Linkschleuder

Die Netzflüsterer – Im industriellen Stil in Österreich Meinungen im Netz verbreiten

Das österreichische Magazin DATUM berichtet über die Agendtur Mhoch3, die für INdustrie- und Politikkunden gefakte Kommentare im industriellen Stil im Rahmen von Onlinekampagnen produziert und verbreitet hat. Das ist leider recht üblich. Unüblich ist eher, dass Agenturen damit auffliegen und massenhaft Unterlagen an Journalisten geleakt werden. Zu den Kunden von Mhoch3 gehört u.a. die ÖVP. Einen Teil der Geschichte gibt es bei datum.at: Die Netzflüsterer.


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Die eingangs angeführten Beispiele sind nur drei von mehreren zehntausend, die DATUM vorliegen. Eine Liste mit Fake-Identitäten aus dem Jahr 2012 umfasst knapp zehntausend Namen, jene mit (internationalen) Foren, die die Agentur in mindestens sechs Sprachen »bearbeiten« ließ, zählt mehr als zweitausend Einträge. Eine konservative Schätzung auf Grundlage der ­vor­liegenden Unterlagen – Konzepte und Verträge, Kampagnenberichte und Honorarlisten – sowie Aussagen von drei ehemaligen Mhoch3-Mitarbeitern kommt auf 80.000 bis 100.000 PR-Postings pro Jahr; wobei die Agentur seit zehn Jahren Onlinekampagnen anbietet.

Die ganze Geschichte erscheint dann morgen gedruckt (und vielleicht danach im Netz).

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3 Kommentare
  1. Erwähnenswert auch die Postings für Johannes Hahn (jetztiger EU-Kommissar für Erweiterungsverhandlungen) als Minister für Wissenschaft und Forschung während den #unibrennt Uniprotesten.

  2. Gibt es einen Leak der verwendeten Nicknames? So ließe sich qualitative Nachforschung betreiben im Sinne der Erfinder: Welche Reichweite haben die Postings, wie groß ist ihre Bedeutung für die Entwicklung gesellschaftlicher Debatten?

    Herauszufinden wäre, wie häufig die Bundesregierung derlei Dienstleistungen in Anspruch nimmt! Wer leakt das mal?

    Auf meiner erweiterten Wunschliste stehen Daten über noch mehr große Akteure aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft, denn die Ungerechtigkeit häuft sich und meine Vermutung ist, dass nicht wirklich mehr Menschen damit einverstanden sind als zuvor, sondern nur (leider, zufällig) der Eindruck ensteht es sei so.

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