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Musik-Schnüffel-App gegen Nazis

Passend zum anlaufenden NPD-Verbotsverfahren wird heute auf der Herbsttagung der Länderinnenminister ein weiteres Werkzeug zur Bekämpfung rechten Gedankenguts in Deutschland diskutiert – eine von der sächsischen Polizei entwickelte Software mit dem Spitznamen „Nazi-Shazam“, die schnell indizierte, rechte Musik erkennen soll – beispielsweise auf Konzerten oder in Radiostreams. Das Ganze soll wie die Smartphone-App Shazam funktionieren…

  • Anna Biselli

Passend zum anlaufenden NPD-Verbotsverfahren wird heute auf der Herbsttagung der Länderinnenminister ein weiteres Werkzeug zur Bekämpfung rechten Gedankenguts in Deutschland diskutiert – eine von der sächsischen Polizei entwickelte Software mit dem Spitznamen „Nazi-Shazam“, die schnell indizierte, rechte Musik erkennen soll – beispielsweise auf Konzerten oder in Radiostreams.

Das Ganze soll wie die Smartphone-App Shazam funktionieren und Polizeibeamten den Eingriff erleichtern. Damit will man die öffentliche Verbreitung von rechter Musik, die als Einstiegsdroge in die Neonazi-Szene gesehen wird, verhindern. Leider hat das Projekt Schönheitsfehler. Zum einen kann es nur denjenigen Teil der Musik erfassen, die auch wirklich auf dem Index ist. Wie wenig das im Vergleich zur tatsächlich, vorwiegend auch inoffiziell erscheinenden, rechten Musik ist, kann man sich vorstellen, wenn man sich vor Augen hält, dass die Bandesprüfstelle für jugendgefährdende Medien im letzten Jahr 79 Stücke auf den Index gesetzt hat.

Und dann bleibt da noch die Frage, was man mit einer solchen Anwendung, wenn sie schon einmal vorhanden ist, sonst alles machen kann. Es gibt für die Polizeibehörden sicher auch noch andere interessante Inhalte, die man on-the-fly erkennen möchte. Ganz abgesehen von der Frage, die heute auf der Innenministerkonferenz diskutiert werden soll, ob die Detektion von laufender Musik bereits eine akustische Raumüberwachung darstellt.

Über die Autor:innen

  • Anna Biselli
    Darja Preuss

    Anna ist Co-Chefredakteurin bei netzpolitik.org. Sie interessiert sich vor allem für staatliche Überwachung und Dinge rund um digitalisierte Migrationskontrolle.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Telefon: +49-30-5771482-42 (Montag bis Freitag jeweils 8 bis 18 Uhr).


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6 Kommentare zu „Musik-Schnüffel-App gegen Nazis“


  1. SachsenAngel

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    Sachsen Polizei FAIL!

    Etwas Dystopie am Mittag:

    Darüber hinaus ist das wahrscheinlich nur der Anfang. Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft werden erst andere Musikrichtungen als jugendfefährdend gebrandmarkt und von dem Maisntream ausgeschlossen und dann nach Ausweitung der „APP“ auch in „SMART“ Fernsehern mit integrierten Kameras oder „Raumradar“ ihren Einzug finden bis man schließlich nicht nur finanziell von der GEZ zum Zwangskonsum gezwungen wird sondern die tatsächliche geistige und körperliche Anwesenheit vor der Staatsglotze obligatorisch wird um seine bürgerlichen „Rechte“ warnehmen zu können.


  2. Bandesprüfstelle ist ein schöner Vertipper!


  3. Arno Nym

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    Wer rechte Musik nicht auf Anhieb erkennt,
    der muss schon wenig Grütze in der Birne haben.
    Aber gerade solche Leute sind durch rechte Musik gefährdet.
    Vielleicht macht das doch ein wenig Sinn.


  4. Mit den Nazis und KipoTerroristen geh es los. Mit radikalen Umweltschützern geht es weiter und schuldig und Verdächtig sind wir sowieso alle.


  5. Klassischer Fall von fehlgeleiteter Entwicklung. Die Polizei sollte eigentlich einige Beamte haben, die sich in der Neonazi-Szene so gut auskennen, dass sie indizierte Lieder etc. kennen. So schwer ist das jetzt auch nicht.
    Es würde auch aus einsatztaktischen Gründen Sinn machen, dass man entsprechende szenekundige Beamte etwa bei einer Demo oder einem Konzert vor Ort hat und nicht irgendwelche Typen mit einer App auf dem Diensthandy.


    1. noreligion

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      Du siehst das falsch! Die Beamten sind sehr wohl szenekundig, können Lieder sogar mitsingen. Sie sind auch auf vielen Nazi-Konzerten anwesend, nur eben gerade nicht im Dienst.

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