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Wahlkampf mit Google: Lobby-Team verleiht Google Glasses an Netzpolitiker im Bundestag

Bild: Tobias Koch
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Nach dem Wochenende der Freiheit statt Angst Demonstration haben sich Netzpolitiker von SPD und CDU mit dem Google-Lobbyisten Max Senges getroffen, wie Google Deutschland schreibt:

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Lars Klingbeil (SPD) und Peter Tauber (CDU) treffen sich mit Max Senges von Google, um Prototypen von Google Glass einem ersten “netzpolitischen Härtetest” zu unterziehen. Sie informierten sich dabei vor allem über den Entwicklungsstand der neuen Technologie, natürlich kam dabei aber auch der Spaß nicht zu kurz. Die beiden Abgeordneten probierten aus, wie man mit Google Glass schnell etwas online sucht, Navigationshilfe erhält, Nachrichten vorgelesen bekommt und natürlich auch Fotos oder Videos aufnimmt. Beide Politiker waren sich danach mit Max Senges einig, dass die Möglichkeiten der neuen Technologie erst ansatzweise erschlossen sind.

Lorenz Matzat bezeichnete die tragbaren Miniaturcomputer an dieser Stelle als herumlaufende Überwachungskameras.

In Zeiten der Komplettüberwachung unserer digitalen Kommunikation verteilt der Internet-Riese Spielzeuge an Abgeordnete, die damit cool wirken wollen. Auch ein Statement im sonst netzpolitisch eher lauen Wahlkampf.

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7 Kommentare
  1. Der Peter Tauber schrieb auf Gesichtsbuch bereits am 2. September, daß er sich die Brille ansehen durfte und wirkte auf mich relativ begeistert. Zwar enthält sein Kommentar die Mahnung,

    „Wir müssen dann mal darüber reden, wie diese „Brille“ sich auswirkt. Ob es reicht, wenn die Nutzer sich selbst Verhaltensregeln geben oder ob die Politik regulierend gefragt ist, wenn Google Glass auf den europäischen Markt kommt, denn natürlich entstehen jede Menge Fragen.“

    aber insgesamt überwiegt doch die geteilte Begeisterung. So beschreibt Tauber in fast schon PR-mäßigen Worten die Funktionen des Gerätes:

    „Etwas gewöhnungsbedürftig ist das gute Stück, aber man ahnt sofort, was die Brille alles kann. Fotos und Videos sind dabei nur die geringsten Möglichkeiten. Navigation oder die Suche im Internet ermöglichen neue Perspektiven.“

    Und damit nicht genug, denn:

    „Es gibt zwei Wege die Brille zu steuern. Viel funktioniert über Sprache. Die Aktivierung erfolgt durch ein leichtes Tippen auf den Brillenbügel. Dann erscheint im Display ein Menu und man kann auswählen ob man etwas im Internet suchen will, ein Foto oder ein Video aufnehmen möchte oder einen Ort sucht. Auch das Vorlesen von Texten ist möglich. Und man kann ganz normal telefonieren. All das funktioniert ziemlich gut, ist aber etwas gewöhnungsbedürftig. Der Brillenbügel funktioniert ein bißchen wie ein Touchpad. Man kann wischen, verschiedene Fenster öffnen, usw. Ich bin mal gespannt, wann die Brille auf den Markt kommt.

    Das kann mal jeder selbst auf sich wirken lassen. Für mich persönlich wirkt das schon verhältnismäßig merkwürdig und macht mich argwöhnisch. Daß Google nach dem StreetView-Protest in Deutschland den Marktstart von Glass in Deutschland mit Argußaugen betrachten wird, muss klar sein. Daß man sich offenbar bereits vor dem Marktstart Fürsprecher aus der Politik heranzüchten möchte, überrascht mich zwar nicht, lässt jedoch aufhorchen, hängen doch Millionenbeträge an diesem Geschäft.

    Umso denkwürdiger ist es, daß zumindest Tauber viele Vorzüge von Glass erwähnt (bzw. anpreist), was die kritischen Aspekte angeht, nur sehr dürre Ausführungen macht. Letztere beschränken sich auf „Da müssen wir mal drüber reden“.

    Alleine: Warum redet Tauber dann (bislang) nicht über die Schattenseiten? Er hat das Gerät doch testen können. Kann er da nicht eine Technikfolgenschätzung abgeben?

  2. Es sei daran erinnert, das manche devices auch einfach von den Menschen abgelehnt werden und sich nie durchsetzen. Beispiel Bildtelefonie: ich kenne die Statistiken zu Skype nicht, aber obwohl es kostenlos war, wird der Großteil der Anrufe über Telefone getätigt.

    Viele sind selbst zu eitel, oder einfach genervt davon, jemanden zu hören und dabei zu sehen wie er sich verhält, wenn er weiß, dass er gefilmt wird.
    Am Telefon kann man auch ‚ganz interessiert‘ zuhören, während man gerade ein Sudoku löst. Brillentragen ist auch nicht gerade bequem.

    Und dann gibts da noch die Konkurrenz durch Computer, die überall sind, Smartphones, etc. Das was die Brille ‚Neues kann‘, hat nur einen Nutzen für den Hersteller.

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