Das ARD-Politikmagazin Report Mainz hat gestern über Schleichwerbung bei Youtube am Beispiel des Unternehmens Mediakraft berichtet. Hier ist die Pressemitteilung und hier das Video in der Mediathek (ca. ab Minute 20:00). Bei bekannten Youtube-Stars wie Y‑Titty mit einer riesigen Zielgruppe unter jungen Menschen soll es verschleierte Werbung in Form von Empfehlungen geben, die nicht transparent gemacht werden. Der Fall ist insofern interessant als dass Youtube noch Wilder Westen zu sein scheint, aber Experten davon ausgehen, dass dort dieselben Regeln für Werbung gelten wie im Fernsehen.
Bis das mal rechtlich geklärt ist, bleibt eine Grauzone in der viel experimentiert wird. Um die 50.000 Euro brutto verlangt Mediakraft für eine Produktplatzierung in einem Y‑Titty-Clip, der an garantiert 650.000 Zuschauer ausgestrahlt wird. Dabei kalkuliert man einen TKP von 80 Euro (pro tausend Kontakte). Dafür bauchen die Youtube-Stars einen redaktionellen Kontext um ein Produkt herum, indem sie z.B. mit einem Smartphone auf ein Festival fahren um zu testen, ob es so Festival-tauglich ist wie die Werbung verspricht.
Die Zielgruppe von Y‑Titty & Co besteht überwiegend aus Kindern und Jugendlichen. Gerade da sollte aufgepasst werden, dass Werbeformen transparent sind und nach Regeln erfolgen.
Bereits vor einem Jahr hatte NDR-Zapp über dasselbe Unternehmen und dieselben Praktiken berichtet. Passiert ist seitdem offensichtlich nicht viel. Mal schauen, was nun kommt:
Aufgrund der Recherchen von REPORT MAINZ hat die für die Überwachung von Mediakraft zuständige Bezirksregierung Mittelfranken ein Prüfverfahren eingeleitet. Die Behörde sieht die Art und Weise der Produktdarstellung kritisch. Ein Gesetzesverstoß scheine gegeben.