Auf die Darknet-Ausstellung der !Mediengruppe Bitnik hatten wir bereits hingewiesen. Die schweizer Medienkünstler haben mit dem „Random Darknet Shopper“ einen Bot gebaut, der im Darknet automatisiert nach einem Zufallsprinzip dort angebotene Sachen kauft und sich das schicken lassen, um diese öffentlich auszustellen. Geliefert wurden u.a. MDMA-Pillen, gefälschte Jeans und der Scan eines ungarischen Passes. Die Kunstaktion stellte wichtige Fragen der Zukunft:
Was bedeutet es für die Gesellschaft, wenn Roboter plötzlich autonom handeln? Wer ist haftbar, wenn ein Roboter von sich aus gegen das Gesetz verstösst? Dies waren zentrale Fragen der Arbeit «Random Darknet Shopper». Globale Fragen, die nun lokal verhandelt werden.
Jetzt wurde die Ausstellung am Tag nach der Beendigung in Sankt Gallen von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Die !Mediengruppe Bitnik protestiert natürlich dagegen und sieht sich in ihrer Kunstfreiheit verletzt: Staatsanwaltschaft St. Gallen beschlagnahmt und
versiegelt Arbeit der !Mediengruppe Bitnik.
Am Morgen des 12. Januar, am Tag nach Beendigung der dreimonatigen Ausstellung, beschlagnahmte und versiegelte die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen in der Kunst Halle unsere Arbeit. Mit der Beschlagnahme und der Vernichtung der Ecstasy-Pillen soll offenbar eine Drittgefährdung ausgeschlossen werden. Dies ist unser aktueller Kenntnisstand, weswegen wir uns im Moment nicht weiter zur Sache äussern können. Wir sind jedoch der Meinung, dass die Beschlagnahme der Kunstobjekte ein ungerechtfertigter Eingriff in die Kunstfreiheit darstellt. An dieser Stelle möchten wir uns bei der Kunst Halle St. Gallen für die Zusammenarbeit und die Unterstützung bedanken. Wir sind überzeugt, dass es eine Aufgabe der Kunst ist, Ränder auszuleuchten und zeitgenössische, gesellschaftliche Fragen zu thematisieren.
Wir wünschen viel Erfolg und viel Spaß!