Die Freifunker arbeiten seit über fünfzehn Jahren mit wachsendem Erfolg daran, mehr freie Netze anzubieten. In den letzten Monaten wurden auch viele Flüchtlingsunterkünfte, Seniorenhäuser, Obdachlosenräume und andere soziale Einrichtungen vernetzt. Bei der Weitergabe von Wissen zum Aufbau dieser freien Community-Netzwerke soll das neue Portal „Freifunk hilft“ helfen und auch Inspiration sein für (angehende) Freifunker, die ihre Aktivitäten für soziale Einrichtungen verstärken wollen.
Freifunk unterscheidet sich von den WLAN-Hotspots kommerzieller Anbieter: Es gibt keine Zeitbegrenzung, der Zugang ist kostenlos und es wird keine Zensur oder Filterung bei der Nutzung vorgenommen.

Ebenso wird auf Zwangserklärungen jeglicher Art, inklusive Identifizierungszwang, verzichtet. Ob sich letzteres nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs in der Sache Tobias Mc Fadden gegen die Sony Music Entertainment Germany GmbH (pdf) verändern wird, ist noch schwer abzuschätzen.
Die ehrenamtlichen Freifunker setzen nicht darauf, einfach Netz anzubieten, sondern wollen vor allem Wissen vermitteln, die Einrichtungen bei der Planung und Installation unterstützen und gleichzeitig die Nutzer schulen, die Technik selbst zu beherrschen. Die Freifunk-Idee der Mesh-Netze spricht sich bereits global herum.
An wen richtet sich das Angebot?
Wer soll das Angebot von „Freifunk hilft“ nutzen, haben wir Andreas Bräu vom Weimarnetz gefragt. Er sagte uns:

Das Angebot richtet sich an alle Formen sozialer Projekte, beispielsweise Obdachlosen-Einrichtungen, Seniorenheime, Jugendhäuser, Beratungsstellen, eben überall, wo Menschen leben oder sich häufig aufhalten, denen aber wenig finanzielle Mittel zur Verfügung stehen und die sich teure Datenverträge nicht leisten können.
In der Pressemitteilung zum Launch von „Freifunk hilft“ wird außerdem betont, dass Hilfe angeboten wird, um die Ehrenamtlichen mit den Trägern von Einrichtungen in Verbindung zu setzen:
Das Portal soll die Kontaktaufnahme zwischen sozialen Trägern und lokalen Freifunkgruppen erleichtern und dokumentiert für neue Freiwillige die Erfahrungen, die die Freifunk-Community bei der Vernetzung von bisher über vierhundert sozialen Einrichtungen gesammelt hat.
Die Ausrichtung des Hilfe-Portals ist also klar gemeinwohlorientiert und betont die soziale Komponente der Freifunk-Community. Der ehrenamtliche Aufbau und die Betreuung von Freifunk-Standorten an Orten, denen wenig Geld für digitale Infrastruktur zur Verfügung steht, soll deswegen mit Hilfe des Portals koordiniert werden, damit noch mehr Flüchtlingsunterkünfte mit Netz ausgestattet werden können.
