Am Pfingstsonntag vertraute der EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft und CDU-Präsidiumsmitglied Günther Oettinger einer Zeitung an, dass er Angst habe, wirklich Vertrauliches am Mobiltelefon zu besprechen. Man teste daher nun sog. Krypto-Handys, also Mobiltelefone mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Er sagte der „BILD am Sonntag“ wörtlich:
Günther Oettinger. Bild: Piotr Drabik. Lizenz: CC BY 2.0.
Oettinger: Am Telefon spreche ich wirklich Vertrauliches nicht aus. In der Kommission testen wir gerade Krypto-Handys, die es den Abhörern schwer machen.
Die Frage, ob Oettinger tatsächlich eine zusätzliche „Kryptierung“ für seine Gespräche braucht, kann man allerdings angesichts der natürlichen Verschlüsselung seiner Sprache zur Diskussion stellen.
Der EU-Kommissar stellt sich zugleich in die Reihe der NSA-BND-Kritiker und fordert Aufklärung über die Geheimdienstpraktiken gegen die EU-Kommission. Er hatte sich zur BND-Affäre zuvor schon kritisch geäußert und für die EU-Kommission eine Unterrichtung aus Berlin gefordert, ob Informationen aus Brüsseler Behörden ausspioniert worden seien. Nun betonte der CDU-Mann erneut:
Oettinger: Wir haben ein berechtigtes Interesse, zu erfahren, ob Spionage-Maßnahmen gegen die Kommission ergriffen wurden.
Oettinger kündigte in der „BILD am Sonntag“ außerdem an, die Roaming-Kosten EU-weit langfristig senken zu wollen. Das berichtet auch die „Welt“, ohne jedoch Oettingers Aussagen zur Geheimdienstspionage zu erwähnen.