, vor allem eins: ein Selfie hinbekommen.

Vorläufermodelle sind schon seit 2014 am Markt. Zielgruppen sind neben den Besitzern von Shopping-Centern auch Universitäten und Schulen oder Unternehmen-Campus. Das Standardmodell ist bestückt mit HD-Kameras, Sensoren und Navigationssoftware. Der autonome Roboter, der im Guardian beschrieben ist, kann auch Fahrzeug-Kennzeichen auslesen und bis zu dreihundert Kennzeichen pro Minute verarbeiten. Er ist allerdings nicht bewaffnet wie sein chinesischer Artgenosse AnBot, der kürzlich auf einer Messe in Chongqing vorgestellt wurde und mit knapp 1,50 Meter Größe und 78 Kilogramm in einer vergleichbaren Gewichtsklasse ist.

Trotzdem hat „das Ei“ gewisse Mechanismen, um böswillige Personen zu vertreiben: Wird er am Weiterfahren gehindert und kann sich nicht mehr fortbewegen, piept er hilflos, aber nervtötend. Das soll auch der Verhinderung von Diebstahl dienen, denn die teuren Geräte einfach wegzutragen, mag manchen vielleicht attraktiv vorkommen. Denn es ist natürlich einfach, ihn anzuhalten, dann mitzunehmen und auseinanderzubauen – eine Sackkarre vorausgesetzt.

Das Jahr 2016 wird uns sicher viele neue autonome Robotermodelle bescheren, die Zeit ist wohl einfach reif dafür. Sie werden schlicht zur Normalität werden. Welche Daten diese vernetzten Roboter aus ihrer Umgebung erfassen, wohin sie kommuniziert werden und wer darauf Zugriff hat, müssen wir entsprechend bald diskutieren. Denn sie haben Augen und Ohren.

Ein anderes Beispiel in ähnlicher Gewichtsklasse sind autonome Auslieferungsroboter, wie hier in einem Werbevideo von Starship vorgestellt. Der Roboter soll 2016 auf den Markt kommen:

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10 Kommentare
  1. Na toll, jetzt wird die flächendeckende Videoüberwachung endlich mobil. Dieses chinesische Ding macht vor, wie’s weitergeht: Roboter als tumbe Wächter des Gefängnisplaneten Erde (das Wort „Smart“ oder „Intelligent“ überlese ich mal, ansonsten bekomme ich Ausschlag). Was sind das für Menschen, die an der Entwicklung von diesem Mist willfährig mitarbeiten und das auch noch toll finden?

    In Abwandlung des Pig-Data-Sprichworts (und ohne Sinnzusammenhang zum Original): wo Schweine sind, wird ein Trog gebaut.

    1. Viele akzeptieren unter der Überschrift „Fortschritt“ schlicht alles, egal ob es gut oder schlecht ist ;) Und bittet man darum, kurz nachzudenken, ob eine Entwicklung gut ist, wird man als „technophob-fortschrittsverweigernd-typisch-deutsch“ gekennzeichnet – und dann kommt das Beispiel mit der Eisenbahn ;))

      Im Ernst, mal sehen was die mit diesen Bots anstellen können, evtl. verschwinden die auch schnell wieder, weil sich Ladendiebe von sowas mit Sicherheit weder abschrecken noch aufhalten lassen.

      1. @Frl. Unverständnis
        Selbstverständlich werden die Roboter auch mit Waffen ausgestattet um Ladendiebe zu schnappen,dabei kann es selbstverständlich zu Kolleteralschäden kommen,wenn ein defekter Roboter mit Waffen etwas Amok läuft.
        „Westworld „lässt grüßen.

  2. Hm, ich hatte mit Kika und Logo per mail Kontakt. Ich habe gefragt, warum solche Themen nicht dort erklärt und gezeigt werden, aber sie meinten nur, die Redaktion entscheidet was wichtig ist (sinngemäß).
    Ich fände es schon wichtig, dass die Kika Pädagogen sich mal mit Technik beschäftigen und weniger mit Pädagogik. Ich glaube nur, dass darf man nicht öffentlich sagen. Warum eigentlich?
    Habt ihr schon mal mit dem Kika und den Logo Machern Kontakt gehabt?
    Lieben Gruß SUSI

  3. Der Mensch und die Forschung. Ein schmaler Grad.

    Zitat:,,Er ist allerdings nicht bewaffnet wie sein chinesischer Artgenosse AnBot, der kürzlich auf einer Messe in Chongqing vorgestellt wurde und mit knapp 1,50 Meter Größe und 78 Kilogramm in einer vergleichbaren Gewichtsklasse ist.

    Bestimmte Entwicklungen machen durch aus Sinn. Wenn man z.B. bessere Lebensqualität für Köpergelähmte dadurch erzielt.

    Aber bestimmte Aufgaben, dürfte ein Roboter einfach nicht ausführen! Die Entwicklung von Kampfrobotern halte ich für sehr gefährlich und gehört verboten!

    US- Army und ihre Roboter…ekelhaft!
    https://www.youtube.com/watch?v=5FFkDV2NKEY&feature=youtu.be

  4. Dann wird es jetzt aber endlich mal Zeit für Gleichberechtigung:
    Roboter sollen gefälligst wie alle anderen Arbeitnehmer Einkommensteuer zahlen. Und zwar nicht nach Verdienst, sondern nach Produktivität. Vielleicht ist das BGE dann doch noch finanzierbar.

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