Am Dienstag berichteten wir über den syrischen Aktivisten Bassel Khartabil, der vor mehr als drei Jahren verhaftet und angeklagt wurde, für einen feindlichen Staat spioniert zu haben. Am Samstag, den 3. Oktober, wurde er aus dem Gefägnis in Damaskus an einen unbekannten Ort verlegt – bei Deutschlandradio Kultur berichtet die Übersetzerin Sandra Hetzl über das letzte Telefonat zwischen Bassel und seiner Frau Nora: alles deute darauf hin, dass Bassel nach Rabun gebracht wurde, einen Stadtteil von Damaskus. Dort befindet sich ein kleines Gefängnis, das zu einem Kriegsgericht gehört – warum er jedoch von einem Kriegsgericht erneut verurteilt werden soll, sei absolut unklar. Hetzl spricht auch über Bassels Software-Arbeit im Open-Source-Bereich, es sei nicht verwunderlich, dass sein Engagement die Regierung gestört hat:
Weil alles außer Kontrolle gerät. Die Leute können sich selbstständig informieren und vernetzen. Und dann hat er natürlich auch seine Meinung zur Regierung getwittert und auf facebook mitgeteilt. Er war auch Teil der Protestbewegung.
Bassel wurde kurz vor seiner Festnahme vom Tourismusministerium beauftragt, 3D-Fotos der syrischen Stadt Palmyra zu erstellen. Mit einem Creative-Commons-Projekt sollen die 2000 Jahre alten Bauten zumindest virtuell erhalten bleiben, nachdem sie von IS-Terroristen zunehmend zerstört werden.
