Linkschleuder

Dobrindt fordert kostenloses WLAN im Regionalverkehr

Kostenloses WLAN soll künftig zum Standard im Regionalverkehr werden, fordert Verkehrsminister Alexander Dobrindt. CC BY-SA 2.0, via flickr/kaffeeeinstein

Wenn es nach Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geht, soll kostenloses WLAN im Nah- und Regionalverkehr zum Standard werden. Die Länder mögen bei allen künftigen Ausschreibungen ein entsprechendes Angebot vorschreiben, sagte Dobrindt der Süddeutschen Zeitung. Das Thema soll auf der heute beginnenden Verkehrsministerkonferenz der Länder behandelt werden.

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Für den Verkehrsminister kann die Bahn „das Verkehrsmittel des digitalen Zeitalters werden“. Dazu gehöre aber „lückenloser Mobilfunk- und Internetempfang auf den Bahnhöfen und in den Zügen“. Nur wenn die Kunden im Zug störungsfrei Wlan nutzen könnten, bleibe die Bahn attraktiv. Dobrindt wies darauf hin, dass die Fahrgäste in den ICE-Zügen in der ersten Klasse inzwischen kostenlos Wlan nutzen können. Dieses Angebot müsse es auch im Nah- und Regionalverkehr geben.

Die Luft anhalten sollte jedoch niemand, denn bislang schafft es selbst die Deutsche Bahn nicht, in den ICEs kostenlose WLAN-Zugänge in der zweiten Klasse anzubieten. Und auch die kostenpflichtigen Zugänge haben unserer Erfahrung nach regelmäßig mit Ausfällen und schlechter Performance zu kämpfen. Ursprünglich war geplant, ein kostenloses Angebot im nächsten Jahr auszurollen, allerdings scheint fraglich, ob dieses Ziel rechtzeitig erreicht werden kann:

„Wir werden alles daran setzen, es möglichst noch 2016 hinzubekommen – aber nur zu einer guten Qualität“, sagt sie [Fernverkehrschefin Birgit Bohle]. Bohle will offenbar auf jeden Fall vermeiden, dass die neue Technik in den Zügen nicht richtig funktioniert und sich die Seiten im Internet doch nicht oder nur sehr langsam aufrufen lassen.

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9 Kommentare
  1. Haut mich nicht wirklich vom Hocker.
    Mir wäre es lieber wenn sie das Geld in den Ausbau und Instandhaltung verwenden würden und man nicht ständig wegen Weichen, Fahrdrähten oder Triebfahrzeugsstörungen ewig unterwegs wäre.

  2. Störerhaftung anyone?

    Kostenloses WLAN in Zügen und Bahnhöfen gibt es in den Niederlanden und in Dänemark (wenn auch nicht flächendeckend), aber da gibt es auch keine Störerhaftung.

    In den USA bieten praktisch alle größeren Läden generell kostenloses WLAN, die kleineren kleben den WPA-Key in jede Sitzecke. Da gibt es aber auch keine Störerhaftung.

    Solange ein Anschlussinhaber haftbar ist, wird das nicht passieren.

    Bin mal gespannt, ob die GEMA/GVU da mit sich reden lassen, oder ob das eine weitere von Dobrindts Luftnummern wird.

    Vor allem frage ich mich, wo eigentlich das Internet herkommen soll. Es gibt Regionalstrecken, da wird der Strom an die Häuser noch überirdisch verteilt, Handy-Empfang praktisch null. Wo soll da das Internet für den Zug herkommen?

    1. Du darfst dich verbinden, dann wird dein erster HTTP-Request erstmal schoen MITMed, und du darfst dich registrieren (am besten noch mit Perso-Zertfizierung beim Bahnschalter), dann nen 5seitigen Text per Checkbox akzeptieren und los gehts. Dann biste selbst fuer alles verantwortlich was jemand unter deiner MAC macht. Oder so. Am besten bauen se in das ganze System noch irgendne Sicherheitsluecke ein, dann macht des doppelt Spass. Ach und am besten sperrn se gleich noch alles ausser Port 80 und 443, wir wollen hier ja kein Internet sondern Facebook und Twitter anbieten.

      1. Ist in den USA im Übrigen meines Wissens (nach zwei Jahren vielleicht aber auch schon obsolet) ähnlich. Am Flughafen einmal komplett registiert und dann fast überall über den selben Anbieter nutzbar gewesen bzw. als Gast bei anderen Anbietern. Registriert ist man aber da auch meistens..

    1. Was will man von einer VDS-Schreihals Partei wie der CSU auch anderes erwarten, wahrscheinlich gehts nur um Überwachung durch die halbstaatlichen Betreiber und Polizeizugriff auf die Wlan Protokolle.

  3. Reine Geldschinderei. Wenn das Mobilnetz es hergibt, ein Zugwlan zu versorgen, dann braucht man kein Zugwlan sondern kann sich gleich selber in die Antennen einloggen. Das einzige was man braucht sind echte Mobilflats, für den Anfang reichen z.B. 1 mbps. Da wird die Zukunftsfähigkeit des Technologiestandorts Deutschland für ein paar Profiteure verzockt.

  4. Ich fordere: den sofortigen Rücktritt von Alexander Dobrindt, Günther Öttinger, Sigmar Gabriel, Lothar de Meziere und Angela Merkel sowieso.

    Aufgrund mehrfacher Interessenkonflikte, mehrheitliches Nicht Nachkommen Ihrer eigentlichen Aufgaben.

    Kbs

  5. Sie kriegen es nicht hin, dass kostenloses Internet in der 2. Klasse funktioniert? Ha, wenn die es wenigstens hinbekämen, dass das WLAN im Zug überhaupt öfter funktioniert … also die Anmeldung beim Router und der Aufruf der kostenlosen DB-Startseite! :D

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