Überwachung

taz: Warum der Protest gegen Prism und Co. bisher so gering ausfällt

Die taz geht der Frage nach, warum die Empörung über die Überwachungs-Enthüllungen bislang eher in den Medien als auf der Straße stattfindet. Zu Wort kommen die Bewegungsforscher Peter Ullrich und Roland Roth sowie Wiebke Johanning von der Bewegungsstiftung. Als Gründe werden genannt: Ferienzeit, abstrakte Bedrohung, keine klaren Gegner, keine klare Opfergruppe, keine zentralen Bewegungs-Akteure.

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Ich glaube ja zudem, dass Überwachung/Datenschutz noch nicht in unserem Normhorizont verankert ist, wie es auch Evgeny Morozov jüngst formuliert hat.

Das Gegenteil darf gerne bewiesen werden. Es gibt einen offenen Brief, den ihr unterschreiben könnt, eine Freiheit statt Angst Demo im September und Platz für viel mehr kleine, dezentrale Aktionen wie den BND-Spaziergang in der vergangenen Woche.

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12 Kommentare
  1. + schlechtes Marketing.
    Von den Demos, die stattfinden sollen, habe ich erst 2 Tage vorher was gelesen.

    Liebe Akteure: das nächste Mal ein paar bekannte Youtube-Größen mit einbeziehen. Hat bei Acta wunderbar fuktioniert!
    Die Reichweite und Multiplikatorfunktion dieser Leute ist nicht zu unterschätzen!

  2. Ach die Taz … „Auch deutsche BürgerInnen werden flächendeckend ausspioniert – Mails, Chats und Telefonate mitgelesen und mitgehört.“ Der qualitative und quantitative Unterschied ist die _Speicherung_ vorallem auch der sozialen Kontakte über alle Zweige und der Bewegungsprofile für den Fall, dass der Staat diese Information später gegen einen Bürger einsetzen will, das geht weit über Orwell hinaus, bei Orwell hat man ja wenigstens noch gewusst/gesehen, dass man überwacht wird. Die eigentliche Frage nach dem Warum, da kann man nur spekulieren. Natürlich wirken diese Polizeibesuche und Hausdurchsuchungen abschreckend. Und die, dies heute am meisten betrifft (die Jungen) haben was anderes im Kopf, und die Eltern verstehens meistens nicht, dazu lügende Politiker, (hier hilft aber das Bild Snowdens, hoffentlich verschwindet er nicht). Dazu kommt Barack als Sympathieträger, bei Busch wärs wohl anders, sowie die Folgenlosigkeit etwa von Schredderaktionen. Einer der Hauptgründe könnte auch sein, dass es – anders als etwa bei Harz4 oder Acta – keine größere Gruppe sofort direkt betrifft, sondern erstmal gar nichts passiert, dann nur einzelne Personen zu Opfern werden, bis es dann irgendwann eine ganze Gruppe der Gesellschaft trifft, weil diese ein besonderes Merkmal hat. Würde vor jedem Hauseingang, in jeder Bar, in jedem Universitätsraum ein Polizist mit einer Kamera und einem Mikrofon stehen, würde es sicher anders aussehen. Wären Atomkraftwerke unsichtbar gewesen, es würde keine Grüne geben. Kann aber auch alles ganz anders sein ;D

    1. es gibt eine Zielgruppe, die unmittelbar betroffen ist,
      –> https://de.wikipedia.org/wiki/Hidden_Champions – KMU’s in Deutschland, die einerseits weltweit Marktführer sind, andererseits ob bewusst oder einfach leichtgläubig wenig in die IT-Sicherheit investiert haben. Bin kein FDP/CDU-Wähler, aber Fakt ist, dass die Regierung sich um das Thema kümmert – s. Details in der Antwort vom 29.07.2013 zu der Anfrage „Technologie-Standort Deutschland im Kontext von PRISM-Aktivitäten“ https://fragdenstaat.de/a/4538 .

      Es würde sich evtl. lohnen Synergie-Potentiale bei der Realisierung von Initiativen der Netz-Gemeinde und den Proekten der Bundesregierung zu nutzen.

  3. Am 27.7. hat mit Sicherheit auch das sehr heisse Wetter sein Uebriges getan: Ich habe in meinem Umfeld von fuenf ausgewiesenen Demogaengern erfahren, dass Sie die Demos ausdruecklich wegen der Hitze gemieden haben.

    Dennoch muss noch sehr viel lauter fuer die Aktionen geworben werden. Bei spontanen Redebeitraegen kam es zu Anspielungen der sogenannten „Kanzlerakte“. In diesem Zusammenhang ist es wichtig dem rechten Gedankengut keine Hintertuer offen zu lassen. Bitte setzt Euch dafuer ein solche Redebeitraege direkt vor Ort zu korrigieren. In Krisenzeiten profitieren leider immer die extremen Randbereiche durch billigen Kundenfang – fuehrt bitte diese leider anstrengenden Debatten und rueckt Zerrbilder wieder gerade, wenn ihr merkt: hier laeuft etwas nicht richtig!

  4. Stimmt alles. Vertrakt ist auch, bei allem Konsument zu sein, was man online macht und solange der/die Einzelne den Service erfüllt bekommt ist er/sie auf der Ebene zufrieden. Dass jede Person ein eigenes Empfangsgerätchen hat ist auch so ne Sache: I-phone, MY-space, YOUtube… es spricht einer an alle oder einen anderen öffentlich. Irgendwie, glaube ich, besteht da eine Überforderung sich als internationale Riesengruppe im Internet kundzutun,

  5. Für die einen ist es zu abstrakt, „wird halt nach Terroristen gesucht“, und den anderen war es schon immer klar das gemacht wird was technisch möglich ist, jetzt ists halt nur bewiesen..

  6. Ich habe den Eindruck, das ist ein großer Teil der Deutschen naiv ist und ernsthaft glaubt, dass sich deutsche Dienste / BOS ja sicherlich ans Gesetz halten und damit sei alles in Ordnung und sie hätten deshalb nicht wirklich etwas zu befürchten. Das sind genau die selben Menschen den Politiker auch immer wieder einreden können, dass der Richtervorbehalt ein echter Schutz wäre. Selbst wenn ich solchen Menschen die Studie „Wirksamkeitsbedingungen von Richtervorbehalten bei Telefonüberwachungen“ https://copy.com/epypIApQKJ2XuAZQ zum Lesen gab, war ein Teil dieser Menschen auch nach der Literatur der Ansicht, dass so was die Ausnahme und nicht die Regel ist.

    Solange sich nicht namhafte Menschen finden, die öffentlich in den Medien zur Teilnahme an Demos / Aktionen aufrufen wird sich die Zahl der Teilnehmer auf die Menschen beschränken, die zu Recht mehr Angst vor Leuten wie Friedrichs als vor Terroristen haben.

  7. Wer kennt sich denn schon groß mit PC im Alltag aus. Es werden immer weniger. Bildung ist out – Freizeit und Lifestyle Schnick Schnack in. Zudem ist denken schwar darum urteilen die meisten.

    Und die Hauptargumente bleiben trotz zahlreiche Widerlegungen weiterhin bestehen: Nämlich

    a) Ich habe nichts zu verbergen oder nichts angestellt – und

    b) für meine Daten interessiert sich keiner

    Außerdem liest kaum einer Blogs oder Fachseiten. Die Pausen auf dem Smartphones werden mit Games verbracht Facebook und Whatsapp – hin und wieder mal paar Youtube Clips oder mit Bilder & Clips ankucken auf Fun Seiten oder Gruppen wieder aus Facebook.

    In den Nachrichten oder Zeitung steht ja kaum was drüber daher nimmt man es auch nicht wahr oder beruhigt sein Gewissen nach dem Motto: „Wenn es sooo schlimm wäre und den Bürgern schaden würde hätten die das in den Nachrichten & Co. schon ausführlich gebracht“

    Erst wenn es einen PERSÖNLICH trifft fängt man zumindest an zu reagieren. Doch selbst da wäre die Ausrede für das Gewissen: „Es gibt immer ein 1. mal“ oder „Dummer Fehler zu meinem Pech / Ungunsten“ oder „Falsche Zeit / falscher Ort – shit happens“ Die meisten Leute im Alltag sind einnfach dumm und werden auch immer dümmer – egal ob die ein Abi haben oder studiert haben oder nen anspruchsvollen Job oder nur 1 und 2 in der Schule hatten. Das hat nichts mit der Intelligenz an sich zu tun denn etwas auswendig lernen und sich hier und da reinhängen und das gelernte wiederzugeben kann jeder.

    Sad but true: Erst wenn es einen wirklich persönlich trifft oder Bürgerkrieg ausbricht oder sowas dann wachen diese meisten auf und werden mit etwas Glück vielleicht sogar agieren und das langfristig anstatt nur zu reagieren oder das ganze zwar zu erfassen und sich künstlich zu empören aber dann ganz der Eintagsfliege mäßig sich am nächsten Tag oder spätestens nächster Woche wieder mit i-was anderem ablenken

    Außerdem gab es mal ne Studie dass 80% der Leute mit kritischen Meldungen nicht umgehen können und Herdentiere sind

    http://www.propagandafront.de/187070/gehirnforschung-80-der-menschen-konnen-besorgniserregende-meldungen-uberhaupt-nicht-verarbeiten.html

    http://info.kopp-verlag.de/neue-weltbilder/neue-wissenschaften/mike-bundrant/studie-belegt-95-prozent-aller-menschen-sind-wirklich-herdentiere.html

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