Öffentlichkeit

Europol sperrt 151 Webseiten wegen Produktpiraterie

Die europäische Polizeibehörde Europol hat in Zusammenarbeit mit der „US Immigration and Customs Enforcement’s“ (ICE) 151 Webseiten in Europa sperren lassen. Das berichtet die ICE in einer Pressemitteilung auf ihrer Webseite. Demnach sei die Sperrung der Webseiten Teil der Aktion „Operation In Our Sites“, welche schon seit mehreren Jahren gegen Produktpiraterie im Internet vorgeht. Neben den 151 europäischen Seiten sind auch 177 amerikanische Webseiten von den Sperrungen betroffen.

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Den gesperrten Webseiten wird vorgeworfen, gefälschte Marketingartikel amerikanischer Marken verkauft zu haben. Zu den Marken zählten unter anderem NFL, BEATS by Dre, Tiffany & Co, Nike, NBA und die NHL. Die in Europa betroffenen Webseiten kamen aus Belgien, Frankreich, Rumänien und Großbritannien. Rob Wainwright, der Direktor von Europol, sagte zu dieser neuesten Sperrung:

It is important to stop the sale of counterfeit products over the internet as it undermines legitimate businesses and often causes health and safety risks to consumers […] This successful transatlantic operation sends an important message to the criminals showing them that they cannot hide despite the fact that they are operating via the internet.


Neben den Webseiten wurde auch PayPal-Konten der vermeintlichen Betreiber ausfindig gemacht, welche in einer nächsten Aktion nun ebenfalls gesperrt werden sollen.

Die „Operation in our Sites“ existiert seit nunmehr fast genau drei Jahren. Bisher sind in diesen drei Jahren insgesamt 2252 Domains gesperrt worden, 1624 davon in den USA. Besucher die diese Domains besuchen wollen, werde auf ein Banner der ICE umgeleitet, welches die Gründe für die Sperrung erläutert.

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7 Kommentare
  1. Gibts schon erste Hinweise welche Seiten (ganz ausversehen) mit gesperrt wurden?
    Bei sowas kommt ja leider immer ne Menge rein Zufällig mit in den Papierkorb.

    1. Die ICE-Webseite spricht von „domain name seizures“, also der Beschlagnahmung der Domains dieser Webseite. Dabei sollte es eigentlich keine Kollateralschäden geben, da Domains ja etwas sehr Eindeutiges sind. Die Ausnahme wäre sicherlich, wenn die Shops unter Subdomains liefen, man aber die komplette Domain beschlagnahmt hat (also Shop lief unter shop.domain.com oder domain.com/shop wie viele anderen kleinen Shops auch und man hat komplett domain.com umgeleitet).
      Das hätte durchaus etwas präziser im Artikel ausgeführt werden können.

  2. Um dem technischen Anspruch gerecht zu werden, den man hier finde ich durchaus haben kann: Es wurden keine Seiten „gesperrt“, sondern deren Domains beschlagnahmt und entsprechend umgeleitet, wenn ich das richtig verstehe?

    1. Das mit dem technischen Anspruch sehe ich ein. Aber: ist das Resultat hier nicht das selbe. Und geht es nicht auch um den Grundsatz „Löschen statt Sperren“ der letztlich eine globalisierte Diskussion um Werte und Normen aufmacht?

  3. Ich habe irgendwann mal Frau Malmström sagen hören, es gehe bei Sperrungen um den Schutz missbrauchter Kinder.
    Offenbar ging es dabei um den Schutz vor der Verwendung billiger Markenkopien, damit sie auf jeden Fall nur mit teurer Markensoße in Berührung kommen. Die armen Opfer.

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