Generell

Journalist und Anonymous-Aktivist Barrett Brown zu 63 Monaten Haft verurteilt

courtesy-FreeBarretBrownGroup-660x387Der Journalist und Anonymous-Aktivist Barrett Brown ist gestern in den USA zu 63 Monaten Haft und rund 890.000 US-Dollar Geldstrafe verurteilt worden. Ursprünglich waren bis zu 105 Jahre Haft gefordert worden, u.a. wurde ihm vorgeworfen, in einem Chatraum einen Link auf geleakte Daten gepostet zu haben. Zeit-Online fasst die übrig gebliebenen Anschuldigungen zusammen, für die er jetzt zu unverhältnismäßigen 63 Monate Haft verurteilt wurde:

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Zum einen die Bedrohung eines FBI-Beamten per Video. Zum anderen das Behindern einer Hausdurchsuchung, weil Brown mithilfe seiner Mutter einen Laptop vor den Ermittlern versteckt hatte. Zum Schutz seiner Quellen, wie er später sagte. Der letzte Punkt geht konkret auf die Stratfor-Hacks zurück: Angeblich habe Brown nach dem Hack mit den Verantwortlichen des Unternehmens Kontakt aufgenommen und sich als Vermittler zu Anonymous angeboten. Dabei soll er die Behörden allerdings auf eine falsche Fährte gelockt haben. Er habe die Identität eines Stratfor-Hackers, vermutlich die von Jeremy Hammond, gezielt verschleiert. Das mache Brown, so die Staatsanwaltschaft, zu einem Helfer nach der Tat.

Mehr Einschätzung zum Urteil und Verfahren gibt es bei Wired: Barrett Brown Sentenced to 5 Years in Prison in Connection to Stratfor Hack

Die Verteidigungsrede von Barrett findet sich bei Dailydot: Here’s the speech Barrett Brown will deliver at his sentencing.

Über den Fall Barrett Brown hatten wir mehrfach berichtet.

Diese Woche veröffentlichten die Krautreporter ein Interview mit ihm, wo er leider nicht die sympathischste Figur abgab: Anonymous-Aktivist Barrett Brown: „Vielleicht ist es auch Krieg“.

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6 Kommentare
  1. Warum er ’nicht die sympathischste Figur abgab‘ erschließt sich mir nicht. Er tritt in dem Interview sicherlich recht großspurig auf, die Schwelle zum unsympathischen Auftreten sehe ich aber bei weitem nicht erreicht.

    1. Seh ich auch nicht.. vermutlich resultiert das aus Unverständnis gegenüber der Kriegsmetaphorik, die ich auch nicht mag, aber ich kann gut verstehen dass Dissidenten und kritische Geister in den USA sie zur Beschreibung ihrer Lage verwenden, denn es wird ja tatsächlich Krieg gegen sie geführt. Inklusive der Ermordung von Journalisten die es zu weit treiben (Michael Hastings, Garry Webb), dem potentiell jahrzehntelangen Wegsperren unter Gesetzen wie dem Espionage-Act von 1919, Haftbedingungen die z.T. glasklar Folter darstellen (siehe die Isolationshaft von Manning), und natürlich so „harmloser“ Dinge wie dem völligen Zerstören der wirtschaftlichen Existenz nicht nur der betroffenen Journalisten/Aktivisten (der Barret Brown hat ja jetzt auch Schulden von knapp einer Million, wtf..) sondern auch von deren Familien (siehe z.B. auch die Familie von Jacob Applebaum). Das FBI ist in Teilen eine hochkriminelle Behörde die weitestgehend unreguliert mit Gestapo-Methoden arbeitet, da find ichs sehr daneben es den Opfern anzulasten wenn sie sich im Kriegszustand wähnen…

      1. Inzwischen wurde die ‚offiziele‘ Beschreibung und damit die Identität des FBI verändert.
        Ursprünglich als förderale Polizei beschrieben, wird Sie jetzt als Dienst wie die NSA oder die CIA beschrieben. Hab jetzt nicht mehr die Quelle im Kopf ist auch schon ne Zeit lang her.
        Ich vermute das ist bei den ganzen Umstrukturierungs-Maßnahmen der ‚Dienste‘ in Amerika geschehen nach 911. Damals gab es über 40 geheimdienstliche und unabhängig von einander operierende Dienste in den USA. Inzwischen sind viele entweder direkt dem Homeland Security welches dem Innenministerium zugehört oder dem Militär unterstellt .
        Womit dann „Big Government“ geschaffen wurde wogegen eigentlich die Republikaner immer gewettert hatten ^^.

        Der Vergleich mit Gestapo ist jedoch auch nicht ganz stimmig, da es nicht dem FBI obliegt Menschen verschwinden zu lassen, die kassieren oftmals ein, selbige werden dann aber an die Behörden übergeben welche das weitere vornehmen, sollten eine Verletzung des Patriotacts vorliegen. Ganz anders mag es sich da mit den Spooks verhalten, sollten die jemanden einkassieren, das läuft dann wie in Europa halt auch ab. Verschwundibuss und ab auf die Blacksite wo keiner zuguckt.

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