Auswertung unserer Leserbefragung: Was wünscht Ihr Euch für die Website?

Heute bringen wir den dritten und vorerst letzten Bericht zur Auswertung unserer Leserbefragung, die wir im Dezember in der Redaktion zusammen mit der Projektgruppe „Effi Beißt“ entwickelt und durchgeführt hatten.

Da wir in der Umfrage ja viele Antworten in den Freitextfeldern bekommen haben, servieren wir zusätzlich einige der Antworten auf die Bitte, den typischen netzpolitik.org-Leser zu charakterisieren. Zu den Fragen über Gründe für vergangene oder zukünftige Spenden und auch dazu, warum man sich nicht an der Leserfinanzierung beteiligt, geben wir wenige, aber recht typische Antworten wieder. Die Auswertung der Umfrage ergab übrigens, dass Frauen nach eigenen Angaben höhere Summen als Männer spenden, dafür aber seltener und in längeren Abständen.

Gestaltung der Website

Wir baten um Antworten zur Gestaltung und zur optischen Orientierung auf unserer Website, außerdem zu deren Ästhetik. netzpolitik.org wird nach den Antworten der Leser insgesamt als übersichtlich und optisch ansprechend empfunden. Allerdings ist die Website nicht so gestaltet, dass sich die Mehrzahl der Leser gut zurechtfindet. Bei den Angaben dazu ist eine hohe statistische Standardabweichung gemessen worden, weswegen man vermuten kann, dass regelmäßige Besucher der Website zu einer ganz anderen Einschätzung kommen als nur gelegentliche Leser. Man gewöhnt sich ja bekanntlich an vieles. Mit über dreißig Prozent an Lesern, die angeben, sich nur sehr schlecht auf der Seite zurechtzufinden, wollen wir aber natürlich nicht dauerhaft leben.

leser-gestaltung
Gestaltung von netzpolitik.org

 (Angabe des Mittelwerts)

Nebenstehende Graphik gibt die Antworten auf einer 5-stufigen Zustimmungsskala mit folgenden Skalenpolen wieder:

  • 1 = trifft gar nicht zu
  • 2 = trifft wenig zu
  • 3 = trifft teils teils zu
  • 4 = trifft ziemlich zu
  • 5 = trifft völlig zu

Die Auswahlmöglichkeiten sollten den Satz vervollständigen: „Ich finde die Website von netzpolitik.org…

…übersichtlich,
optisch ansprechend,
ästhetisch,
altmodisch.

Außerdem wurde gefragt, wie gut man sich zurechtfindet.

Insgesamt lässt sich aus den Antworten entnehmen, dass netzpolitik.org auch ästhetisch nur zufriedenstellend ist. Damit wir Euch in Zukunft vielleicht optisch mehr vom Hocker reißen können, führt das natürlich zu der Frage: Was wünscht Ihr Euch für die Website? Wir wollen in Zukunft ohnehin flexibler für neue Formate werden, auch was die Darstellung bei netzpolitik.org angeht.

Themenbereiche und Interessen

leser-kommentar lotto
Anonymer Leser-Kommentar Nr. 25 zur Frage, was zur Spende bewegen würde.

Aus dem ersten Teil der Auswertung ging hervor, dass die Leser überwiegend abends von zuhause aus unsere Website ansteuern. Es gab dazu eine Reihe von erhellenden Kommentaren, die einige der Gründe dafür erklären. Wir wollten aber nicht nur wissen, wie netzpolitik.org gelesen wird, sondern auch, was inhaltlich besonders interessiert. Mit der Frage „Wie stark interessieren Sie sich für die folgenden Themen?“ versuchten wir herauszufinden, welche der von uns bearbeiteten Themen aus Lesersicht besonders wichtig sind.

In der Auswahl waren: Datenschutz, Netzkultur, Netzneutralität, Überwachung, Urheberrecht, Menschenrechte im Netz, Europäische Netzpolitik, Geheimdienste, Medienkritik, Open Source und Infrastruktur. Übrigens interessieren sich die eher männlichen Leser signifikant stärker für Netzneutralität und Infrastruktur. Bei allen anderen Themenbereichen waren keine signifikanten Unterschiede zwischen den angegebenen Geschlechtern messbar.

In der nebenstehenden Graphik ist der Mittelwert der möglichen Antworten angegeben. Man konnte von „nicht“ bis „sehr“ eine Wertung auswählen:

leser-themen
Interesse der netzpolitik.org-Leser nach Themenbereichen
 (Angabe des Mittelwerts)
  • 1 = nicht
  • 2 = wenig
  • 3 = mittelmäßig
  • 4 = ziemlich
  • 5 = sehr

Wir haben uns doch ein wenig am Kopf gekratzt wegen eines Details im Ergebnis, denn wir hatten eine Kontroll-Kategorie aufgenommen, deren hohe Interessenwerte uns überraschten. Langjährige Leser wissen, dass wir wenig zum Thema Medienkritik schreiben. Nun stellt sich die Frage: Sollten wir uns hier vielleicht erweitern? Man könnte es auch so interpretieren, dass Meldungen mit netzpolitischem Bezug in Hinsicht auf die Darstellung und Wiedergabe durch andere Medien eine Betrachtung wert sein könnten. Kommentare zur Interpretation der Ergebnisse sind hier gern gesehen, auch zur Erklärung, was Ihr unter Medienkritik fassen würdet.

Toter Baum?

mediennutzung
Mediennutzung der netzpolitik.org-Leser

(Angaben in Prozent).

Wir haben in der Umfrage gebeten, auf die Frage „Welche Medien nutzen Sie, um sich über die oben genannten Themen zu informieren?“ zu antworten. Im Ergebnis spielen für die meisten Leser Online-Magazine und Social-Media-Kanäle eine herausragende Rolle, wenn sie sich über netzpolitische Themen auf dem Laufenden halten wollen. Soweit überrascht das wohl niemanden.

Bei unseren Lesern erreichen als Informationsquelle die Blogs den ersten Platz. Wir würden uns freuen, wenn einige von Euch in den Kommentaren offenlegen würden, welche das hauptsächlich sind. Außerdem würde uns sehr interessieren, wie Ihr die Zahlen zu den Zeitungen interpretiert. Sie liegen nämlich vor den klassischen Medien wie Fernsehen oder Radio und auch noch vor den Online-Mediatheken. Ist die Bedeutung der Zeitungen für Euch tatsächlich so hoch, dass sie nur knapp unterhalb der Social-Media-Kanäle liegt? Was versteht Ihr unter „Zeitung“? Bedeutet „Zeitung“ für Euch „auf Papier“?

Wir würden uns außerdem über Kommentare dazu freuen, was für Informationswege Ihr unter „andere“ verbucht. Nicht, dass wir die Gründung eines eigenen Darknet-Kanals oder einer papiernen Ausgabe als Flugblatt unmittelbar planen, aber ein paar Anregungen können ja nicht schaden.

Der typische Leser

Wir kredenzen Euch zum Schluss noch den selbstverständlich subjektiven Überblick zu den Antworten auf unsere Bitte: „Charakterisieren Sie bitte kurz, wie Sie sich den typischen Leser von netzpolitik.org vorstellen.“

Wir bitten den Humor unserer Leser zu entschuldigen, er ist aber leider typisch. :}

Viele Antworten zum Prototypen des netzpolitik.org-Lesers fielen inhaltlich sehr ähnlich aus. Eine häufig gewählte Formulierung war beispielsweise:

„Computeraffin, politisch interessiert mit Hang zum Aktionismus.“

oder

„Hat einen IT-Hintergrund, ist ein Nerd, will Dinge verstehen, bevor er sich eine Meinung bildet, ist eher introvertiert, steht für eine offene Gesellschaft, ist politisch eher links orientiert (bis auf die Trolle in den Kommentaren, die suchen nur Gründe, um sich aufzuregen :-)“

Das kann man auch knapper fassen:

„Freiheitsbegeisterte IT-Nerds? :D“

zustimmung
Anonymer Leser-Kommentar Nr. 296 zur Frage, was zur Spende bewegen würde.

Mehrfach wurde es auch einfach so ausgedrückt:

„Nerd.“

Insgesamt treffen die Annahmen über den typischen Leser die in der Umfrage als Selbstbeschreibung gegebenen Antworten ganz gut. Natürlich gab es mehrfach auch die Antwort:

„Es gibt keinen typischen Leser.“

Auch häufiger zu finden zur Einschätzung der netzpolitik.org-Leser:

„Wie ich.“

Natürlich prägen auch die Kommentatoren hier im Blog das Bild vom typischen Leser. Entsprechend finden sich auch solche Freitextfelder wie:

„Manche von den Kommentarschreibern machen mir Angst.“

Aber keine Sorge, uns manchmal auch. Das ist aber beim Zuhören von anderer Leute Straßenbahngesprächen oft nicht anders, jedenfalls bei mir.

Generell kommt in den Freitextfeldern häufiger die Annahme vor, dass netzpolitik.org-Leser einen gewissen Weltverbesserungsanspruch auch jenseits der Netzpolitik hätten. Typisch ist etwa diese Antwort:

„Jemand, der sich auch sonst Gedanken darüber macht, was für eine Welt wir haben wollen und unseren Enkeln hinterlassen möchten.“

Aber Vorsicht, denn ob der geneigte Leser dabei unbeobachtet ist, bezweifeln einige Freifeldkommentatoren:

„Hat Datenbankeintrag der Geheimdienste, versteht Technik“

In der Kategorie „Antworten, die wir uns nicht erklären können“ fanden wir noch vor:

„Wolperdinger?“

…?

„Auch wenn ich Atheist bin, stell ich mir den typischen Leser wie Thomas von den Aposteln vor.“

Öhm…

Die schönste Antwort war wohl diese hier:

„Jeder, der das Internet nutzt, sollte netzpolitik.org lesen.“

Aber das war gar nicht gefragt. :}

36 Ergänzungen
  1. Hallo Constanze Kurz,
    bei mir ist die Zeitung in der Tat aus Papier. Als es Frank Schirrmacher noch gab, habe ich dort den „Maschinenraum“ gelesen, inzwischen sind wir auf die Süddeutsche Zeitung umgestiegen, und haben kürzlich erfreut festgestellt, dass Constanze Kurz dort auch ist : )
    Papierzeitungen sind so ein besonnenes Medium, und so viel leichter zielgenau zu navigieren als die schier unendlichen Weiten des Internets. Besser als die Fernsehnachrichten ist unsere Zeitung, weil dort wenigstens einiges von Euren Themen auftaucht (Herr Mascolo und Herr Leyendecker informieren eigentlich gut über das Geheimdienste-Problem, sogar Laura Poitras Ausstellung im Whitney-Museum findet man dort ausführlich, – allerdings dass David Miranda vor Gericht in GB gewonnen hat, haben sie mir z.B. nicht erzählt… – also: „jeder, der das Internet nutzt, sollte netzpolitik.org lesen“ stimmt auch! ).

    1. Liebe Irene,

      der
      „Herr Mascolo und Herr Leyendecker informieren eigentlich gut über das Geheimdienste-Problem…“ war echt gut.
      Warum der feine Herr Mascolo auch gern mal Geheimdienst-Mascolo genannt wird…
      aber Du hast ja schon mit „eigentlich“ eingeschränkt. :-)

  2. Ich wünsche mir, daß Ihr so bleibt wie Ihr seid, Eure Unabhängigkeit für besonders wichtig haltet, daß ihr so weitermacht und daß Ihr weniger (öffentlich) den eigenen Brei umrühert.
    Es ist sehr schön, daß Ihr Anerkennung erfahrt und die teile ich auch. Etwas understatement könnte aber wohltuen.
    Irgendwer wird schon über Euch schreiben. Das müsst Ihr nicht selbst.
    Sich zu sehr am vermeintlichen Adressaten zu orientieren kann dem funktionierenden Format auch schaden.
    .
    Viele Grüße und vielen Dank
    Horst Kevin

  3. Zur Gestaltung: Schon ok, aber manchmal verschwinden interessante Themen zu schnell aus dem Blickfeld, die es noch nicht in die Rubrik „Meistgelesen“ geschafft haben.

    Welche Blogs: Hab ich damals auch angegeben. Einfach deshalb, weil ich viel netzpolitik.org lese :)

    Zeitung: Ich mache keinen Unterschied mehr zwischen Print- und Online-Ausgabe.

    Was ich mir von netzpolitik.org noch wünsche: eine .onion Adresse als Alternative. Für die sensiblen Themen, die Ihr dankenswerter Weise abdeckt, fühlt man sich beim Lesen via Tor doch sicherer. Das würde aber auch die anonyme Kontaktaufnahme mit der Redaktion wesentlich erleichtern.

  4. „Zeitung“ ist das Produkt einer Zeitungsredaktion, das gibt es idR auch aber mittlerweile nicht nur auf totem Baum. In welchem Medium ich den Artikel lese, ist mE in diesem Kontext irrelevant.

    Das Zeitung vor TV und Radio liegt, ist mE einfach zu erklaeren: Zeitung implementiert auch auf klassisch totem Baum wahlfreien Zugriff durch den Benutzer. TV und Radio erzwingen linearen und fremdbestimmten Konsum, von der dort ueblichen Zuspitzung und Vereinfachung der Inhalte mal ganz zu schweigen. Wer unter 55 nimmt denn TV und Radio als qualifizierte Informationsquelle noch wirklich ernst?

      1. Mediathek ist nicht umsonst einzeln aufgefuehrt, und die Texte auf tagesschau.de wuerde ich auch nicht als „TV“ oder „Fernsehen“ bezeichnen.

        Dass es statt „Rundfunk“ im Rahmen der Medienkonvergenz schlicht oeffentlich-rechtliche Medien geben sollte, ist ein anderes Thema.

  5. Den Punkt „Medienkritik“ würde ich nicht allzu ernst nehmen. Ich vermute, darunter sind viele der Leute, die auch gelegentlich das Wort „Lügenpresse“ für angebracht halten. Einige Kommentare der letzten Zeit legen die Vermutung immerhin nahe.

      1. War nur eine Vermutung von mir. Unter Medienkritik kann man so einiges verstehen, ganz abstrakt am Medium Internet beispielsweise. Von daher war dieses Schlagwort als „Kontroll-Kategorie“ eventuell ungeeignet.

  6. Den Punkt Medienkritik würde ich so erklären, dass einfach gefragt wurde, für was sich die Leser interessieren und dies nicht explizit auf Netzpoliztik.org bezogen wurde.
    So habe ich zum Beispiel Medienkritik ausgewählt, einfach weil ich mich dafür interessiere und nicht weil es auf Netzpolitik vor kommt.
    Es könnte ja auch eine Frage sein, die darauf zielt neue Themengebiete für Netzpolitik zu finden bzw. alte zu bestätigen.

  7. Zum Thema Medienkritik:
    Für mich gehört Netzpolitik &Netzneutralitãt automatisch zum Thema Medienkritik. Auch vor dem Hintergrund, dass das Internet mittlerweile (neben ein bisschen DLF, DLR, WDR5) mein einziges Informationsmedium ist.
    Wenn es um dezidierte Medienkritik im ursprünglichen Sinn geht, gibt es fuer mich eigtl. ein bereits ausreichend hochwertiges Angebot: Zapp vom NDR, Radio Eins Medienmagazin, Aufwachen podcast, Breitband, Töne Texte Bilder.

  8. Ja,. Onion wäre toll! Mal ein bisschen sinnvolle Inhalte ins Darknet! Bisher sind da ja wirklich nur KiPo und Schwerkriminellen-Bedarf.
    Und Thema „optisch ansprechend „: Die Balkendiagramme von oben sind nicht gerade ein Augenschmauß. Normal, flach und 2d hätte es auch getan.

  9. Ich wünsche mir:
    Gemeinwohl oder Werte des Lebens
    Was muss sich ändern für eine bessere und sichere Zukunft. Wir Menschen sollten erkennen, dass nur ein besserer Umgang miteinander unser Leben so gut wie möglich machen kann, ohne dabei die Erde so wenig wie möglich zu schädigen.
    Die Grundstimmung dabei kann nur sein: „Wir alle zusammen sind der Staat“.
    Gemeinwohl 1: Geldsystem
    Das heutige Geldsystem ist Auslöser der jetzigen weltweiten Krisen und muss im Denken, dem Umgang und der Einstellung dazu eine andere Sichtweise erfahren. Geld muss wieder unter die Hoheit aller Bürger kommen. Hierzu am besten befähigt ist eine Institution, deren Verwalter vom Volk gewählt, jedoch unabhängig von der Regierung sein muss. Diese Institution allein sollte befugt sein „Vollgeld“ herauszugeben. Dabei könnte eine unabhängige Ethik-Kommission diese Monetative unterstützen. Die gesamte Geldmenge muss der Wirtschaftsleistung des Volkes entsprechen. Eine Gemeinschaftswährung mit anderen Ländern ist nicht sinnvoll und führt immer zu Spannungen der Länder untereinander. Es sollte dem Staat nicht erlaubt werden, Schulden zu machen, da er sonst erpressbar wird. Der Staat, dessen Eigentümer alle Bürger sind, erhält unter der Monetative zinslos einen festen Betrag zur Erledigung der kommunalen Aufgaben. Ein Nachschuss ist möglich, wenn die Monetative und die Ethik-Kommission dem zustimmen und wenn Arbeit zu leisten ist und Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, dann darf es nicht am Geldmangel scheitern. Inflation ist ausgeschlossen, da die Geldmenge konstant bleibt. Im Privatsektor müssen Banken versuchen, erforderliche Kredite zusammen zu bekommen. Die Geldmenge muss also vorhanden sein und die Eigentümer dieser Gelder müssen der Vergabe zustimmen. Eine Risikoprämie ist zulässig.
    Gemeinwohl 2: Steuern
    Haupt-Einnahmequelle des Staates sollte die Konsumsteuer sein, schon um den Konsum einzuschränken, damit wir vorsichtiger mit unseren Ressourcen umgehen. Auch Kapital, das ungenutzt auf der Bank liegt, soll besteuert werden, damit sich das meiste Geld im Wirtschaftskreislauf befindet. So verliert gespartes Geld wie auch Gebrauchsartikel mit der Zeit an Wert. Menschliche Arbeitskraft darf nicht besteuert werden, damit in der Produktion die Kosten der menschlichen Arbeit klein gegenüber dem Maschinen- und Materialaufwand sind und somit wird ein Unternehmer schneller auf menschliche Arbeitskraft zurückgreifen. Stark besteuert werden muss der Aufwand an nicht erneuerbaren Energien, um auch hier den Verbrauch im Interesse unserer Nachkommen klein zu halten und damit die Wirtschaft vor Ort zu stärken. Ausnahmen bei der Besteuerung sind nicht zugelassen, das vereinfacht die Steuerbehörde und die Steuerberatung. Grund und Boden bleiben immer Eigentum des Staates und können nur gepachtet werden. Die Pacht fließt dem Staat und damit allen Bürgern zu.
    Gemeinwohl 3: Arbeit
    Arbeit muss nur so viel geleistet werden, wie zu einem auskömmlichen Wohlstand nötig ist. Das BIP und auch die Aktienkurse sind kein Maß für Zufriedenheit. Aktiengesellschaften sollten durch Genossenschaften ersetzt werden und dabei die Mitarbeiter Anteilseigner sein. Kooperation statt Konkurrenz muss die Einstellung aller im Miteinander sein. Es ist nicht sinnvoll, das Groß-Aktionäre über das Wohl einer Firma bestimmen können, da jene doch nur profitorientiert denken. Import und Export müssen sich die Waage halten. Größere Differenzen lassen sich durch Anpassung des Wechselkurses regeln. Freihandelsabkommen stören das innere Gleichgewicht eines Staates und sind nicht zulässig, da dadurch immer einseitig das Einkommen von Bürgern geschwächt wird.
    Gemeinwohl 4: Bildung
    In den ersten Lebensjahren gehört ein Kind in die Obhut der Familie, nur so kann Uniformität vermieden und Kreativität gewonnen werden. Zu einer guten Ausbildung gehört von Anfang an Bildung. Das heißt auch mehr Verständnis von
    Geld, das heutige Geldsystem ist ja für das jetzige Dilemma voll verantwortlich und gehört für alle Zeit abgeschafft. Wichtig ist der sorgsame Umgang mit Ressourcen und Energien. Das Interesse und das Mitwirken in einer Gemeinde, das Begreifen des Miteinander in einer direkten Demokratie muss gefördert werden. Das Erkennen und Abstellen aller versteckten Egoismen, die teils auch für die heutige Problematik verantwortlich sind. Der Schulunterricht sollte wieder auf den Vormittag zu beschränkt bleiben, Kindertagestätten sind nur unter besonderen Umständen zuzulassen. Kinder müssen wieder in mehr Freiheit aufwachsen.
    Gemeinwohl 5: Freie Presse
    Es ist schade, dass die freie Presse solch einen Stellenwert erhalten muss, aber alle gerade hier gewünschten Veränderungen werden heute leider nicht angesprochen und diskutiert. Die freie Presse zusammen mit der direkten Demokratie sind erforderlich, damit heutige Probleme und Zusammenhänge erst einmal in aller Öffentlichkeit dem breiteren Publikum erklärt werden können, um dann eine Änderung zu erfahren. Dahin muss das unser aller Bestreben gehen.
    Gemeinwohl 6: Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE)
    Gleichzeitig mit der Monetative sollte die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens für alle Bürger erfolgen. Das reduziert die Sozialhilfen auf ein Minimum. Die dauernde Zunahme der Bürger ohne ein Mindesteinkommen würde beendet. Die Bedenken, dass keiner mehr arbeitet, würde den Zusammenbruch der kommunalen Versorgung bedeuten und das möchte wohl keiner. Da heute fast alle gerne arbeiten, sind hier keine großen Probleme zu erwarten. Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhandeln durch das BGE immer auf gleicher Augenhöhe. Jeder kann dann wegen der Nichtbesteuerung menschlicher Arbeitskraft so viel hinzu verdienen, wie er glaubt, es nötig zu haben. Viele Berufe, die heute unterbezahlt sind, erhalten so sicher eine Aufwertung. Die Freiheit, sich selbständig zu machen, ist verbessert, da man immer auf das Grundeinkommen zurückfällt. Es muss damit auch nicht immer ein Arbeitsvertrag vorliegen, Die Familienplanung wird gestützt, weil das Neugeborene auch das BGE bezieht. Arbeitslosen- und Renten-Versicherung entfallen, damit werden die Kosten der menschlichen der Arbeitskraft nochmals gesenkt. Zur Aufbesserung der Renten kann man beim Staat zusätzliche Anteile erwerben und das scheint der sicherste Weg der Alterssicherung.
    Gemeinwohl 7: Die direkte Demokratie
    Die heutige parlamentarische Demokratie ist überholt und erweist sich als eine Regierungsart, bei der die Stimme des Volkes wenig oder nicht mehr berücksichtigt wird. Es wird den gewählten angeblichen Volksvertretern völlig die Richtung überlassen, wie wir heute und in Zukunft leben wollen. Die Bürger merken es überhaupt nicht mehr, welchen Manipulationen sie unterliegen. Nur die direkte Demokratie ist in der Lage, der Meinung des Volkes mehr Gewicht beizumessen. Änderungen, gewünscht von der Mehrheit der Bürger, lassen sich in einer direkten Demokratie durchsetzen. Das ist nur möglich, wenn der Großteil der Bürger seine Passivität aufgibt. Leider sind heute die Medien und auch die heute herrschende Meinung leider bestrebt, das Interesse für nötige Einmischung erst gar nicht aufkommen zu lassen.
    Gemeinwohl 8: Das Miteinander
    Wir müssen es lernen, uns wieder aus einem egoistischen zu einem mitdenkenden und mitwirkenden Wesen zu werden. Nur ein echter Lernprozess wird uns von dem Wohlstandsdenken mit der dauernden Schädigung unserer Umwelt befreien. Mit Unterstützung durch Menschen, die sich eingehend mit den Fehlverhalten und der Verbesserung dieser Umstände befasst haben, sollte das gelingen. Gleichzeitig sollten auch die Medien sich dieser Themen annehmen. Andernfalls werden unsere Nachkommen für die Schäden und aus heutiger Sicht für die Schulden aufkommen müssen. Wann legen wir unser Denken nach immer Mehr ab. Wie unsinnig ist die heutige Vorstellung, dass durch die Beschaffung von immer mehr Arbeit sich unser Leben verbessert. Wir sollten nur so viel arbeiten, wie für ein zufrieden stellendes Auskommen nötig ist. In einer sozialen Vernetzung können viele Arbeiten erledigt und auch ehrenamtlich geleistet werden. Rüstige Rentner wären dazu auch in der Lage und würden sich mehr als Mitglied der Gesellschaft fühlen. Das Konkurrenzdenken muss sich in ein Koexistenzdenken wandeln. Wir müssen lernen, die Bewertung aller Dinge nicht nach dem Geldwert einzustufen. Alle Wege hin zu einer Globalisierung sind zu verwerfen, diese hat immer nur dem Großkapital genützt, so können die Eigenheiten der Staaten erhalten und gefördert werden.
    Im Januar 2016
    Claus Meyer

    1. Wenn das Mengenverhältnis Frau/Mann in einer Gesellschaft, und damit die Grundlage einer jeden funktionierenden Gesellschaft völlig aus dem Gleichgewicht geraten ist, erübrigt sich jede weitere Überlegung.

      Wenn das Mengenverhältnis Einwohner/Wohnung in einer Gesellschaft, und damit die Grundlage einer jeden funktionierenden Gesellschaft völlig aus dem Gleichgewicht geraten ist, erübrigt sich jede weitere Überlegung.

      1. > Wenn das Mengenverhältnis /…/ in einer Gesellschaft, und damit die Grundlage einer jeden funktionierenden Gesellschaft völlig aus dem Gleichgewicht geraten ist, erübrigt sich jede weitere Überlegung.

        Fleischklöpsen fehlt das eigene Denken und Handeln. Jene, die noch nicht Fleischklöpse geworden sind, versuchen Gleichgewichte wiederherzustellen.

        Im Übrigen fangen Könner dort zu denken an, wo andere längst aufgegeben haben. Zu welcher Gruppe zählen sie sich, Fleischklops?

  10. Überlegt euch bitte nochmal etwas wegen der Gender-Diskussion.

    Es ist recht offentsichtlich, dass ihr euch Redaktionsintern einig seid, -|/*innen zu schreiben. Und es ist recht offensichtlich, dass ihr sämtliche Kommentare zu dem Thema unter jedem Artikel bewusst ignoriert. Ist ja auch euer gutes Recht. Nur ich denke, es kann nicht in eurem Interesse sein, wenn (gefühlt) unter jedem fünftem Artikel schon wieder eine „Diskussion“ entsteht, ob die -|/*innen Schreibweise jetzt gut oder schlecht ist. Meist wird das eigentliche Thema des Artikels dabei komplett verdrängt.

    Mögliche Lösungen, die das Problem vlt nicht beheben, aber zumindest etwas:
    – Dem Leser die Möglichkeit bieten, Kommentare einzuklappen.
    – Ein einmaliger Artikel, dass ihr diese Schreibweise nutzt und die Leute sich dort in den Kommentaren austoben lassen. Wenn dann Kommentare dazu in anderen Artikel auftauchen, diese dorthin verschieben.
    – Gibt bestimmt noch andere Wege…

    1. Gender-Schreibweise ist Ideologie-getriebener Aktivismus. Aktivismus als solcher ist darauf angelegt andere Menschen solange zu nerven, bis sie sich ergeben. Argumente haben keinen Platz in einem Kampf, der bisweilen terroristische Züge hat.
      Gernder-Aktivismus beschädigt das Schriftbild unserer Sprache und stört beim Lesen. Dabei leiden die Themen der Netzpolitik, durch kognitive Dissonanzen des Gender-Kampfs..
      Aktivismus polarisiert. Daher ist es legitim, einen Gegen-Aktivismus zu entwickeln.

    2. Es ist eigentlich recht offensichtlich, dass wir uns redaktionsintern nicht einig sind. Wir haben in dieser Hinsicht keine gemeinsame Schreibweise und handhaben das so, dass jeder selbst entscheidet, wie und ob er gendert.

      1. Es ist recht offen…nein lassen wir das :-P

        Egal, ob das bei euch jeder für sich entscheidet oder nicht. Bei vielen
        Artikeln finden sich Diskussionen zu der Genderschreibweise des Autors.
        Das eigentliche Thema rückt dabei in den Hintergrund.
        Habt ihr vor, da mal in irgendeiner Weise (als Team) drauf zu reagieren?

        1. Ich wüsste nicht, wie da eine gemeinsame Reaktion aussehen sollte. Verschiedene Autoren haben durchaus immer mal wieder reagiert, meist in den Kommentaren direkt. Das erweist sich meistens als wenig nutzbringend, nicht für den Autor und nicht für den Kommentator.

          Mir drängt sich der Eindruck auf, dass Diskussionen über das Gendern wenig bringen, es erinnert mich eher an Diskussionen über Religion und Glauben. Das ist allerdings nur meine persönliche Meinung, kann gut sein, dass das andere in der Redaktion nicht so sehen. Dass das eigentliche Thema des jeweiligen Artikels dabei in den Hintergrund tritt, stört mich auch oft, natürlich auch auf anderen Websites.

      2. Falls das „Gendern“ bei einer Redaktions-Konferenz Thema werden sollte:

        Eine Herrschafts- und Sexismus-freie Sprache kommt ohne Abkürzungen aus. Wer es ernst meint mit Bürgerinnen und Bürgern, der verunglimpft diese nicht mit albernen Abkürzungen.

        Abkürzungen sind nicht respektvoll. Und wer will schon als Endung enden? Oder gar als Anhängsel angehängt werden? Oder abgetrennt?

        Abkürzungen sind nicht angemessen, wenn sie Menschen bezeichnen. Wer will schon ab- oder verkürzt dargestellt werden?

        Wir plädieren für einen respektvollen Schreibstil. Ein paar Tastenanschläge mehr dürften es wert sein, auch für ein besseres Schriftbild und angenehmeres Lesen.

        Wir hoffen auf das Verständnis der Redakteurinnen und Redakteure.

        Vielen Dank!

      3. @ Constanze & Team:

        Die Lösung ist ganz einfach. Verwendet einfach die richtige deutsche Rechtschreibung.

        Beispiel: „Leserinnen und Leser“ ist die einzig richtige Schreibweise – nicht „LeserInnen“, „Leser*innen“ oder „Leser_innen“.

        Gegen die korrekte deutsche Rechtschreibung können weder die „Gender-Aktivisten“ noch die „Anti-Gender-Aktivisten“ etwas sagen.

        Ist das keine gute Lösung?

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