Öffentlichkeit

Angebot für soziale Projekte: „Freifunk hilft“ gestartet

Unter dem Motto „Zugang ist ein Menschenrecht“ starten die Freifunker heute das Portal „Freifunk hilft“. Es soll als Schnittstelle zur Kooperation von Freiwilligen und Aktivisten bei der Vernetzung sozialer Einrichtungen dienen.

CC-BY-ND 2.0 Clarice Barbato-Dunn

Die Freifunker arbeiten seit über fünfzehn Jahren mit wachsendem Erfolg daran, mehr freie Netze anzubieten. In den letzten Monaten wurden auch viele Flüchtlingsunterkünfte, Seniorenhäuser, Obdachlosenräume und andere soziale Einrichtungen vernetzt. Bei der Weitergabe von Wissen zum Aufbau dieser freien Community-Netzwerke soll das neue Portal „Freifunk hilft“ helfen und auch Inspiration sein für (angehende) Freifunker, die ihre Aktivitäten für soziale Einrichtungen verstärken wollen.


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Freifunk unterscheidet sich von den WLAN-Hotspots kommerzieller Anbieter: Es gibt keine Zeitbegrenzung, der Zugang ist kostenlos und es wird keine Zensur oder Filterung bei der Nutzung vorgenommen.

Screenshot: freifunk hilft
Das neue Portal „Freifunk hilft“.

Ebenso wird auf Zwangserklärungen jeglicher Art, inklusive Identifizierungszwang, verzichtet. Ob sich letzteres nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs in der Sache Tobias Mc Fadden gegen die Sony Music Entertainment Germany GmbH (pdf) verändern wird, ist noch schwer abzuschätzen.

Die ehrenamtlichen Freifunker setzen nicht darauf, einfach Netz anzubieten, sondern wollen vor allem Wissen vermitteln, die Einrichtungen bei der Planung und Installation unterstützen und gleichzeitig die Nutzer schulen, die Technik selbst zu beherrschen. Die Freifunk-Idee der Mesh-Netze spricht sich bereits global herum.

An wen richtet sich das Angebot?

Wer soll das Angebot von „Freifunk hilft“ nutzen, haben wir Andreas Bräu vom Weimarnetz gefragt. Er sagte uns:

freifunk-karte deutschland
Die alle vier Stunden neu generierte Karte der Freifunk-Knoten, Stand: 14. September.

Das Angebot richtet sich an alle Formen sozialer Projekte, beispielsweise Obdachlosen-Einrichtungen, Seniorenheime, Jugendhäuser, Beratungsstellen, eben überall, wo Menschen leben oder sich häufig aufhalten, denen aber wenig finanzielle Mittel zur Verfügung stehen und die sich teure Datenverträge nicht leisten können.

In der Pressemitteilung zum Launch von „Freifunk hilft“ wird außerdem betont, dass Hilfe angeboten wird, um die Ehrenamtlichen mit den Trägern von Einrichtungen in Verbindung zu setzen:

Das Portal soll die Kontaktaufnahme zwischen sozialen Trägern und lokalen Freifunkgruppen erleichtern und dokumentiert für neue Freiwillige die Erfahrungen, die die Freifunk-Community bei der Vernetzung von bisher über vierhundert sozialen Einrichtungen gesammelt hat.

Die Ausrichtung des Hilfe-Portals ist also klar gemeinwohlorientiert und betont die soziale Komponente der Freifunk-Community. Der ehrenamtliche Aufbau und die Betreuung von Freifunk-Standorten an Orten, denen wenig Geld für digitale Infrastruktur zur Verfügung steht, soll deswegen mit Hilfe des Portals koordiniert werden, damit noch mehr Flüchtlingsunterkünfte mit Netz ausgestattet werden können.

11 Kommentare
  1. Habe auch nen Knoten aufs Dach gestellt. Ab und zu sind auch mal ein paar Clients eingeloggt :) im Sommer eher mehr im Winter weniger. Als Bonus habe ich jetzt WLAN im Auto vor dem Haus. Super um noch schnell eine Route zu berechnen o.Ä.

  2. Wie würde unser Innenminister das nennen?
    Neue Terrorzellen, die es auszuradieren gilt!
    Jouh … dann sagt er seinen Freunden den Abmahnanwälten Bescheid und los geht die Hetzjagd!
    … und wenn sich dann noch Flüchtlinge einwählen … wird man zum Terrorhelfer bzw. Kombattanten geadelt!
    Warum ich das hier schreibe?
    Naja, ich nenne das „in die Suppe spucken“ … da ich das hier geschrieben habe, muss sich unser Terrorminister eine andere Argumentationskette überlegen, wie er die Schließung der Freifunkhotspots begründet!

      1. Danke, aber ich möchte nicht der selben Paranoia verfallen, wie unsere Regierigen …

        Die Angst den Posten und somit die berufspolitische Perspektive (Zukunft) zu verlieren, lässt viele Mandatsträger Kompromisse machen, zu lasten des eigentlichen Auftraggebers, dem Bürger!
        Diese Verkrusteten Machtverhältnisse gilt es aufzubrechen … Kommentare, die Fragen aufwerfen, können da enorm Wirkungsvoll sein!
        Zumindest kann es zu einem Rumoren führen, das die Angst … bei einem offensichtlichen Fehlverhalten erwischt zu werden, wie z.B. dem 57 Sekunden Gesetz, lässt da den einen oder anderen Berufsmandatsträger etwas anders Reagieren als gewollt, es schleichen sich Fehler ein … dann streut man noch ein paar Gerüchte in dem Ressort, lässt noch ein paar Teile echter „Notizen“ … zufällig liegen und die Verwirrung ist dann Komplett!
        Glaube mir, das ist besser als Jeder öffentliche Frontalangriff … und macht vor allem mir mehr Spaß!
        Vor allem die Reaktionen sind dann lustig, wenn die „Ziele“ die Notizen finden … „Woher kommen sie, wer hat sie schon alles gesehen, liegen gelassen und wer hat sie dort vergessen?“
        Selbst in geschlossenen Bereichen … Panik und Angst …

  3. Eine miese Karte, welche die grossflächigere Verteilung von Freifunk nicht sauber wiedergibt.

    Hinweis am Rande: Wer „Freifunk [’nur‘] für Flüchtlinge“ propagiert, der legt im Szenario möglicherweise abnehmender Fremdenzugewandtheit Freifunk m.E. unnötig Steine in den Weg. Freifunk ist für alle da. Auch für geistig arme blonde Deutsche. Das muss man hier und da auch mal offen aussprechen, Stichwort Technikneutralität.

    1. Du armer Kerl!
      Lies doch noch einmal den ganzen Artikel (inkl. Überschrift).
      Ach was – lies ihn mehrmals und versuche zu verstehen!

      Danke an Freifunk, danke an alle Menschen, die mithelfen!

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