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Update: Nur noch 40 Stunden … Freien Bildern eine Herkunft

[Update 02.03.15, 16:45: Die Zeit wird knapp bei der Crowdfunding-Kampagne für Elog.io und es fehlen nur 2500 US$ …]

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Frei lizenzierte Bilder im Netz zu finden, ist ja noch einigermaßen einfach. Man filtert nach CC-Lizenzen über die „erweiterte Suche“ der favorisierten Suchmaschine oder bei flickr oder sucht direkt gezielt in den Wikimedia Commons. Dann aber wird es mitunter schwierig und nur ein einziges kleines Startup nimmt es mit dem Problem auf.

Schon diejenigen, die freigegebene Fotos gemacht und unter einer Standardlizenz online gestellt haben, machen nicht immer eindeutige oder alle nötigen Angaben. Besonders oft wird vergessen, einen Link zur Lizenz zu setzen oder wenigstens deren URL ausgeschrieben anzugeben. Die muss ein Nutzer später aber in jedem Fall im Rahmen der CC-Bedingung „Namensnennung“ angeben. Also heißt es: Lizenz-URL nachrecherchieren – was nicht nur nervig, sondern auch fehlerträchtig ist. Derlei praktische Probleme nehmen noch deutlich zu, je öfter das jeweilige Bild von Nutzer zu Nutzer weitergereicht wird. Würden alle Angaben der Namensnennung von allen immer korrekt und vollständig gemacht, könnte man auch den Werdegang eines freigegebenen Bildes besser nachzeichnen, was sich viele wünschen, schließlich sind Nachnutzung und Verbreitung wichtige Motivationen fürs Freigeben. Und nicht zuletzt bergen Fehler bei der Namensnennung auch Abmahnrisiken, aus denen mitunter versucht wird, ein Geschäftsmodell zu machen.

Hier will das zu Beginn von der Shuttleworth Foundation geförderte Startup „Commons Machinery“ helfen, durch technisch assistierte (und dadurch korrektere) Namensnennung. Kernprodukt ist Elog.io, eine als Knotenpunkt fungierende Provenienzdatenbank für digitale Werke jeglicher Art. Es geht also nicht nur um Bilder, aber mit denen wird derzeit der Praxisbetrieb begonnen. Der Aufbau dieser Datenbank bringt einigen Aufwand mit sich. Darum läuft noch bis zum 3.3. bei Indiegogo eine Crowdfunding-Kampagne über 6.000 US$, um bis Juni 2015 weitere 18 Millionnen gemeinfreie und frei lizenzierte Bilder in die Datenbank zu bekommen. Wie bei Open-Source-Projekten wohl leider üblich, läuft das Crowdfunding trotz des geringen Betrages eher schleppend, und das obwohl man schon ab 24 US$ den eigenen Namen im Elog.io-Programmcode verewigt bekommt. Es bleibt zu hoffen, dass die Kampagne dennoch erfolgreich läuft. Es stellt sich mittelfristig auch dann die Frage, wie so eine Infrastrukturleistung nachhaltig getragen werden kann, die vor allem der Allgemeinheit zugute kommt.

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6 Kommentare
  1. Ja, aber wenn der Platz unmittelbar beim Bild nicht reicht, kann die URL auch (wie bei anderen längeren Bildinfos sonst auch üblich) ins Impressum oder in separate „Bildnachweise“ ausgelagert werden. CC-Lizenzen sind insoweit sehr flexibel gehalten. Es muss nur sichergestellt sein, dass eine Person, die die Angaben finden will, sie auch leicht finden kann.

    1. Hallo John Weizmann

      >> Es muss nur sichergestellt sein, dass eine Person, die die Angaben finden will, sie auch leicht finden kann.

      Wo steht denn das? Die Lizenz verplichtet doch nicht (irgendwelche) Seitebesucher, und noch dazu nur die die’s wissen wollen, sich die Angaben selbst zusammen zu suchen? Oder doch? Ich habe das immer so verstanden, dass der, der ein Bild auf seiner Seite verwendet, seinen Besucherinnen die Infos geben soll. Geben. Nicht suchen lassen.

      >> Ja, aber wenn der Platz unmittelbar beim Bild nicht reicht, kann die URL auch (wie bei anderen längeren Bildinfos sonst auch üblich) ins Impressum oder in separate “Bildnachweise” ausgelagert werden.

      Kann ich in den CC-Lizenzen nicht finden, dass das gemacht werden kann. Dann bekommen doch wieder nur diejenigen die Info, die sich die Mühe machen, dieser Info extra hinterher zu klicken.
      Vielleicht akzeptabel, wenn eindeutig beim Bild irgendwie ein Link „Bild-Linzenzinfos hier“ oder so zu finden ist.

      In der Lizenz steht nirgendwo, dass es OK ist, „wenn der Platz unmittelbar beim Bild nicht reicht“ (sowas gibt’s ja auch garnicht, das Platz nicht reicht …), dass man dann die Infos irgendwo anders zur Verfügung stellen kann. Man soll die Infos angeben und das ist auch richtig so. Man soll nicht danach suchen lassen. Das ist unfair use. Finde ich.

      Cl

      1. Der Legalcode der CCPL ist sehr auf Anpassung ans jeweilige Medium ausgerichtet:

        CC BY 3.0 Englisch, Ziffer 4b:
        „provide, reasonable to the medium or means You are utilizing …“
        CC BY 3.0 Deutsch, Ziffer 4b:
        „Sie sind verpflichtet, die Rechteinhaberschaft in einer der Nutzung entsprechenden, angemessenen Form anzuerkennen.“
        Noch deutlicher macht es CC BY 4.0, Ziffer 3.a.2:
        „You may satisfy the conditions in Section 3(a)(1) in any reasonable manner based on the medium, means, and context in which You Share the Licensed Material. For example, it may be reasonable to satisfy the conditions by providing a URI or hyperlink to a resource that includes the required information.“

        Das bedeutet, dass man die Nennung ans Medium anpassen darf. Wenn ich also eine CC-lizenzierte Videosequenz in meinen Film einbaue, muss ich nicht unmittelbar ins laufende Bild die CC-BY-Angaben einblenden, sondern kann das – wie üblich – im Abspann machen. Für Bücher kann dann nichts anderes gelten. Wenn es üblich/anerkannt ist (was es ist), dass man die Bildnachweise irgendwo gesammelt findet, dann können dort auch die CC-BY-Angaben hin. Online können die Angaben entsprechend auf _einfach_zu_findende_ (ergibt sich aus „reasonable“) andere Webseiten ausgelagert werden, wie etwa in der Wikipedia standardmäßig der Fall bei Bildern und nun in den CCPL der Version 4.0 auch ausdrücklich klargestellt.

  2. Übrigens noch ein Tipp für Bildurheber: Nutzt die Metadaten! Schreibt Namen und Lizenz dort rein und speichert sie mit (d.h. beispielsweise mit Photoshop; dort beim Webexport nicht „alle Metadaten entfernen“ auswählen).

    Im Zweifelsfall schauen DTP-Leute dort nach und fügen entsprechend den Bildnachweis ein. „Bild: Wikipedia“ alsAngabe könnte so verhindert werden – vorausgesetzt, es liegt nicht an Faulheit ;)

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