Internetverwaltung ICANN bleibt mindestens ein Jahr länger in Hand der USA als geplant

Die Leitung der Internetkoordination und -verwaltung ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) für die IP-Adressvergabe und DNS sollte eigentlich ab Ende September diesen Jahres nicht mehr in der Hand des US-Handelsministeriums liegen. Nun wurde jedoch in einem Blogpost angekündigt, dass der Status Quo noch mindestens ein weiteres Jahr aufrecht erhalten werden soll, in dem die USA die IANA-Aufgaben (Internet Assigned Numbers Authority) weiter in der Hand haben. Eine Verlängerungsoption auf weitere drei Jahre hält man sich offen.

Noch hat man es nicht geschafft, eine konkrete Alternativstruktur zu implementieren, bei der die Adressverwaltung nicht in staatlicher Hand liegt. Angestrebt ist eine durch mehrere Instanzen durchgeführte Internetverwaltung, bei der sich die Entscheidungsgewalt von Staaten hin zu zivilgesellschaftlichen, privaten und wissenschaftlichen Organisationen verschiebt.

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8 Ergänzungen

    1. Ist halt uncool wenn die Kontrolle über das weltweite Interweb in der Hand eines einzelnen Staates liegt. Immerhin hat die ICANN ja die Macht, einzelne Länder quasi aus dem Internet zu schmeißen indem sie z.B. die entsprechende Top-Level-Domain deaktiviert. Insofern ist das Ziel der Aktion nicht die Aufgabe zu privatisieren sondern zu internationalisieren.

      1. Dergleichen ist in den letzten 30 Jahren nicht vorgekommen, obwohl zu Anfang noch kalter Krieg herrschte.

        Hoffe inständig, dass ein Konsortium mit technischem/universitärem Hintergrund die Verwaltung übernimmt… und kein Lobbysaustall.

        Hoffentlich passiert das, bevor die ICANN auf so fixe Ideen kommt wie die IANA mit ihrem Schrottdomain-Wünschdirwas.

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  1. Bevor nicht auch der letzte europäische Klopapierspender mit IPv6 + NDP + SLAAC hinreichend eindeutig zu identifizieren ist, wird man keine amerikanische Identifizierungshoheit sozialisieren.

  2. Solange „Internationalisierung“ nicht garantiert, dass die Regulierungskraft über das Internet auf höchstem Level in demokratischer und nachvollziehbarer Institutionsmacht liegt, sollte man dem intransparenten und vorallem sehr komplexen „Multistakeholder“-Prozess sehr kritisch gegenüberstehen.
    Wenn die Regulierung irgendwo im Bermuda-Triangle der Macht zwischen nicht legitimierten NGOs, Kommerz-Lobby und dem wenig zuverlässigen Chor der Nationalstaaten verloren geht, ist die Frage berechtigt, ob das kleinere Übel nicht doch das US-Handelsministerium ist.

    1. Da magst Du Recht haben, faktisch ist wohl die US-dominierte Toplevel-Domain-Verwaltung ein staatlich beaufsichtigtes Kartell. Was auch immer unter dem Stichort Internationalisierung und Demokratisierung diskutiert werden möge streut viel Sand.

      Europa kann sich hier durch Infrastruktur Gewicht erkaufen.

  3. Die Totalüberwachung des WWW wird mit absoluter Sicherheit auch in Zukunft in deren Hände bleiben , denn wie sagt man „wer einmal lügt dem glaubt man nicht , auch wenn er mal die Warheit spricht „ oder wie sagte Adenauer „ was intressiert mich mein Geschwätz von gestern „.

    Auch Angela und deren Helfeshelfer würden von ihrer Schitzophrenen Neugier zerfressen , wenn der Datenklau bei dem Bürger sehr kompliziert oder eingestellt würde ,

    denn :

    Leute mit Mut und Charakter sind den anderen Leuten immer sehr unheimlich.

    Hermann Hesse

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