Überwachung

Spiegel: NSA holt sich Mails des mexikanischen Präsidenten und verknüpft War on Drugs mit Wirtschaftsspionage

Es ist Montag, der nächste NSA-Skandal ist da. Wie der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe unter Berufung auf Snowden-Dokumente berichtet, hat der Geheimdienst sich mit einer „Flatliquid“ getauften Aktion 2010 unter anderem Zugriff auf das Mailpostfach des mexikanischen Präsidenten verschafft. Das war damals noch der Christdemokrat Felipe Calderón. Der Spiegel (Print) schreibt:

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Man habe erfolgreich einen zentralen Server „im mexikanischen Präsidenten-Netzwerk infiltriert, um zum ersten Mal überhaupt Zugang zum öffentlichen E-Mail-Konto“ des Staatschefs zu erhalten, rühmten sich die Datenspione in einem als „streng geheim“ eingestuften Bericht. Die Mail-Domain werde auch von Mitgliedern des Kabinetts genutzt und beinhalte „Kommunikation über diplomatische und wirtschaftliche Aspekte sowie Führungsfragen“.

Zuständig für diese Art der Diplomatie ist bei der NSA die TAO-Gruppe (Tailored Access Operations, genaueres hier und hier). Nach Brasilien sind damit Spitzenpolitiker der nächsten kontinentalamerikanischen Demokratie Opfer der NSA geworden.

Der Spiegel berichtet ausserdem über die Operation „Whitetamale“: Im August 2009 habe sich die NSA Zugang zu den E-Mails diverser hochrangiger Funktionäre des Sekretariats für Öffentliche Sicherheit verschafft und neben Informationen über mehrere Drogenkartelle auch „diplomatische Verhandlungsunterlagen“ abgeschöpft. Diese seien Grundlage für hunderte von Berichten gewesen, mit deren Hilfe „US-Politiker erfolgreiche Gespräche in politischen Fragen sowie die Planung von internationalen Investitionen ermöglicht“ worden sei.

Calderons letztjähriger Herausforderer, der heutige Präsident Enrique Peña Nieto, war bereits während des Wahlkampfs Ziel der NSA geworden, wie Anfang September bekannt wurde.

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5 Kommentare
  1. Schön, dass man darüber gesprochen hat. Gewöhnen wir uns halt dran, dass alles und jeder überwacht wird. Was solls auch, wird doch stillschweigend alternativlos und grundrechtsschonend gemerkelt. Wenn die grosse kollision kommt, bekommt auch netzpolitik einen maulkorb, schliesslich gefährdet ein solcher block die sicherheit unseres landes.
    Und hat nicht dummfalla die debatte für beendet erklärt?

  2. Damit haben wir einen weiteren Gegner im zukünftigen Weltkrieg. Momentan sind es Russland, China, Iran, Brasilien, Bolivien, Venezuella, Nicagura, Mexiko… Während wir zu dritt (USA, GB und Deutschland) sind. Mal schaun wer gewinnen wird.

    1. wie kommst du auf „zu dritt“…wer um himmels willen will denn mit dem gottgewollten messias-land-der-tapferen was zu tun haben? und GB?….so lange sie hier in meinem land rumschnüffeln etc. sollen sie mir mal kräftig den buckel runterrutschen. zunge ausfahren nicht vergessen.

      falls der NSA-praktikant schwierigkeiten hat, dies zu übersetzen kann er mich gern anmailen…..verpissdich-nsa@hoheisel.net

      1. Du entscheidest nicht auf welcher Seite wir kämpfen werden, sondern unsere Politiker. Und was glaubst auf welchen Seite unsere überwachungsfreundliche CDU stehen wird? Und dies mit GB sollte doch klar sein, oder?

  3. nein, da irrst du aber gewaltig. noch entscheide ich, auf welcher seite ich irgendetwas mache. die schwarze pest möchte zwar gerne die gedanken der bürger kontrollieren wollen, was noch ein bisschen dauern wird, aber ausser dass ich von meinem erarbeiteten dem staat fast 50% in den rachen schmeissen darf, entscheide ich über die gestaltung der ca. 70 jämmerlichen jahre auf diesem planeten. und siehe da, sogar diese 70 jahre werden einem so schwer wie möglich gemacht. DAS entscheiden politdummies, nicht was ich tue.

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