Die britische Regierung hat die Infiltration und das Hacken von beliebigen Computern weltweit offiziell eingeräumt. Privacy International und der Chaos Computer Club haben heute ein Dokument veröffentlicht (pdf), das im Rahmen zweier Beschwerdeverfahren vor dem britischen Geheimgericht Investigatory Powers Tribunal (IPT) als Stellungnahme die britische Regierungsposition darlegt.
Die Rabulistik der Argumentation ist selbst für britische Verhältnisse bemerkenswert: Die Hacking-Aktivitäten des GCHQ in den letzten zehn Jahren, die sich etwa beim Hack des belgischen Providers Belgacom auch gegen Nato-Partnerstaaten richteten, waren zwar unrechtmäßig. Die Regeln, unter denen das Hacking vollzogen wurde, waren aber bisher nicht öffentlich. Da sie nun jedoch bekanntgegeben sind, sei ab jetzt alles legal.
Privacy International, der CCC und sechs weitere internationale Beschwerdeführer setzen sich gegen die Hacking-Praktiken des GCHQ juristisch zur Wehr, um die geheimdienstliche Unterminierung weder in Fragen der Netzwerk-Sicherheit noch bei Privatsphäre- und Freiheitsrechten weiterhin hinzunehmen. Eine Instrumentalisierung von Netzwerk-Infrastrukturen für missbräuchliche Zugriffe der Geheimdienste wollen Riseup, May First/People Link (beide USA), GreenNet (GB), Greenhost (Niederlande), Mango (Simbabwe), Jinbonet (Korea), zusammen mit dem CCC und PI durch die im Jahr 2014 eingereichten Beschwerden verhindern.
