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Zehn Kommentare zur State-of-the-Net nach den NSA-Enthüllungen: Ist das Internet noch zu retten?

Die Zeit hat zehn Internet-Celebtities über die Zukunft des Internets nach Snowden befragt: Ist das Internet noch zu retten?

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Der NSA-Skandal hat das Freiheitsversprechen des Internets gebrochen. Was denken heute die Pioniere und Theoretiker des Internets über die enthüllten Überwachungsorgien? Kann das Netz seine utopische Kraft wiedergewinnen?

Und das sind die Kommentatoren (und die Kommentatorin):

  • Evgeny Morozov: Keine Frage des Internets
  • Jaron Lanier: Information kostet
  • Anke Domscheit-Berg: Gegen die Monopole
  • Viktor Mayer-Schönberger: Die dritte Internetphase
  • Jeff Jarvis: Das Netz muss offen bleiben
  • Markus Beckedahl: Rettet die Grundrechte
  • Florian Rötzer: Ohne Lebenselixier
  • Geert Lovink: Das Prinzip Hoffnung
  • Nathan Jurgenson: Keine digitale Lösung
  • Daniel Suarez: Baut neue Sraßen

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    6 Kommentare
    1. Kluge Menschen – lesenswerte Gedanken.
      Noch zu retten das Internet – Ja, da sind sie alle einig.

      Sind wir noch zu retten? Mal gucken.
      Beim Internet mach ich mir keine Sorgen, das ist hart im Nehmen.
      Wir brauchen Gesetze, aber keine ungeschriebenen. Auch keine, die wir nicht kennen, die in andreren Ländern geschrieben werden.

      Menschen informieren sich kommunizieren elektronisch: Das ist Internet.
      Nach Snowden wissen wir, dass dies staatlich möglichst vollständig überwacht werden soll: das ist der NSA-Skandal.

      Dass die meisten Menschen wollen, dass das aufhört und kontolliert wird, interessiert diejenigen nicht, die das veranlassen könnten.

      Egal, was ich lese – diesen Umstand kann ich mir nicht schöndenken oder in spannende Diskurse packen. Es ist Zeit für Klartext.

      Mir ist zehnmal lieber, wenn meine Regierung sagt, wir wollen diese Überwachung, mit uns wird daran nichts geändert. Aber stillschweigendes Tolerieren – das geht gar nicht.
      Da wird alles, was die Grundlage unseres Staates bildet totgeschwiegen und im Geheimen zersetzt.
      Snowden hat Recht, wenn er sagt, diese Vorgänge dürfen nicht stattfinden, ohne, dass die Bürger darüber entscheiden.

      Es geht nicht um „das Internet“, sondern um uns alle. Es ist einfach. Die Fakten müssen auf den Tisch.

    2. Beim Namen „Evgeny Morozov“ wird mir übel. Statt zu reflektieren, polarisiert er was das Zeug hält. Und zwar in Richtung: ITler sind fachidiotische Vollhonks, aber alle die das sehen und erkennen können sind nicht-ITler und dementsprechend weit über dem IT-Fach-Honk-Level. Oder so ähnlich. Eigentlich ergibt das wenig Sinn, und genau das macht Herrn Morozov aus: unschlüssige und sinnfreie Kritik an all denen, die nicht Er sind.

      Übertrieben? Nein!

      Im verlinkten Artikel sagt er z.B. Folgendes: „Internetexperten nach ihrer Meinung zu solchen Themen zu fragen ist so, als würde man Straßenexperten dazu befragen, wie man Investitionen in die Kultur anregen könne: Das ist sinnlos.“

      Klingt mächtig gewaltig klug. Aber ist Herr Morozov in diesem Szenario nun der Internetexperte oder der Straßenexperte? Sind doch beide genauso dämlich!?

      Nein, er ist immer der, der gerade eben so über den anderen steht. Aber eigentlich hat er überhaupt keine Ahnung.

      1. Jetzt bin ich gerade richtig neugierig auf Herrn Morozov geworden.
        IT-ler sind so oft die sprichwörtlchen Vollhonks, weil der Fachbezug nicht der Rede wert ist. Auch was das Verständnis für grundsätzliche konzeptionell-methodische Arbeitsweisen betrifft, ist bei diesen Kandidaten nichts zu erwarten. Von der prinzipiellen Eignung zum Ingenieurberuf (geschweige denn von einem abgeschlossenen Studium) Lichtjahre entfernt zu sein, ist eben keine gute Voraussetzung dafür, „irgendwas mit Computern“ daher zu wursteln.

    3. Wie funktioniert die Überzeugung bei Mozorov? Das Internet as-we-know-it nach Snowden bietet Raum zur gesetzes- und grundgesetzeswidrigen Überwachung. Dazu Mozorov:

      „Warum sprechen wir über „das Internet“, als sei es ein separater Raum mit eigenen Gesetzen, Regeln und moralischen Geboten? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir den Netzdiskurs im umfassenderen Diskurs der Moderne verorten.“

      Weil er nicht sowas-von-90er sein will, trennt er nicht zwischen Realität und virtueller Realität -bravo! Denkste. Er führt einen antiquierten Begriff ein, „die Moderne“, um doch noch ein paralleles Neuland zu haben, das halt so ist, ohne, dass eine Macht das wollte:

      „Warum also dominieren im Internet Konsum und Überwachung? Nun ja – weil in der Moderne selbst Konsum und Überwachung dominieren.“

      Ja Mensch, warum bin ich da selbst nicht draufgekommen? Weil ich nicht weiss, dass das Internet eine Infrastruktur ist:

      „Wir kämen nicht auf den Gedanken, zu fragen: Warum werden nicht mehr Straßen dazu verwendet, Menschen an die Kultur heranzuführen oder öffentliche Debatten anzustoßen?“

      Da kann ich wieder nur zustimmen. Sogar Überwachung hat Infrastruktur. das sind wahrscheinlich auch Straßen, die keine öffentlichen Debatten anstoßen.
      Zum Schluss sagt er zum Internet:

      „dass wir merkwürdige Verheißungen und eine grenzenlose Macht darauf projiziert haben. Warum das so ist, ist eine viel interessantere Frage als die, was mit dem Netz geschieht.“

      Karl Jaspers hat mal gezeigt, dass mit der Möglichkeit Weltvernichtungswaffen zu erfinden, gnostische Weltbilder Verbreitung finden a la „wir werden einen ewigen Krieg haben bis die Welt untergeht“. Das war vor über einem halben Jahrhundert.
      Wenn Menschen heute die Frage stellen, „was mit dem Netz geschieht“, dann hat das auch mit einer technischen Möglichkeit zu tun. Sie besteht darin, die Freiheit mit einer nie da gewesenen Perfektion und Reichweite zu unterdrücken. Ist nunmal so, Evgeny.

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