Generell

Was ein Netz ohne Netzneutralität praktisch bedeutet: US-Provider bremst Amazon-Cloud auf Schneckentempo

Wie wir schon berichtet haben, hat ein US-Bundesgericht vor ein paar Wochen die Regeln aufgehoben, mit denen die US-Regulierungsbehörde FCC die Netzneutralität in den USA sicherstellen wollte. Führende US-Juristen wie Timothy Wu haben sogleich vor den Folgen für die Bürgerinnen und Bürger gewarnt: Provider werden versuchen, von Anbietern von Inhalten im Netz gleichsam Wegezoll zu verlangen. Konflikte würden wohl auf dem Rücken der Internet-Nutzerinnen und -nutzer ausgetragen. Auch auch Netflix sah @superwuster harte Zeiten zukommen:


Netzpolitik.org ist unabhängig, werbefrei und fast vollständig durch unsere Leserinnen und Leser finanziert.

„Acting together, the Internet service providers could destroy Netflix by slowing its data to a crawl, making movies impossible to watch.“

Es sollte tatsächlich nur ein paar Tage dauern, bis diese Vision für einige Kunden Wirklichkeit wurde: Verizon, einer der großen US-Provider, fordert vom Video-Streaming-Dienst Netflix zusätzliche Entgelte, um dessen Stream-Daten durchzuleiten. Da geht es um erhebliche Datenvolumina: In der Tat verursacht Netflix zu Spitzenzeiten bis zu 30% des gesamten US-Traffics. Da Netflix aber nicht für die Durchleitung zahlen mag, legt Verizon nun offenbar die Daumenschrauben an: Wie der US-Blogger David Raphael herausgefunden hat, bremst Verizon bei Privatkunden seines Fiber-to-the-Home-Dienstes FIOS gezielt Daten von bestimmten Servern aus – und zwar auf nur noch 40kB/s. Das entspricht etwa einer klassischen UMTS-Verbindung der 1. Generation (also ohne H***-Boost) und reicht für Streaming nur in bescheidenster Qualität.

Diese gezielte Bremse – man könnte auch von Erpressung von Netflix sprechen – hat allerdings fatale Folgen: Netflix nutzt als Content Delivery Network nämlich Amazons Could-Dienst AWS. Und weil sich der Netflix-Traffic nicht so leicht von anderem Traffic von AWS-Servern unterscheiden lässt, haben sich die Spezialexperten von Verizon offenbar für die harte Tour entschieden und bremsen einfach allen Traffic von AWS aus. So war Blogger Raphael dem Treiben auch erst auf die Spur gekommen: Er arbeitet bei iScan Online, die auch bei AWS hosten, und bemerkte, dass er auf Daten seiner Firma über Verizon nur im Schneckentempo zugreifen kann. Lustigerweise ist es ihm durch beharrliches Nachfragen sogar gelungen, sich die Drosselung von der Verizon-Hotline offiziell bestätigen zu lassen.

Das Beispiel macht eindrucksvoll deutlich, wie fatal sich fehlende oder lückenhafte Regelungen zur Netzneutralität auswirken. Im konkreten Fall trifft es zwar finanziell sehr starke Anbieter wie Netflix (sowie mittelbar Amazon) und deren Kunden. Aber eins dürfte klar sein: Sollte sich erst einmal durchsetzen, dass neben den Kunden der Provider auch die Anbieter von Inhalten an die Provider Gebühren zahlen müssen, dann entwickelt sich das Netz schnell zum ausschließlichen Tummelplatz von Kommerz-Angeboten. Provider sollen und müssen natürlich Geld einnehmen – aber nur über inhaltsneutrale Gebühren für den Zugang zum Netz und nicht durch gezielte Diskriminierung von Inhalten, für die keine Zusatzgebühren gezahlt werden. Umso wichtiger ist eine wirklich wasserdichte Regelung zum Schutz der Netzneutralität auf EU-Ebene.

Update: Verizon dementiert umgehend, wobei die Drosselung von der Verizon-Hotline ja bestätigt wurde – es bleibt also einstweilen offen, wer wann die Wahrheit sagt. Fakt scheint jedenfalls zu sein, dass die Amazon-Cloud von David Raphaels Verizon-Zugang daheim deutlich langsamer aufzurufen war als vom Büro – und das bei nahezu identischem Routing.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
46 Kommentare
  1. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie ein Provider sich finanzieren kann. Entweder der Endkunde bezahlt alles – so ist es in fast allen Fällen heute – oder aber derjenige, der Inhalte zum Kunden befördert haben will, zahlt. Das wären dann Amazon, Google, Netflix und so weiter.

    Das immer größere Datenmengen auch eine immer weiter ausgebaute Infrastruktur brauchen, dürfte klar sein. Dass diese Geld kostet, ist auch klar.

    Befürworter der Netzneutralität sollten nun an dieser Stelle einmal darlegen, wie ihrer Ansicht nach zukünftig die Kosten verteilt werden sollen. Nach dem Tenor des obigen Artikels sollen alle allein die Endkunden bezahlen. Das ist in der Tat eine Möglichkeit.

    Ein Beispiel außerhalb des Netzes wäre: Tante Herta sendet mir ein Paket mit ihren leckeren Keksen. Der Postbote klingelt bei mir und verlangt dann von mir das Porto. Tante Herta hat ihr Paket nämlich als unfrei versendet. Das kann Tante Herta machen und es gibt in der Tat viele kommerzielle Versender die für Bestellungen und andere Sendungen von mir als Endkunden Portokosten verlangen. Diese Firmen legen dann quasi die Kosten nur vorher für mich aus und wollen sie dann wieder von mir zurück.

    Und dann gibt es da Onkel Heinrich, der mir auch ein Paket sendet, aber das Porto selbst bezahlt. Ich zahle dafür nichts. Und genauso gibt es unzählige kommerzielle Versender, die mir ihre Waren portofrei zusenden. Ich zahle dafür nichts. Letztlich sind aber natürlich auch hier die Kosten in den Warenpreisen eingepreist. Aber das wollen wir mal an dieser Stelle vernachlässigen.

    Außerhalb des Internet gibt es also durchaus beide Varianten, wer für Transportkosten aufkommt – Sender oder Empfänger. Manchmal werden die Kosten auch geteilt.

    Zahlt der Versender (oder ich als Empfänger) nun aber nur die Gebühr für die langsamste Beförderungsart, braucht die Sendung eben ein wenig länger zu mir. Bei kommerziellen Versendern kann ich als Endkunde oft sogar auswählen, ob ich gerne die schnelle aber teurere Expesszustellung wünsche oder aber die Standardzustellung, die billiger aber auhc langsamer ist.

    Und für all das bedarf es keinerlei staatlicher Gesetze. Es gibt auch keine „Netzneutralität“. DHL, Hermes, UPS und Co. befördern Sendungen je nach entrichtetem Preis natürlich unterschiedlich schnell. Niemand stört sich daran. Warum auch? Wer etwas schneller bekommen möchte, zahlt eben auch mehr.

    Warum soll das im Netz anders sein?

    Wenn ich Amazon-Inhalte besonders schnell streamen möchte, zahle ich meinem Provider eben mehr und er befördert die Inhalte schneller. Oder aber Amazon möchte mit den Inhalten Geld verdienen und ist deshalb darauf angewiesen, dass ich mit der gebotenen Leistung auch zufrieden bin und wird von sich aus an die Provider Geld zahlen, damit sie Amazons Inhalte besonders schnell durch die Leitung schicken. Natürlich werden die Kosten dafür letztlich in die Preise für die angebotenen Dienste eingepreist. Aber das wollen wir an dieser Stelle mal wie gesagt nicht weiter betrachten.

    Und wenn Tante Herta einen kleinen Blog betreibt (dass die Datenmenge dabei eher gering sein dürfte, soll hier mal nicht weiter interessieren) , den ich gerne lesen besonders schnell möchte, dann müssen entweder ich an meinen Provider oder Tante Herta an ihren höhere Gebühren bezahlen, damit die Daten des Blogs bevorzugt übertragen werden. Oder uns beiden ist die „Standardzustellung“ eben ausreichend.

    Was Befürworter der Netzneutralität machen, erinnert an den Zauberlehrling. Sie laden sich nämlich den Staat ins Haus, den sie dann nicht wieder loswerden. Und wenn dieser erst einmal Gesetze zur Netzneutralität erlassen hat, werden sehr bald und sehr schnell andere Gesetze zur Regulierung des Internets folgen. Und diese Befürworter werden dann als erste Zeter und Mordio schreien (zurecht wohlgemerkt). Dabei waren sie es, die dafür den Grundstein gelegt haben. Weiser und zielführender wäre es, sich jeden staatlichen Eingriff ins Netz zu verbitten.

    1. Dümmliche ISP Propaganda was Sie da von sich geben, Harry.

      Wenn der Betreiber eines Rechenzentrums Daten zur Telekom schieben will, dann muss er entweder
      – für einen großen Betrag an die Telekom für eine direkte Verbindung (Peering) zu deren Netz zahlen
      – einen weniger großen Betrag an Cogent / Level 3 / … zahlen um über deren Netz Zugang zum Netz zu bekommen

      Die Alternative die von vielen anderen ISP aus Kostengründen gewählt wird:

      Man zahlt einen winzigen Betrag an den CIX-Betreiber und tauscht dort Daten mit vielen anderen Netzen aus – oft genug gratis.

      Es zahlen also auch heute schon alle Datenübertragenden, egal ob Sender oder Empfänger.

      Das was hier von Verizon praktiziert wird und von vielen anderen ISP gern getan wäre ist schlichte Abzocke.

    2. Bezahlter schreiberling ohne Ahnung vom Thema.

      Als Serverbetreiber zahle ich schon jetzt nicht gerade wenig für die bandbreite an die Provider. In den Netzausbau wird gar nichts investiert, hab hier immer noch das gleiche saulame DSL seit Jahren.

      Also nichts als durchaubare Propaganda, erbärmlich sowas !!!

    3. Harry dein Vergleich mit den Paketdiensten hinkt.

      Im Internet ist es nämlich so: Sowohl der Empfänger als auch der Sender der Pakete zahlen an ihren jeweiligen Paketdienstleister. Zwischen den Paketdienstleistern gibt es Übergabepunkte, so dass man Kunden von Paketdienstleister A zu Kunden von Paketdienstleister B schicken können. Das nennt man Peering.

      Jetzt kommt dein Paketdienstleister, den du dafür bezahlst, dass er dir die Pakete Onkel Heinrich ausliefert und sagt: „Dieser Onkel Heinrich schickt sooo viele Pakete an sooo viele Leute. Er hat die zwar alle bei seinem Paketdienstleister bezahlt und unsere Kunden haben uns bezahlt, dass wir die ganzen Pakete ausliefern, aber wir finden der Onkel Heinrich soll einfach noch mal extra zahlen, weil …. äh … ja so einfach so halt.“

      1. Richtig. So gibt es beispielsweise Kooperationen zwischen regionalen Postdienstleistern. Da gebe ich in Hamburg eine Sendung beim regionalen Anbieter auf. Der transportiert sie nach München. Da er in München aber selbst gar keine Niederlassungen und keine Logistikstrukturen hat, kooperiert er mit einem regionalen Anbieter aus München. Umgekehrt geht es dann genauso.

        Der Anbieter aus Hamburg bezahlt den Münchner Kooperationspartner für eine jede Sendung. Umgekehrt ebenfalls wieder genauso.

        Nun möchte der Münchner Anbieter aber gerne mehr Geld für jede übernommene Sendung. Und nun? Entweder der Hamburger Anbieter zahlt oder er sucht sich einen neuen Kooperationspartner. So einfach, so schnell. Aber vielleicht übernimmt ja auch der Empfänger der Sendung in München den Differenzbetrag. Falls nicht, kann er eben keine Sendungen mehr aus Hamburg empfangen.

        Wem etwas gehört (Logistikstrukturen oder eben eine Netzinfrastruktur) der kann den Preis bestimmen. Und wenn mein Internetprovider eben nun mal keine Daten eines Dienstleisters aus Usbekistan weiterleiten will, dann habe ich Pech und der Anbieter aus Usbekistan genauso. Ich kann mir aber natürlich einen anderen Anbieter suchen, der kundenfreundlicher ist. Und wenn sehr viele Leute sich für die Seiten aus Usbekistan interessieren, wird der uneinsichtige deutsche Provider bald sehr viel weniger Kunden haben. Das nennt man Angebot und Nachfrage.

      2. Nun möchte der Münchner Anbieter aber gerne mehr Geld für jede übernommene Sendung.

        Eben nicht für jede übernomme Sendung.

        Im Sinne der Netzneutralität wäre es, wenn der Münchner Anbieter für jede Sendung mehr Geld vom Hamburger Anbieter verlangen würde. Wenn er in der entsprechenden Marktposition ist, meinetwegen.

        Hier ist es aber anders. Der Münchner Anbieter peert kostenneutral mit dem Hamburger, weil sich der Austausch in beiden Richtungen die Waage hält. Er verlangt aber ganz speziell von Onkel Heinrich eine Extrazahlung. Ganz ohne den Hamburger Paketdienstleister. Er ruft einfach bei Onkel Harry an und sagt „Wenn du möchtest, dass deine Pakete ankommen, zahl uns doch was.“

    4. „DHL, Hermes, UPS und Co. befördern Sendungen je nach entrichtetem Preis natürlich unterschiedlich schnell.“

      Deine Aussage hängt dort. Stell dir ein Stau auf der Autobahn vor. Dort müssen alle warten, bis es weiter zum Ziel geht oder der Stau sich komplett auflöst. Da hilft auch keine Bezahlung, damit es schneller geht.

      Beim Internet aber, kann man drosseln. Dort kann dann z.B. die Geschwindigkeit reduziert werden, damit irgendein Service bevorzugt wird. Oder möchtest du, dass andere Teilnehmer vor dir ans Ziel ankommen, nur weil sie bezahlen?

      „Entweder der Endkunde bezahlt alles – so ist es in fast allen Fällen heute – oder aber derjenige, der Inhalte zum Kunden befördert haben will, zahlt.“

      Nicht nur die Kunden oder die Anbieter zahlen. Deutschland zahlt z.B. der Telekom auch ein Beitrag, damit sie dann bei irgendein Gebiet Kabel / „Internet“ verlegen. Und die Geschwindigkeitszunahme gehört auch im Wettbewerb der Anbieter dazu.

      Nebenbei grade durch Netzneutralität ist das Sperren von Webseiten oder Services schwer. Bei LTE / mobiles Internet wird auch gedrosselt und einige Anbieter sperren auch Voice-IP Anbieter oder Verbindungen, damit du dein Handy auch zum Telefonieren benutzt und dafür Geld ausgibst. Obwohl du für dein mobiles Internet bezahlst, kannst du es nicht in vollen „Zügen“ genießen.

      1. „Stell dir ein Stau auf der Autobahn vor. Dort müssen alle warten, bis es weiter zum Ziel geht oder der Stau sich komplett auflöst. Da hilft auch keine Bezahlung, damit es schneller geht.“

        Ja, nur in meinem Beispiel würden dann DHL, Hermes und UPS eine andere Strecke wählen, eigene Autobahnen bauen oder eben auf einen Helikopter umsatteln. Und dann wären wir wieder dabei, dass Schnelligkeit eben Geld kostet.

        „Oder möchtest du, dass andere Teilnehmer vor dir ans Ziel ankommen, nur weil sie bezahlen?“

        Ja, natürlich. Wer mehr zahlt, bekommt auch mehr Leistung. Das ist überall im Leben so und absolut natürlich. Warum sollte das ausgerechnet im Internet anders sein? Weil wir uns das alle so wünschen? Nein, ganz sicher nicht. Auch im Internet gelten die Regeln von Angebot und Nachfrage.

        „Obwohl du für dein mobiles Internet bezahlst, kannst du es nicht in vollen “Zügen” genießen.“

        Ich weiß. Deshalb kann ich zwischen tausenden von Tarifen wählen, die alle andere Bedingungen haben. Manche erlauben VoIP, ICQ und so weiter, andere nicht. Wenn mir bestimmte Dienste wichtig sind, muss ich einen entsprechenden Tarif wählen. Der ist dann aber eventuell deutlich teurer.

    5. Was für ein Haufen Müll: Sie sind entweder sehr dumm oder Sie lügen einfach. So gut wie jeder einzelne Vergleich hinkt. Wollen Sie es Punkt für Punkt durchgehen?

    6. „Befürworter der Netzneutralität sollten nun an dieser Stelle einmal darlegen, wie ihrer Ansicht nach zukünftig die Kosten verteilt werden sollen. Nach dem Tenor des obigen Artikels sollen alle allein die Endkunden bezahlen. Das ist in der Tat eine Möglichkeit.“

      Der Endkunde bezahlt sowieso das ganze Netzwerk, es macht in
      diesem Sinne keinen Unterschied, ob die Rechnung beim Unternehmen oder beim Kunden landet.
      Man kann höchsten die Verteilung der Kosten auf die Nutzer verändern. Dies ist aber hier _nicht_ das Thema.
      Schließlich werden Unternehmen von Kunden finanziert bzw.
      bezahlt, wodurch die gesamten Kosten bei gleicher Leistung für den Nutzer gleich sind.

  2. Wer Informations- und Meinungsfreiheit mit Postsendungen vergleicht, arbeitet wohl selbst beim Provider. Das Netz war bislang Antithese dazu, dass Meinungs-, Informations- und Deutungshoheit beim Kapital liegt. Das soll nun geändert werden.

    Mehr brauch man dazu nicht zu sagen.

    1. Wenn sie gerne kostenlos für einen Provider arbeiten wollen, Kabel verlegen, Programme entwickeln, Kundendienst betreiben und alles, was mit dem Betreiben eines weltweiten Netzes zusammenhängt, können sie sich gerne bei einem Provider ihrer Wahl bewerben. Sicher wird man sie gerne nehmen.

      Solange aber Menschen für ihre Arbeit eine Gegenleistung erhalten wollen und solange Güter tatsächlich, man glaubt es kaum, nicht vom Himmel fallen, sondern gegen Geld erworben werden müssen, solange haben Provider jede Menge Kosten und wollen natürlich auch einen Gewinn machen.

      Und solange gelten die Regeln von Angebot und Nachfrage auch im Internet. Was übrigens noch niemals anders war.

      1. Mööp. Strohmann-Argument. Niemand sagt dass Provider keinen Gewinn machen dürfen. Die machen auch heute Gewinn.

        Desweiteren: Meinungsfreiheit ist ein wichtigeres Gut als die Rendite einzelner Unternehmen, daher ist eine Reglementierung zugunsten der Netzneutralität nur lieb und billig. Sie legalisieren auch kein Heroin um Bayers Gewinn zu erhöhen.

      2. @Vinterblot:

        Aha, und sie bestimmen dann sicher, wie viel Gewinn ein Unternehmen machen darf, so quasi als staatliche Plankommission. Oder?

        Sicher wollen sie auch TV, Radio und Zeitungen vorschreiben, wann sie welche Meinungen wie schnell und an welcher Stelle zu veröffentlichen haben. Schließlich ist die Meinungsfreiheit ein wichtigeres Gut als die Rendite. Gell?

        Ich weiß, Sarkasmus ist nicht jedermanns Sache. Wer aber allen Ernstes die Meinungsfreiheit als wichtiges Gut bezeichnet aber gleichzeitig dieselbe einschränken will – denn auch Unternehmen und ihre Eigentümer haben Meinungsfreiheit und müssen keine Meinungen weiterverbreiten, die ihnen nicht gefallen – der wird hoffentlich verstehen, dass ich da nur noch mit Sarkasmus antworten kann.

        Wenn ich ein Provider bzw. Hoster wäre und ich ihren Blog, wenn sie einen haben, nicht hosten möchte, dann tue ich das nicht. Dann suchen sie sich einen anderen Anbieter. So einfach ist das. Sie dürfen das umgekehrt mit mir natürlich ebenfalls so machen. Und wenn ihnen das nicht gefällt, dann gründen sie selbst ein Unternehmen. Oder sie bezahlen halt mehr. Vielleicht lasse ich mich umstimmen.

      3. Es geht hier ja nicht um Gewinndeckelung. Jeder Anbieter kann seine Preise so festlegen, wie er will. Und sich auch so eine goldene Nase verdienen. Das geht wunderbar.

        Man muss sich da mal die Relationen der Geldwerte ansehen. Wenn die Telekom 10 Millionen Kunden hat und diese jeweils einen € mehr im Monat zahlen, sind das 10 Millionen € im Monat mehr Umsatz. Auf diese 10 Millionen Kunden kommen vielleicht 100 Anbieter(sprich: Unternehmen) mit Inhalten, die eine schnelle Datentransferrate benötigen. Jetzt müssen die 10 Millionen € auf 100 Anbieter umgemünzt werden, das sind 100.000€ im Monat. Das kann ein Unternehmen wie Amazon zahlen, das kann ein Unternehmen wie Google zahlen. Aber das kleine Videoplatform-Startup kann das nicht zahlen. Und kein Startup der Welt wird das zahlen können.

        Letztendlich hindert es die Innovation, gibt den großen Multikonzernen eine weiter ausgebaute Vormachtstellung und der Markt im Internet schrumpft auf einen Bruchteil zusammen.

      4. @Der T:

        Wenn ich auch Angebote kleiner Seiten schnell und performant sehen möchte, werde ich einen Tarif abschließen, wo ich als Endkunde eben etwas mehr bezahle. Dem Provider ist es erst einmal egal, wo er das Geld herbekommt. Nur wenn er es weder von mir noch vom Seitenbetreiber bekommt, wird eben auch seine Leistung (also die Geschwindigkeit) sinken.

        Heute bezahle ich es als Kunde ganz allein. Zukünftig werden die Kosten aufgeteilt werden.

      5. denn auch Unternehmen und ihre Eigentümer […] müssen keine Meinungen weiterverbreiten, die ihnen nicht gefallen

        Doch müssen sie, wenn sie bspw. Telefonanbieter sind. Die dürfen auch nicht einfach Verbindungen abhören und dann kappen wenn ihnen nicht gefällt, was da gesagt wird. Auch deine oben beschriebenen Postunternehmen dürfen keine Briefe öffnen und je nach Inhalt zustellen oder eben nicht.

      6. @red trumpet:

        Postunternehmen dürfen nicht die Briefe öffnen, nein. Dieses „Recht“ nimmt nur der Staat für sich in Anspruch. Sie dürfen mich aber als Kunde ablehnen, wenn ihnen meine Nase nicht passt oder sie den Empfänger meiner Sendung nicht mögen. Dann muss ich mir halt ein anderes Postunternehmen suchen.

        Mein Telefonanbieter kann mir auch jederzeit fristgerecht kündigen und muss dafür auch keine Gründe angeben. Und genauso kann er für Anrufe aus bestimmten Quellen einen Zuschlag verlangen oder ablehnen, solche Gespräche durchzustellen. So werden bei nicht wenigen Anbietern Callthrough-Nummern gesperrt oder Provider blockieren bestimmte Ports oder Protokolle.

  3. Dann muss ich wohl auch als bezahlter Schreiberling gelten:

    Wer mehr Traffic verursacht, muss auch mehr bezahlen. Eigentlich logisch. Ich sehe absolut nicht ein, dass in meine Flatrate, die ich ganz überwiegend zum browsen auf überwiegend textlastigen Seiten nutze, die ganzen Riesensauger eingepreist sind, die von morgens bis abends irgendwelche Videos sehen etc.

    Wenn bestimmte „Inhalte“-Anbieter besonders viele Ressourcen verbrauchen, dann sind deren Angebote wohl begehrt. Bitte, dann sollen Sie das Geld dafür von Ihren Kunden eintreiben und nicht von allen Internetnutzern.

    Irgendeiner muss immer bezahlen. Zur Zeit sind es eindeutig die Nutzer, die diese Medien gerade nicht nutzen. Die einen nennen das neutral, genauso kann man das unsozial nennen, aus wirtschaftlicher sicht paradox.

    Aber natürlich kann man andere Meinungen immer als „bezahlt“ abtun. Ärgerlich für mich, denn ich bin mir sicher das ich dafür draufzahle.

    1. Darum geht es gar nicht! Es geht darum das man bei lukrativen Diensten die Hand ein zweites mal aufhält. Oder sie ausbremst und nen eigenen Konkurrenten der nicht gedrosselt ist anbietet. Man sabotiert dabei quasi die Konkurrenz.

    2. Wer mehr Traffic verursacht, muss auch mehr bezahlen. Eigentlich logisch. Ich sehe absolut nicht ein, dass in meine Flatrate, die ich ganz überwiegend zum browsen auf überwiegend textlastigen Seiten nutze, die ganzen Riesensauger eingepreist sind, die von morgens bis abends irgendwelche Videos sehen etc.

      Die Riesensauger verwenden genausoviel Infrastruktur wie du als Textleser. Die verwenden den gleichen DSLAM wie du auch, der dasselbe an Anschaffung und Wartung kostet. Wenn man den Riesensaugern die Kosten, die ihr zusätzlicher Traffic tatsächlich verursacht, in Rechnung stellen würde, na in Gottes Namen. Dann würdest du eben 38,70 € für deine Flatrate bezahlen und die Riesensauger 41,30 €. Wenn überhaupt.

    3. Nehmen wir einmal an das es wirklich so wäre das ein Anschluss für „wenig Nutzer“ günstiger wäre weil es rein um den Traffic geht. Darüber hinaus wissen wir ja, dass es sich aktuell um Mischkalkulationen handelt.

      Wenn sich nun der Preis über den Traffic regeln würde, warum gibt es dann keine Tarife bei denen ich frei wählen kann und warum sind die „Standardtarife“ nach Einführung von Volumenbegrenzungen nicht günstiger geworden? Immerhin könnte man die Extrakosten für „Viel Nutzer“ nun aus den Tarifen herausrechnen da diese nach erreichen der „wenig Nutzer“ Volumenbegrenzung zusätzlichen zahlen müssen.

      Davon ab geht es aber eigentlich gar nicht darum wer viel/wenig Nutzt sondern es geht darum das die Anbieter zusätzlich noch einmal zahlen sollen, dass aber (nahezu) ohne Grundlage. Davon ab wird es sicherlich zu keiner positiven Tarifgestaltung für Kunden führen. Denn dann wäre es Denkbar das die Providerwahl nur noch mit einer Liste sämtlicher Dienste die man gerne nutzt/nutzen möchte sinnvoll zu erledigen ist. Immerhin möchte man ja den Provider finden der diese Angebote Standardmäßig am wenigsten drosselt um möglichst wenig zusätzliche Pakete buchen zu müssen. Zur Verdeutlichung:

      Provider 1:
      Heise und Golem nur mit 25% der Bandbreite, Love Film 1.2%, Watchever 0.25%, Netzpolitik 100%, Bild 10%, Google (Suchmaschine) 100%, Google (G+) 70%

      Zubuchbare Pakete:
      – News für nur 15€/Monat enthält Heise, Golem und Bild
      – Social Networks 5€/Monat
      – Streaming Portale (Ausschließlich Watchever): 30€/Monat
      – Watchever 35€/Monat

      Provider 2:
      Newsseiten (sofern die Filterliste stimmt) generell mit 100%, Watchever 1% Rest wie bei Provider 1.

      Zubuchbare Pakete:
      – Social Networks 15€/Monat
      – Streaming Portale (Ausschließlich Watchever): 10€/Monat
      – Watchever: 5€/Monat

      Das ganze natürlich eher mit ein paar hundert Diensten oder aber Dienstkategorien. Es kann natürlich immer sein das etwas falsch Kategorisiert wird oder aber bei Erfolg aus den Paketen ausgegliedert wird. Neue Dienste würden natürlich gut daran tun von vornherein entsprechenden Verträgen mit allen ISPs von denen sie Kunden erwarten abzuschließen. Denn es wäre ja traurig wenn Sie zu den Diensten gehören die ohnehin nur mit 0.1% der Bandbreite bereitgestellt werden. Wie das ein junges Unternehmen aus dem Ausland mitbekommen soll? Keine Ahnung.

      P.S. Die Bandbreite bezieht sich immer auf die dem Kunden zur Verfügung gestellte. Bei DSL 6000 wären die % also deutlich anders als wenn jemand etwa DSL 16000 gebucht hat. Die Prozentzahlen sind frei erfunden und hoffentlich deutlich übertrieben.

  4. Nicht neutral wäre es, wenn einzelne Inhalteanbieter scheinbar wahllos herausgepcikt werden. Wenn das aber einer bestimmten Transfermenge der Normalfall wäre, ist das völlig neutral und könnte kostenfreien Zugang bieten. Warum wird nicht darüber diskutiert?

    1. Das ist doch gerade das Problem wobei die Provider natürlich nicht wahllos sich opfer aussuchen sondern umsatzstarke Dienste extra zur Kasse bitten.
      Die Provider wollen quasi wieder zu dem AOL oder BTX model zurück wo sie mehr oder weniger die einzigen Anbieter von Diensten sind oder über Partnerschaften zumindest ordentlich mitverdienen.

  5. Für das Internet hinken alle Vergleiche, und statt Netzneutralität zu erklären sollten die negativen Aspekte erläutert, die fehlende Netzneutralität bedeuten.

    Technisch muss jeder Anbieter, der bestimmte Services bevorzugen will, in die Pakete reingucken: Von wem an wen geht es und was steckt da drin? Das nennt sich Deep Packet Inspection. Ich kann mir nicht vorstellen wie ein vernünftiger Mensch oder eine intelligente Firma jemanden oder etwas dafür bezahlt damit genau das gemacht wird. Das Gefahrenpotential ist doch recht hoch, wenn Unternehmen bestimmte Betriebsgeheimnisse über das Internet an andere Zweigstellen ihrer Firma senden und da jemand mitliest…
    Dann schreien sie nach Verschlüsselung und merken dass auch die kaputt ist und schreien weiter….

    1. Schlimm genug, dass man nach diesem Paradebeispiel, was fehlende Netzneutralität bedeutet, überhaupt noch diskutieren muß. Die Tinte auf dem Urteil ist noch nicht trocken, schon reitet ein Provider die Sache derart tief in die Scheisse und nimmt derart massive Kolleteralschäden in Kauf, nur um einen Contentanbieter zur Zahlung zu zwingen.. Da müßte die gesetzlich verankerte Netzneutralität schon am nächsten Tag auf dem Tisch liegen.

  6. Ich hoffe das wie beim Strom die Netze vom Erzeuger getrennt werden.
    Internet hat doch nichts mit Paketdiensten zu tun, wie naiv ist das denn.

    Aber es wäre natürlich schön wenn die Kohlekraftwerke für ihre Durchleitung bezahlen müssten ;)

    Harry hal mal lieber den Wagen

    1. Die Provider sind die Transportdienste, die meine Daten zum Empfänger und die Daten des anderen zu mir transportieren. Ohne Provider komme ich nichts ins Internet. Das hat also sehr viel mit Paketdiensten zu tun.

      Und die Stromerzeuger zahlen tatsächlich für die Durchleitung. Die Gelder werden an die Netzbetreiber gezahlt und mir wiederum vom Lieferanten/Erzeuger weiterberechnet.

      1. Die Provider sind die Transportdienste, die meine Daten zum Empfänger und die Daten des anderen zu mir transportieren. Ohne Provider komme ich nichts ins Internet. Das hat also sehr viel mit Paketdiensten zu tun.

        Mit dem Unterschied, das ein Großteil der Kosten nicht direkt durch den Traffic entsteht, sondern durch den Ausbau der so genannten „letzten Meile“, also der direkten Anbindung an den Endnutzer. Soll man doch die echten Peeringkosten der Provider auf die Rechnung draufschlagen, sie werden nur einen kleinen Teil ausmachen.

  7. …das nennt sich – Kapitalismus – der „Besitzer“ nutzt selbigen um allen anderen eine „Besitzrente“ vulgo Kapitalrendite abzupressen. Was daran jetzt so erstaunlich sein soll ist nicht zu verstehen.

  8. Eigentlich muss man hier ja niemanden überzeugen. Aber das Paketbeispiel ist geeignet Harry zu widerlegen. Der Kurierdienst ist zwar für die Zustellung der Pakete verantwortlich, wie z.B. Cisco für den Transport der Datenpakete. Aber ihm gehört ja nicht die Strasse. Die ist Infrastruktur. Die Infrastruktur des Netzes (letzte Meile) wurde von der noch staatlichen Post aufgebaut und mit dem Konjunkturpaket wurde der Ausbau des Breitbandnetzes gefördert. Daher wäre das was Verinzon macht in Deutschland Wegelagerei. Also z.B. die Schranke zum Wohngebiet, wo sich der Bauunternehmer Wegezoll erpresst, obwohl er für den Bau der Straße bereits bezahlt worden ist.

    1. Es geht hier nicht um die letzte Meile. Die interessiert beim Thema Netzneutralität niemanden. Die die Daten müssen erstmal halb um den Globus (zumindest in den meisten Fällen), bevor sie überhaupt zur letzten Meile kommen. Und die Transportkabel auf den großen Transitstrecken gehören ebesno großen multinationalen Providern.

      1. Trotzdem entsteht der Großteil der Kosten der Provider bei Ausbau und Wartung der letzten Meile, nicht bei Nutzung schon gut ausgebauter Background-Netze.

      2. @red trumpet:

        Bei diesem Themenkomplex geht es nicht um die letzte Meile. Hier geht es vor allem erst einmal um die großen Anbieter im Netz, die zum Teil ein Drittel des Gesamtdatenverkehrs ausmachen. Um diese Daten schnell zu transportieren sind ständige Erweiterungen an der Netzinfrastruktur notwendig. Die müssen bezahlt werden – auf welche Art und Weise auch immer.

        Bisher hat allein der Endkunde etwas bezahlt. Nun können die Kosten aufgeteilt werden.

        Im Mobilfunkbereich ist es absolut normal, dass ich zwar eine Flatrate habe, diese aber beim Erreichen einer bestimmten Datenmenge nur noch mit stark verringerter Geschwindigkeit bedient wird. Möchte ich weiterhin schnell meine Daten bekommen und senden, muss ich mehr zahlen. Genauso gut könnte der Anbieter auch die von mir am häufigsten abgerufenen Seiten (oder nach welchen Kriterien auch immer) zur Kasse bitten und sie dafür bezahlen lassen, dass ich deren Angebote weiterhin schnell ansehen und abrufen kann.

        Im Kabelnetz ist dies ebenfalls üblich – ganz besonders in den USA. Dort bezahlt der Kabelkunde seinen monatlichen Beitrag und die Sender ihren – oder sie werden nicht mehr eingespeist.

        Provider möchten Geld verdienen. Wo sie nun sich das Geld holen, ist erst einmal zweitrangig. Sie werden es sich holen, entweder komplett beim Endkunden oder eben verteilt auf Endkunde und Anbieter.

        Und es wird bei entsprechender Nachfrage natürlich weiterhin Tarife geben, wo ich als Endkunde einen höheren monatlichen Beitrag zahle und dafür meine Netzneutralität bekomme.

  9. Hier ist ja eine Riesendebatte dank des ersten Postings enstanden (thx Troll).

    Bin überrascht, dass die Leute hier glauben mehr Freiheit für die Provider würde den Markt vereinfachen, die Kosten für „wenig Nutzer“ senken (HAHA! Seht euch den Strommarkt an ihr Naivlinge) und dem ganzen einen FAIREN Charakter geben was Ausbau und Zukunftsinvestition angeht.

    Seid doch bitte nicht so albern meine lieben „Mitnutzer“ zu glauben, dass ihr allein aus Sparsamkeit am Traffic weniger zahlen dürft als der Rest der Supersauger. Traffic kostet fast nichts. Die Gerätschaften da in den Datenzentren und Knotenpunkten bezahlen sich doch von den Anschlussinhabern. Darüber kann man die Einnahmen regeln. Wenn ihr jetzt zusätzlich von allen Teilnehmern auf beiden Seiten (Service Provider und Content PRovider sowie deren Kunden) Zölle verlangt dann führt das doch genau zum Gegenteil. Marktregulierung und Monopolisierung. Strafzölle in Form von Extrapaketen in 50GB Staffelung. Jaja… sicher. kostet doch nur 5€ mehr im Monat ist doch nicht die Welt.

    Hier wird von manchen Leuten argumentiert, dass Internet eben viel teurer zu sein hat wegen Zukunftstechnik und so weiter. Das ist doch an den haaren herbeigezogener Unsinn! Euer Texttraffic oder das bisschen http was ihr da verursacht würde in der Zukunft komplett wertlos werden weil die Bandbreiten und Durchsatzraten für die neue Übertragunskanäle ausgelegt werden total überdimensioniert wären.
    Dann würde man euch trotzdem mit 20 bis 40€ (T-Offline Deutschlandnet) abzocken obwohl euer Nutzerverhalten gerade mal 20c im Monat bei der Firma ausmacht.

    LOL wenn ihr Internet für Lau wollt schreibt Briefe an die Regierung und fordert das ein (Dann bekommt wohl jeder bald ein 1Mbit Hartz4 Anschluss um sich seine Textbasierten Jobangebote ganz beuem anzusehen). xD

    Netzneutralität ist eine lächerliche Debatte die von den ISPs missbraucht wird um deren Renditen zu erhöhen. Soll gefälligst alles so bleiben wie es ist nämlich die anstandslose und unvoreingenommene Behandlung jeglicher Datenpakete. Alles andere führt zu Verlusten auf beiden Seiten und untergräbt Privatsphäre (Deep Paket Inspection seitens der ISPs ist NoGo), Infromationsfreiheit (Was, ich habe keinen Vertrag mit diesem Hoster? Dreh den Datenhahn zu und lass nix mehr durch!) und den offenen Wettbewerb (Flatrates werden wieder zu Volumenpaketen und Funkinternet wird der Messias des Netzausbaus weil eh alle nur noch Drosseln… LTE = FAIL!)

    Ich hab ne Idee ihr Wenignutzer: Wenn ihr doch nur Text schaufelt, sagt der Bitkom, dass ihre Mitglieder gefälligst Sonderangebote für eure Nutzergruppe bereitstellen sollen. So 5€ Billigstinternet im Monat mit 2000er DSL. Reicht komplett aus für textbasiertes Browsing. So ne Petition an die Provider ist schnell aufgesetzt und dabei könnte euch sogar der Verein der Verbraucherschützer untzer die Arme greifen… habt doch so viel Zeit da ihr nicht dauernd am Saugen seid wie wir alle hier. :D

    Kann mir niemand erzählen, dass Millionen von brav zahlenden Haushalten (~30€ im Monat + Handy und Telefonflats), Tausende von Betriebsstätten (mit IT und Kundenbetreuung mit hoher Anforderung an Netze) und vor allem Contentprovider im Inland (die zahlen doch schon den Obulus für die Anbindung mit allem drum und dran) die Kosten der Infrastruktur nicht decken können. Ja sicher und der Weihnachtsmann macht auch nur den Rest des Jahres Urlaub weil er an Weihnachten so viel schufftet.

    Schert euch sonstwohin mit eurem „wer viel surft der muss auch mehr zahlen“ – TRAFFIC is BILLIG, PUNKT. Erzählt das ma dem Öffentlichen Rundfunk. Ich schau die Kacke nicht weil im Internet viel mehr und vor allem bessere Angebote vorhanden sind bzw. greife ich zu Büchern statt Bildungsfernsehen. Muss aber per Gesetz trotzdem die ganzen Tatort und Marienhofglotzer mitfinanzieren geschweige denn die Intendantenbude voller Superreicher Exminister und Parteilobbyisten. Sauberre Sache nich? Ich kann nichtmal kündigen.
    Das könnt ihr bei den ISPs schon wenn euch der Preis der Freiheit (die paar 20€ für Textbasiertes Internet) zu viel sind.

    1. Das Beispiel mit dem Strommarkt verstehe ich als Ironie. Denn die Kosten für den Strom sind – ohne staatliche Zwangsabgaben – seit der Liberalisierung 1998 gesunken. Was seitdem gestiegen und gestiegen ist, sind die staatlichen Abgaben. Sie machen heute über die Hälfte des gesamten Strompreises aus.

    2. jup, erst 756 kBit dann Zwangsupdate auf 1 MBit DSL, dann gekündigt worden, weil sie ihre uralt ISDN-Anschlüsse loswerden wollten, also andere Firma (KabelD), 32 MBit, die natürlich nie zur Verfügung stehen – Berlin, nicht Kleinkleckersdorf. Und warum? Weil flatrate geil ist, sich anderes gar nicht verkauft und deswegen nicht angeboten wird, immer die neuesten Angebote nachgefragt werden, die Hälfte der Nachbarn wahrscheinlich TV übers Netz schaut. Welche Alternative hattest du noch gleich vorgeschlagen? Oder bist du gerade im Fernsehtraum und hast noch nicht darüber nachgedacht, aber natürlich trotzdem viel zu schreiben. Der Preis ist mir ehrlich gesagt auch schnurz, nur das was hier als Neutralität verkauft wird, ist doch nur aus einer Perspektive neutral.

  10. Die Provider haben allen Anschein nach jetzt schon zu viel Geld, mit dem sie Trolle wie „Harry“ bezahlen um die Foren vollzumüllen mit ihrer durchschaubaren Propaganda.

    1. Normalerweise erkennt man Trolle daran, dass sie andere persönlich angreifen und selbst absolut keine Argumente haben. Insofern hilft ein Blick in den Spiegel auch bei ihnen. Aber vielleicht fallen ihnen ja noch Argumente ein.

  11. Vielleicht hilft es, wenn man den o.g. Anteil am Bandbreitenverbrauch von 30% mal auf 99% hochschraubt. Es ist neutral, wenn der Sender dieses überwiegenden Bildermülls, den sich vielleicht 15% der Nutzer reinpfeifen, genauso viel bezahlt wie die 1 Mrd. anderen Seitenbetreiber, die mit der restlichen 1% Bandbreite die restlichen 75% der Internetnutzer bedienen? Man kann dann völlig sicher sagen, jeder Engpass wird durch einen einzigen Anbieter verursacht. Komisches Verständnis von Neutralität. Warum denke ich gerade an „Aktuelle Kamera“?

  12. Meine Güte, Traffic kostet fast nichts. Das einzige, was hohe Kosten verursacht ist Kundenservice und Ausbau der Infrastruktur ansich. Die laufenden Kosten sind nen Witz.

    500GB traffic? das Kostet die ISPs Cents…

    1. Nein Traffic kostet nichts, aber die Infrastruktur. Wozu findet dann Ausbau der Infrastruktur statt? Hat der Zensus doch Millionen bisher unbekannter Deutscher aufgedeckt? Der Ausbau der Infrastruktur findet wahrscheinlich seit Jahren ausschließlich wegen des permanent steigenden Traffics statt. Aber, kost‘ ja nix, meine Güte.

    1. Öhm, nein. 40 kB(ytes) = 320kbit/s, und kommerziell wird „reines“ UMTS jdf. in DE mit 384 kbit/s angeboten:

      „Derzeit bauen die deutschen UMTS-Netzbetreiber ihre Netze im FDD-Modus auf, die damit erzielbare Datentransferrate liegt bei 384 kbit/s für den Downlink in R99.“

      siehe Wikipedia

      Ok, 320 ist nicht exakt 384, aber es ging mir auch nur um die Größenordnung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.