Katja Gloger vom Stern hat mit dem NSA-Whistleblower William Binney gesprochen:
In einem Gespräch mit dem stern sagte der langjährige NSA-Mitarbeiter William Binney, der BND habe neben „Xkeyscore“ noch ein weiteres NSA-Ausspähprogramm genutzt.
„Thin Thread“ sollte die Erfassung und Analyse von Verbindungsdaten wie Telefondaten, E‑Mails oder Kreditkartenrechnungen weltweit ermöglichen. „Mein Ziel war es, den Datenverkehr der ganzen Welt zu erfassen“, so Binney zum stern. Der BND sei „bis heute einer unserer wichtigsten Partner“.
Weitere Details zu ThinThread gibt’s in der Wikipedia und in Binneys Talk auf dem 29C3. Das ist dann wohl noch eine Frage mehr an die Bundesregierung.
Binney betont auch nochmal den Allmachts-Anspruch der NSA:
Nach Schätzung von Binney speichert die NSA mittlerweile zwischen 40 und 50 Billionen Telefonate und E‑Mails aus der ganzen Welt, vor allem Verbindungsdaten, aber auch Inhalte. Das von der NSA zur Zeit gebaute Datenzentrum in Bluffdale im US-Bundesstaat Utah könne aufgrund seiner Kapazitäten „mindestens 100 Jahre der globalen Kommunikation speichern“, sagte Binney dem stern. „Dieser Ort sollte uns endgültig in Angst und Schrecken versetzen. Die NSA will alles. Jederzeit.“ Und fügte hinzu: „Diese Macht gefährdet unsere Demokratie.“
