Juli Zeh: NSA wie Einbrecher im eigenen Haus

Die Schriftstellerin Juli Zeh kommentiert die Datenüberwachung durch den US-Geheimdienst NSA in einem „Zwischenruf“ im ZDF heute journal:

„Wenn ich an die NSA-Affäre denke, sehe ich ein Haus, das gerade von einer Einbrecherbande ausgeräumt wird. Die Bewohner stehen daneben und gucken zu. Die Hausverwaltung steht auch daneben und guckt zu. Sie ruft den Einbrechern vielleicht noch hinterher: ‚Wir verlangen schonungslose Aufklärung. Wir wollen wissen, was hier gespielt wird.‘ Und die Einbrecher rufen zurück: ‚Geht in Ordnung.‘, steigen ins Auto und fahren davon. […] Das heißt doch eigentlich, dass man sich in diesem Land alles erlauben kann, solange nur die Wirtschaftsdaten stimmen. Ich weiß nicht, was ich schlimmer finde: die Dreistigkeit dieser Einbrecher oder die Mischung aus Resignation und Hilfslosigkeit, mit der darauf reagiert wird.“

15 Kommentare
    • lattlentreffer 26. Jul 2013 @ 14:56
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